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KAPITÄN JÜRGEN JÜRS: VON ELMSHORN RUND UM KAP HOORN

66 Mal segelt er um Kap Hoorn, 50 Mal als Kapitän: Der Elmshorner Jürgen Jürs. Der Spross einer alten Segler und Schipperfamilie von der Krückau, ist mit den größten Segelschiffen seiner Zeit auf allen Weltmeeren unterwegs gewesen. Zu seinen Reisen zählen ganz außergewöhnliche: Die längste Tour der „Pamir“, die letzte Fahrt des einzigartigen Fünfmasters „Preußen“, eine im Film dokumentierte Umrundung Kap Hoorns mit der „Peking“ oder auch die Jungfernreise der „Priwall“ mit mehr als 200 Mann „Besatzung“.

Seine beiden letzten Reisen unternimmt Jürs mit der „Padua“, dem letzten jemals gebauten Tiefwasser- Frachtsegler, der nur unter Segeln regelmäßig Kap Hoorn umrundete. Als Jürs 1938 von Bord der Viermastbark geht, wird er nach 41 Berufsjahren zum letzten Windjammer-Kommandanten der Seefahrtsgeschichte, der ausschließlich Frachtsegler ohne Motor führte. Zugleich stellt der Windjammerkapitän den Höhepunkt und das Ende einer Familientradition in Elmshorn dar, die geprägt ist vom Segeln und der Seefahrt.

„Er war wie sein Schiff − groß! Er hatte riesige Hände und ein breites Lächeln. Er war groß in jeder Hinsicht.“ Das schreibt der amerikanische Kapitän Irving Johnson (1905-1991) über sein erstes Zusammentreffen mit dem Elmshorner Jürgen Jürs. Der Seemann aus den USA fährt 1928/29 auf der Viermastbark „Peking“ unter Kapitän Jürs mit, um einmal Kap Hoorn unter Segeln zu umrunden und darüber einen Film zu drehen. Johnson notiert später: „Der Kapitän bot ein großartiges Schauspiel, wenn er laut rufend, fürchterlich fluchend und armwedelnd über Deck stampfte. Er schien als das Urbild eines verknitterten, bellenden, mit allen Wassern gewaschenen Seebären − fast an die 1,90 ragend mit 240 Pfund Lebendgewicht, versehen mit den riesigsten Pranken, die ich jemals gesehen hatte.“

Max Heinrich Jürgen Jürs wird am 30. August 1881, im Jahr des Kirchturmbaus von St. Nikolai, in Elmshorn auf Klostersande als Sohn des Schiffsführers und Ewer- Eigners Claus Jürs (1846-1932) geboren. Er kommt im späteren Haus des Elmshorner Malers Wilhelm Petersen zur Welt. Nach dem Besuch der Hafenschule heuert er 1897 im Alter von 16 Jahren bei der Hamburger Reederei Laeisz an.

Jürgen Jürs segelt in seinem Leben fast alle sogenannten Flying P-Liner, wie die schnellen Frachtsegler der Hamburger Reederei F. Laeisz heißen, deren Namen alle mit einem „P“ beginnen. Allein die „Padua“ ist – deutlich umgebaut – noch als russisches Segelschulschiff unter dem Namen „Krusenstern“ auf den Meeren unterwegs. Der Großsegler muss nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion abgeliefert werden. Die Übergabe-Fahrt beginnt 1945, als der 64-jährige Kapitän Jürs in Elmshorn am 21. Dezember seine allerletzte Reise antritt. Doch auch noch heute kennt die Mannschaft auf dem Windjammer den „Padua“-Kapitän aus Elmshorn. Die russischen Seeleute sprechen mit großem Respekt, aber dennoch liebevoll immer noch von „Papa Jürs“.

Eine umfangreiche Biografie des Kapitäns ist im 25. Band der Beiträge zur Elmshorner Geschichte nachzulesen. Das 204 Seiten starke Buch mit unterschiedlichen Aufsätzen unter dem Titel „Die Krückau – Fluss- und Hafengeschichten“ ist von der Stadt Elmshorn im September 2013  herausgegeben worden und im örtlichen Buchhandel für 18 Euro erhältlich (ISSN 0937-3404).

Carsten Petersen

»Er war wie sein Schiff - groß! Er hatte riesige Hände und ein breites Lächeln. Er war groß in jeder Hinsicht.« Das schreibt der amerikanische Kapitän Irving Johnson (1905-1991) über sein erstes Zusammentreffen mit dem Elmshorner Jürgen Jürs 1928.

»Er war wie sein Schiff - groß! Er hatte riesige Hände und ein breites Lächeln. Er war groß in jeder Hinsicht.« Das schreibt der amerikanische Kapitän Irving Johnson (1905-1991) über sein erstes Zusammentreffen mit dem Elmshorner Jürgen Jürs 1928.
Foto: Sammlung Behrens/ Fotograf unbekannt
Foto: Sammlung Behrens/Fotograf unbekannt

Jürgen Jürs unternahm er mit der »Padua« vier Reisen, darunter seine beiden Letzten: Hier liegt der Frachtsegler am Kai von Bristol, abgebildet auf einer Postkarte vom Vorsitzenden der »Bristol Shiplovers« vom 22. Juni 1935 an seinen Gast Kapitän Jürs.
Foto: Sammlung Behrens/Fotograf unbekannt
Jürgen Jürs war jahrzehntelang mit den berühmten Großseglern der Reederei F. Laeisz, deren Namen alle mit einem »P« beginnen, auf großer Fahrt. Hier - vermutlich 1933 - auf der »Padua«. Zu erkennen sind seine Lederlatschen, die er fast immer an Bord trug.

Jürgen Jürs war jahrzehntelang mit den berühmten Großseglern der Reederei F. Laeisz, deren Namen alle mit einem »P« beginnen, auf großer Fahrt. Hier - vermutlich 1933 - auf der »Padua«. Zu erkennen sind seine Lederlatschen, die er fast immer an Bord trug.
Foto: Sammlung Behrens/Fotograf unbekannt

Die »Padua« ist der letzte bislang gebaute Tiefwasser-Frachtsegler der Seefahrtsgeschichte und der letzte noch fahrende Flying P-Liner - unterwegs als russisches Schulschiff unter dem Namen »Krusenstern« und regelmäßig zu Gast beim Hamburger Hafengeburtst
Foto: Carsten Petersen

 

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