Hauptmenü

Inhalt

38. Frauenempfang der Stadt Elmshorn

Die Veranstaltung steht unter dem Titel "Die neue Frau - Frauen in der Weimarer Republik". Gastrednerin ist die Historikerin Dr. Katrin Schmersahl. Das Rahmenprogramm gestalten Sängerin Cynthia Karatsoli und Malerin Rike Müller mit.

Datum:

25.01.2026

Uhrzeit:

11:00 bis 14:00 Uhr

Ort:

Kollegiumssaal des Rathauses, Schulstraße 15-17, 25335 Elmshorn

Termin exportieren

Die "Neue Frau" kommt nach Elmshorn

Der 38. Frauenempfang der Stadt Elmshorn widmet sich am Sonntag, 25. Januar 2026, von 11 bis 14 Uhr im Rathaus dem Thema „Frauen in der Weimarer Republik – Die Neue Frau“. Historikerin Dr. Katrin Schmersahl bringt uns die „Neue Frau“, ein Phänomen der Weimarer Republik, näher, um Parallelen und Unterschiede zu heute besser einordnen zu können. Das Grußwort hält der neue Oberbürgermeister Erik Sachse. Eintritt und Catering sind frei, mögliche Spenden fließen an ein Traumatherapieangebot für Frauen.

Parallelen zur heutigen Zeit

Gastgeberin und Gleichstellungsbeauftragte Heidi Basting organisiert den Frauenempfang zusammen mit einer interfraktionellen Planungsrunde des Stadtverordneten-Kollegiums. Sie sagt: „Gefühlt gibt es ganz viele Parallelen zur Zeit der Weimarer Republik.“ Damals eroberten sich die Frauen, auch in Folge des Männerverlusts im Ersten Weltkrieg, erste gesellschaftliche Freiheiten und das Wahlrecht – das ihnen allerdings nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wieder entzogen wurde. „Dieser Roll-Back kündigte sich langsam an. So ähnlich ist es bei uns heute auch, deshalb müssen wir unbedingt gegensteuern“, sagt Basting.

Tradwife-Bewegung

Mitstreiterin Yvonne Funke von den Grünen führt die aktuelle Tradwife-Bewegung in den sozialen Medien als Beispiel an: Junge, meist gutaussehende Frauen inszenieren sich als ausschließlich für Haushalt und Kinder zuständige Frauen ohne eigenes Einkommen und verharmlosen so die Abhängigkeit vom Mann.

Die "Neue Frau"

Eine ähnliche Erwartungshaltung an die Frau herrschte zu Beginn der Weimarer Republik. In den Folgejahren aber entstand das Idealbild der „Neuen Frau“: jung, schlank, selbstbewusst, sportlich mit gesellschaftlichen Konventionen brechend. „Diesem Idealbild haben ganz wenige entsprochen und wenn, dann eher in der Großstadt“, sagt Basting. Aber es stand für die Hoffnung auf Veränderung und zeigte, was möglich sein konnte.

In der Gegenwart

Und heute? „Heute haben Frauen wie damals neue Optionen, aber noch alte Lasten, sie tragen zum Beispiel in der Regel noch immer den Löwenanteil in der Care-Arbeit“, so Basting. Der weibliche Körper bleibt ein Konfliktfeld: Schwangerschaftsabbrüche sind immer noch grundsätzlich nach § 218 verboten und bleiben nur unter bestimmten Umständen straffrei.

Herschende Ungleichheiten - Erreichtes in Gefahr

In der Politik sind Frauen nicht gleichberechtigt vertreten, wie ein Blick auf das Elmshorner Stadtverordneten-Kollegium oder den Bundestag zeigt: Sie sind nur zu rund einem Drittel mit Frauen besetzt. Beim Lohn gibt es weiterhin große Unterschiede. Und alles Erreichte ist ständig in Gefahr, so Basting: „Wir müssen aufpassen, dass das, was errungen wurde, nicht wieder verloren geht!“

Musik und Malerei

Wie schnell das gehen kann, wird Historikerin Schmersahl ebenfalls beleuchten. Neben ihrem Vortrag gibt es auch Musik von Sängerin Cynthia Karatsoli, Bilder der Malerin Rita Müller und Zeit zum Austausch. Das kostenlose Catering übernehmen Auszubildende der Stadt.

Informationen

15.01.2026