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Elmshorn
Foto: Reimer Wulf 






20.06.2017 

Energie-Olympiade: Elmshorner Konzepte überzeugen im Doppelpack

Gleich zwei Preise konnte die Stadt Elmshorn bei der Energie-Olympiade abräumen. In Sachen Klimaschutz bewiesen die städtischen Angestellten mit einer Hefe-Heiz-Konzeptidee und mit den Energiespar-Tipps der Azubis, dass Elmshorn in Sachen Klimaschutz eine Vorreiterrolle einnimmt.
Klimaschutzmanager Markus Pietrucha (links) und Bürgermeister Volker Hatje (Mitte) werden für das Azubi-Projekt ausgezeichnet.

Klimaschutzmanager Markus Pietrucha (links) und Bürgermeister Volker Hatje (Mitte) werden für das Azubi-Projekt ausgezeichnet.
Foto: EKSH / Henrik Matzen

Mit kleinen Tipps und provokantem Spruch haben die Auszubildenden der Stadt Elmshorn Großes bewegt: Mit ihren selbstentwickelten Hinweisschildern haben sie Rathausmitarbeiter erfolgreich zum Energiesparen bewegen können. 638 Euro an Heiz- und Stromkosten konnten so im vergangenen Jahr eingespart werden. „Die Azubis erhalten 50 Prozent dieser Summe für ein gemeinsames Projekt“, erklärt Stefan Bennke, der beim Gebäudemanagement auch für Energiesparfragen zuständig ist. Das sind immerhin 319 Euro. Bei der Energie-Olympiade begeisterte das Projekt so sehr, dass die Stadt Elmshorn in der Kategorie „Organisatorische oder Verhaltensmaßnahme“ das Preisgeld von 5000 Euro erhielt.

Und das Projekt überzeugte nicht nur die Juroren: Andere Städte haben bereits Interesse bekundet und wollen das kleine Energiespar-Projekt mit seiner großen Wirkung adaptieren. Selbst die Initiatoren der Energie-Olympiade denken über eine Umsetzung in ganz Schleswig-Holstein nach. „Das Projekt sorgt landesweit für Aufsehen“, sagt Klimaschutzmanager Markus Pietrucha.

Einen mit 2500 Euro dotierten Sonderpreis erhielt die Stadt Elmshorn zudem für ein innovatives Heizkonzept: Mit Abwärme aus der Hefe-Produktion auf Klostersande könnten Wohnungen schon bald mollig warm werden. So könnten im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen Neu- und Bestandsbauten mit Abwärme aus der Hefe-Industrie geheizt werden. „Noch ist das eine Vision“, betont Pietrucha. Insbesondere die Kombination aus Neu- und Bestandsbauten sei eine Herausforderung, da beide Gebäudetypen ihre ganz eigenen Erfordernisse mitbringen.

Noch vor wenigen Jahren wäre so ein Konzept überhaupt nicht umsetzbar gewesen, erklärt der Klimaschutzmanager. Das vor allem, weil die Temperatur der Abwärme vergleichsweise niedrig und nur mit Hilfe von Wärmepumpen, wie sie in vielen Neubauten längst Standard sind, zum Heizen genutzt werden kann. Ob das Heizen mit Hefe in Elmshorn tatsächlich Zukunft hat, wird sich erst zeigen müssen: Derzeit befinden sich die Stadtwerke Elmshorn in Abstimmungsgesprächen mit den Elmshorner Hefe-Fabrikantender Ausarbeitung des Wärmekonzepts. Wird das Projekt umgesetzt, könnte die jährlich produzierte CO2-Menge in dem Gebiet im Vergleich zur konventionellen Erzeugung halbiert werden.

 

Autor/Autorin: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn