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Baumschutz

Bäume sind wichtige CO2-Verwerter und für unsere Umwelt unverzichtbar. Daher liegt unsere oberste Priorität in Schutz und Erhaltung von Bäumen und Sträuchern.

Wir bemühen uns, Eingriffe auf das Notwendige zu beschränken und weitestgehend nur Pflegeschnitte auszuführen. Das schließt ausdrücklich auch das sogenannte „Knicken“ mit ein – der in regelmäßigen Abständen erforderliche Rückschnitt von Knicks auf den Stock, um Überalterung zu verhindern und das Wachstum zu fördern. Auch wenn regelmäßig im Frühjahr dann ein Aufschrei der Empörung durch die Bevölkerung geht, so handelt es sich hierbei um eine in Fachkreisen anerkannte und notwendige Maßnahme.

Baumfällungen werden möglichst auf diejenigen Maßnahmen beschränkt, in denen zur Gefahrenbeseitigung keine andere Möglichkeit mehr besteht, etwa bei Überalterung, Krankheiten und massiven Schäden. Zur Beurteilung werden ggfs. Gutachten eingeholt, um voreiliges Handeln auszuschließen. Bahntrassen müssen in ausreichendem Abstand „Baumfrei“ gehalten werden. Über Straßen, Geh- und Radwegen sind lichte Höhen zwingend einzuhalten, denen ebenfalls Äste weichen müssen. Regenrückhaltebecken dürfen nicht zuwuchern, da sie sonst ihren Zweck nicht mehr ausreichend erfüllen können.

Um einem Missverständnis vorzubeugen: die vorhandene Birkenpollenallergie oder die verschattete Terrasse sind keine Gründe, einen Baum zu entfernen! Bei allem Verständnis für das Bedürfnis auf Gesundheit und Sonnenlicht sind diese Gründe allein nicht ausreichend.

Sofern bei öffentlichen Baummaßnahmen Bäume entfernt werden müssen, erfolgen selbstverständlich Ersatzpflanzungen. Oftmals werden dafür geeignetere Baumarten und Standorte ausgesucht. Diese Anpflanzungsverpflichtung finden Sie häufig auch in den entsprechenden Bebauungsplänen wieder.

Seit einigen Jahren gibt es überdies in Elmshorn den sogenannten Hochzeits- und Geburtenwald– nähere Infos finden Sie unter diesem Stichwort beim Amt für Stadtentwicklung.

Letztendlich ist leider aber auch Baumschutz eine Frage des Geldes. Und da das bei der Stadt Elmshorn knapp ist, müssen Pflegeschnitte verschoben und kann auch der eine oder andere Baum nicht gepflanzt werden.

Elmshorn hat wie viele Städte in Schleswig-Holstein eine Baumschutzsatzung. Geschützt sind danach Bäume mit einem Stammdurchmesser von mehr als 23 cm, gemessen in 1 m Höhe. Nicht unter die Satzung fallen Obstbäume, Birken, Pappeln und Fichten. Die Regelung der Baumschutzsatzung gilt auf dem gesamten Grundstück. Ausnahme: bei Wohngrundstücken gilt der Baumschutz ausschließlich im Vorgartenbereich. Der Geltungsbereich ist der Straßenauflistung in der Baumschutzsatzung zu entnehmen. Aber Vorsicht: Im Einzelfall kann es einen weiter gehenden Schutz der Bäume durch eine Erhaltungsfestsetzung in einem Bebauungsplan geben. Bitte informieren Sie sich vor Beginn der Fällarbeiten.

Beim Fällen von Bäumen sind die Fristen nach dem Landesnaturschutzgesetz zu beachten (Fällverbot in der Zeit vom 01. März bis zum 30. September eines jeden Jahres). Wir sind gern bereit, Sie fernmündlich eingehend zu informieren.

Wichtig:
Die sach- und fachgerechte Pflege von Bäumen ist weder durch die Bestimmungen des Landesnaturschutzgesetzes noch durch die Baumschutzsatzung untersagt und darf sogar innerhalb der Verbotsfrist durchgeführt werden. Vor der Durchführung hat man sich davon zu überzeugen, dass keine Vogelnester, Sommerquartiere von Fledermäusen etc. betroffen sind. Obwohl die Pflege innerhalb der Verbotsfrist zulässig ist, gelten die artenschutzrechtlichen Bestimmungen weiter fort.

Dazu heißt es im Bundesnaturschutzgesetz, dass es verboten ist wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder aber Lebensstätten wild lebender Tiere ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.

Die sach- und fachgerechte Pflege von Bäumen stellt zwar einen vernünftigen Grund dar, die aber auch zu anderen Zeiten des Jahres durchgeführt werden kann, ohne dass eine Beeinträchtigung der wild lebenden Tiere stattfindet. Deshalb ist in diesen Fällen der Pflegeschnitt nicht zulässig.

Eine Zuwiderhandlung kann nach den Vorschriften des Landesnaturschutzgesetzes mit einer Geldbuße bis zu 50.000 € geahndet werden.

Häufig gestellte Fragen zum Baumschutz können Sie hier einsehen.  Für alle weiteren Fragen stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

 

Autor: Frau Derboven, Stadt Elmshorn 
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