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Weißes Haus



10.02.2016 

Integrationskonzept: Teilnehmer fordern mehr Personal, mehr Räume, mehr Koordination

Acht Arbeitsgruppen, ein Ziel: Menschen mit Migrationshintergrund sollen in Elmshorn besser und schneller integriert werden. Das geht aus dem überarbeiteten Integrationskonzept der Stadt Elmshorn hervor.

Die Präsentation der Beiträge für das neue Integrationskonzept war gut besucht
Die Präsentation der Beiträge für das neue Integrationskonzept war gut besucht.

Die Präsentation der Beiträge für das neue Integrationskonzept war gut besucht.
Herr M. Planer, Stadt Elmshorn

Eines wurde bei der Präsentation des überarbeiteten Konzeptes mehr als deutlich: Es gibt noch viel zu tun. Nicht alle Punkte des 2009 erstellten Papiers wurden bisher umgesetzt, und auch die Flüchtlingskrise stellt die Integration in Elmshorn auf eine Probe. Eine Probe, die – das versicherte Bürgervorsteher Karl Holbach – bislang gut bestanden wird. „Die Integration von Flüchtlingen klappt. Das ist auch Ihnen zu verdanken, die mit Ihrem Engagement ein Vorbild sind.“

Jetzt geht es vor allem um vier Kernprobleme: Der Integrationsarbeit mangelt es an Personal und Helfern, es mangelt an Räumen und der Koordination zwischen den vielen Angeboten. Als größte Herausforderung gilt noch immer die Sprachbarriere. Daher ist die Sprachförderung für verschiedenste Zielgruppen, von der Kindertagesstätte bis hin zur Erwachsenenbildung, ein Punkt, den gleich mehrere Referenten ansprachen. „Wir müssen aber auch vermitteln, dass die Muttersprache ein hohes Gut ist, das erhalten werden sollte“, sagte Karen Wurr-Feldmann, die Leiterin der Volkshochschule.

Insbesondere für Kindergartenkinder ist das Sprachwirrwarr kompliziert. „Wir brauchen dringend kleinere Gruppen, in denen die Kinder mehr Sprache hören können. Wo es zu laut ist, können sie eine Sprache nicht lernen“, mahnte Heike Kock, von der Arbeitsgruppe Bildung und Kultur. Die „gute Integrationsarbeit“ müsse weiter gefördert, eine Überlastung der Mitarbeiter vermieden werden. „Viele Kinder haben einen Kulturschock, wenn sie hierherkommen“, so Kock – die Mitarbeiter müssten mehr Zeit haben, sich Wissen über andere Kulturen anzueignen und spezielle Angebote vorbereiten können.

Auch die ältere Generation steht im Fokus. „Wir wissen überhaupt nicht, was die Bedürfnisse der Generation 60+ sind“, sagt Günter Allertseder von der Arbeitsgruppe Gesundheit und Senioren. In sechs Jahren habe kein einziger Migrant die Sprechstunde des Rates in Anspruch genommen. Ein Ziel: „Wir wollen auf die Menschen zugehen.“ Ein Weg dorthin: Informationen, insbesondere zur Pflege, sollten künftig mehrsprachig ausgelegt werden.

Um die Integration zu beschleunigen, solle die Stadt Elmshorn ein mehrsprachiges Webportal erstellen, das Informationen zu Vereinen und Verbänden bereithält; auch die Koordinierungsstelle Integration müsse personell verstärkt werden, forderte Susanne Kelting, von der Arbeitsgruppe Flüchtlingsarbeit. Auch eine zentrale Begegnungsstätte sei wichtig, denn „Integration kann nicht warten“. Dabei helfen könnten insbesondere Sportvereine, regte Mehmet Karakavak, von der Arbeitsgruppe Sport und Freizeit. Auch er sieht Bedarf in Sachen Mehrsprachigkeit und einer besseren Zugänglichkeit von Informationen.

Dass Integration gelingen kann, beweisen die Elmshorner schon jetzt. Nun geht es darum, mit den Ergebnissen der Konferenz die Integrationsarbeit auf eine solidere Basis zu stellen – und Neuankömmlingen eine schnellere Integration in die Elmshorner Gesellschaft zu ermöglichen. Zunächst die Politik am Zug: Das Integrationskonzept wird im Juni beraten. Einige der Ergebnisse werden schon zuvor die Politik erreichen. Denn Teile des Integrationkonzeptes werden in das Seniorenkonzept, das bereits im April beraten wird, einfließen.

 

Autor/Autorin: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn

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