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Elmshorn
Foto: Reimer Wulf 






16.05.2017 

Integrationskonzept auf der Zielgeraden angekommen

Mit 30 Zielen und mehr als 50 Einzelmaßnahmen soll das Konzept Migranten die Integration erleichtern und Hürden abbauen. Angestoßen wurde der Prozess bereits 2015, seitdem beteiligten sich zahlreiche engagierte Bürger und Experten an der Entwicklung. Jetzt soll das Konzept in der Politik beschlossen werden.
integrationskonzept
Die Teilnehmer informierten sich an den Stationen im Rathaus.

Die Teilnehmer informierten sich an den Stationen im Rathaus.
Foto: Herr Behn, Stadt Elmshorn

Anfang Mai stellte die städtische Integrationskoordinatorin Larissa Redecker den aktuellen Stand des Konzepts im Rathaus vor. Gekommen waren rund 70 interessierte Bürger, aber auch Experten von Beratungsstellen, Bildungsträgern, Sportvereinen, vom Willkommensteam und anderen Einrichtungen. „Wir wollten den Teilnehmern, nach über einem Jahr Pause, die Chance geben, wesentliche Änderungswünsche anzubringen“, erklärt Redecker. Denn erstellt wurde das Konzept auf Grundlage der Integrationskonferenz, die bereits 2015 stattgefunden hatte. Die Fortschreibung ließ jedoch auf sich warten, da die damalige Integrationskoordinatorin Allegra Tekleab die Stadt verließ. Zudem wurde das Sachgebiet Integration neu und breiter aufgestellt – all das kostete Zeit. „Wir wollten nun nicht einfach das fertige Konzept in die Politik geben, ohne die Beteiligten nicht noch einmal einzubinden“, sagt Redecker.

Stattdessen richtete das Sachgebiet Integration sieben Stationen mit einzelnen Themengebieten im Rathaus ein, an denen das Team am Abend der Vorstellung in drei Runden à 20 Minuten Rede und Antwort standen. So wurden die Handlungsfelder Sport & Freizeit, Sprachförderung, Ausbildung und Arbeit, Bildung, Flüchtlinge, Gesundheit und Senioren sowie der interreligiöse Dialog und Antidiskriminierung mit ihren jeweiligen Maßnahmen vorgestellt und diskutiert.

Die Teilnehmer des Abends waren zu dem aufgerufen, ihre Prioritäten festzulegen – welche Themen sind derzeit am wichtigsten? Welche sollten als erstes umgesetzt werden?

  • Förderung der Transparenz von Angeboten (zum Beispiel ein mehrsprachiger Webauftritt mit allen relevanten Infos und Angeboten der Integrationsarbeit)
  • Sprachförderung (Transparenz über das Kursangebot, Sicherstellung von Kinderbetreuung, Ausbau von Kursen, insbesondere für Personengruppen, die keinen Rechtsanspruch auf Integrationskursen haben usw.)
  • Freizeit und Sportangebote
  • Ausbildung und Arbeit (Transparenz, Netzwerkarbeit, Informationsveranstaltungen für Migranten sowie weitere Maßnahmen, um Migranten frühzeitig in den Arbeitsmarkt zu integrieren)
  • Bildung (insbesondere frühkindliche Bildung/Kitaplätze, mehrsprachige Informationen sowie flankierende Sprach- und Integrationsmaßnahmen für Schüler)

Auch vor dem Hintergrund des hohen Flüchtlingszustroms zeigte sich: „Sprache ist ein ganz aktuelles Thema. Der Bedarf an Sprachkursen ist hoch“, so Redecker. Insgesamt ist sie mit der Resonanz zufrieden: „Was vor einem Jahr aktuell war, ist es noch immer“ – das heißt auch: Das Konzept kann nun der Politik vorgelegt werden. Am 14. Juni tagt der zuständige Ausschuss.

Larissa Redecker hofft, dass die Integrationsarbeit mit Hilfe des Konzepts weiter verbessert werden kann. „Integration ist eine gemeinsame Aufgabe. In Elmshorn funktionieren das Netzwerk und die Zusammenarbeit der einzelnen Akteure sehr gut. Wir sind mit einer weiteren Stelle für die Betreuung des Ehrenamtes und integrative Arbeit gut aufgestellt“, so Redecker. Die Stadt unterstütze dieses Netzwerk mit Hilfe des Konzeptes, das als Handlungsgrundlage und Strategie verstanden werden könne. „Aber der Erfolg ist wesentlich von der Zusammenarbeit der einzelnen Institutionen abhängig“, betont Redecker.

 

Autor/Autorin: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn