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Elmshorn
Foto: Reimer Wulf 






14.11.2017 

Lichtermarkt: Stadt Elmshorn bedauert Instrumentalisierung

Seit 2007 findet in Elmshorn in der Vorweihnachtszeit der traditionelle und erfolgreiche Lichtermarkt statt. Mit Bedauern muss die Stadt Elmshorn in diesem Jahr feststellen, dass diese Veranstaltung mit der Unterstellung der Kultur- und Traditionsverleugnung in einer inakzeptablen Art und Weise instrumentalisiert werden soll.
Der Elmshorner Lichtermarkt begeistert seine Besucher seit 2007.

Der Elmshorner Lichtermarkt begeistert seine Besucher seit 2007.
Foto: Burkhard Völz

Mit Bedauern muss die Stadt Elmshorn in diesem Jahr feststellen, dass diese Veranstaltung mit der Unterstellung der Kultur- und Traditionsverleugnung in einer inakzeptablen Art und Weise instrumentalisiert werden soll.

Für Elmshorn ist es supernormal: Alljährlich richtet das Elmshorner Stadtmarketing den Lichtermarkt in der Innenstadt aus. Seit 2007 werden auf dem Markt Tausende Besucher gezählt, die die Vorweihnachtszeit in einer für Elmshorn besonderen Atmosphäre gemeinsam genießen wollen. Auch 2017 soll sich daran nichts ändern.

„Wir sind von der diesjährigen Reaktion auf den Elmshorner Lichtermarkt, insbesondere in den sozialen Medien, mehr als bestürzt“, sagt Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje. Am heutigen Tag hatte sich auf Facebook auch die ehemalige Bundespolitikerin Erika Steinbach eingeschaltet, die Elmshorn bundesweit vorwirft, dazu beizutragen, die Identität Deutschlands zu zerstören und die eigene Kultur und Traditionen aufzugeben. Das alles aus einem einzigen Grund: Der Markt heißt Lichter- und nicht Weihnachtsmarkt. „Für uns als Stadt ist es inakzeptabel, dass eine so traditionsreiche und von unserer christlichen Kultur geprägte Veranstaltung wie der Elmshorner Lichtermarkt instrumentalisiert wird, um im politischen Umfeld Stimmung zu machen“, betont Hatje.

Der Begriff „Lichtermarkt“ sei 2007 gewählt worden, um vor allem auf eines aufmerksam zu machen: Den Betreiberwechsel. „Jahrelang pflegte der Elmshorner Weihnachtsmarkt ein Schattendasein“, sagt Hatje. Pünktlich zum Weihnachtsmarkt 2007 wurde dann der erste PACT beschlossen, mit dem die in der Innenstadt ansässigen Immobilieneigentümer sich verpflichteten, eine neue Weihnachtsbeleuchtung zu finanzieren. Davon sollte auch der Weihnachtsmarkt profitieren, der in dem Jahr unter einem neuen Betreiber startete. Klares Highlight: Die neue Weihnachtsbeleuchtung – und ­die vielen Lichtpunkte, die in den Folgejahren in den Bäumen rund um Elmshorns Hauptkirche St. Nikolai platziert worden sind. Die damalige Umbenennung erfolgte aus Marketinggründen. „Wir distanzieren uns ganz klar von der Idee, dass wir den Markt aus irgendwelchen anderen Gründen umbenannt haben“, betont Hatje.

Zu diesem Marketing gehört auch das Plakat zum Lichtermarkt, auf dem ein junges, dunkelhäutiges Mädchen als Engel abgebildet ist. Auch dieses Plakat wird in diesem Jahr herangezogen, um zu instrumentalisieren. Dabei ist es bereits seit 2011 im Einsatz und wird aus Gründen des Wiedererkennungswertes weiterhin genutzt. Damals, 2011, waren 40 Elmshorner Kinder zu einem offenen Fotoshooting erschienen, um sich als Werbebotschafter fotografieren zu lassen. „An dem Fotoshooting nahmen Mädchen und Jungs vieler Nationen und Altersgruppen teil“, sagt Hatje, und betont: „Dass bei uns Menschen aus mehr als 120 verschiedenen Nationen leben, ist für uns als weltoffene Stadt supernormal.“ Die Fotografien der „Elmshorner Engel“ wurden im Anschluss in verschiedenen Geschäften ausgestellt. „Wir lassen uns auf keine Diskussion ein, in dem Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden“, stellt Hatje klar.

Für viele Elmshorner aus den verschiedensten Nationen ist der Lichtermarkt seit 2007 ein beliebtes Ziel, um die Vorweihnachtszeit zu genießen. „Wir hoffen, dass wir auch in diesem Jahr ganz friedlich unsere liebgewonnenen Traditionen leben können, wie sie wohl überall in Deutschland kurz vor Weihnachten zu finden sind. Dazu gehört unbestreitbar das gemeinsame Glühweintrinken, das gemütliche Bummeln über unseren schönen Markt und die vielen leckeren, weihnachtlichen Spezialitäten, die in Elmshorn angeboten werden“, sagt Hatje. „Die Vorwürfe, dass unsere eigenen Traditionen, unsere Kultur und unsere Identität zerstört würden, sind nicht nur weit hergeholt, sie sind schlicht falsch. Den Versuch, die Stimmung auf unserem Markt derartig zu beeinträchtigen, halten wir für inakzeptabel.“

 

Autor/Autorin: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn