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Schleusenpark
Foto: Frau Schon, Stadt Elmshorn 

Kampfmittel in Elmshorn

In vielen Bereichen unseres Landes werden auch noch über sieben Jahrzehnte nach dem 2. Weltkrieg bei Erdarbeiten und auf Baustellen Blindgänger und Reste von Munition entdeckt. Auch auf See und in Flüssen wird gelegentlich noch Material an Kriegsgerät (Seeminen, versenkte Munition) gefunden.

Die Auswertung von Luftbildern der Alliierten Kräfte zeigt, dass Elmshorn im 2. Weltkrieg mehrfach Ziel von Fliegerangriffen war. Elmshorn lag in der Einflugschneise nach Hamburg; in Hamburg nicht abgeworfene Bomben wurden auf dem Rückflug ungezielt im Umland entsorgt.

Aus diesen Gründen wurde auch das Elmshorner Stadtgebiet vom Kampfmittelräumdienst (KMRD) des Landes Schleswig-Holstein als Kampfmittelverdachtsfläche eingestuft.

Das hat zur Folge, dass Grundstückseigentümer vor Baumaßnahmen für das betreffende Grundstück auf eigene Kosten eine Auskunft zur Kampfmittelbelastung beim KMRD einholen müssen. Das gilt nicht nur für öffentliche Bauten, sondern auch für private Bauherren.

Rechtsgrundlage hierfür ist die Landesverordnung zur Abwehr von Gefahrenfür die öffentliche Sicherheit durch Kampfmittel (Kampfmittelverordnung) vom 7. Mai 2012 in der zurzeit geltenden Fassung.

Geben Luftbildaufnahmen Anlass zur Vermutung, dass auf dem betreffenden Grundstück Kampfmittel sein könnten, gibt der KMRD vor, mit welcher Methode eine Sondierung des Untergrundes durchgeführt werden muss. In Frage kommen z.B. Radarsuche, Spülbohrverfahren oder Rammkernbohrungen.

Während der Sondierung werden die zu untersuchenden Bereiche abgesperrt; eine Passage ist für Radfahrer und Fußgänger weiter möglich.

Im besten Fall wird der Verdacht entkräftet und es darf sofort gebaut werden.

Im ungünstigeren Fall muss das gefundene Kampfmittel geborgen und vom KMRD entschärft und entsorgt werden. Dann wird für den betroffenen Bereich Vollsperrung und Umleitung festgesetzt.

In Elmshorn wurden größere Kampfmittel bis dato nicht gefunden.

 

Kampfmittelverdachtsgebiete im Rahmenplangebiet Krückau Vormstegen

Von August bis Oktober 2015 wurden am Südufer im direkten Umfeld des Elmshorner Hafens Sondierungen durchgeführt: die Auswertung von Luftbildern hatte für dieses Gebiet den Verdacht auf Kampfmittel ergeben. Der Verdacht hat sich jedoch nicht bestätigt.

Eine Radarsuche wurde ausgeschlossen, da im gesamten Rahmenplangebiet im oberen Bereich Aufschüttungen aus Ziegelresten und Mutterboden vorhanden sind und es durch eisenhaltige Hindernisse zu verfälschten Ergebnissen kommen kann.

Der KMRD hat daher die Sondierung mit Sondierstangen angeordnet. Dazu werden rasterartig in jeweils 1,50 m Abstand bis zu 6 m (Bombenhorizont) tief Sondierungen vorgenommen und mit Spezialsoftware ausgewertet.

Für alle künftigen Bauvorhaben ist ebenfalls eine Kampfmitteluntersuchung durchzuführen.

 

Autor: Frau Derboven, Stadt Elmshorn 
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