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Foto: Burkhard Voelz
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Elmshorn liest 2015: Geniales Buch, geniale Veranstaltung

Eines steht fest: Noch nie wurde in Elmshorn häufiger über Samenspenden gesprochen, als während der 6. Auflage von „Elmshorn liest“. Mit Benedict Wells Buch „Fast genial“ stand die wahre Geschichte eines mittellosen Jungen aus dem Trailerpark, der in bester Roadmovie-Manier auf der Suche nach seinem ihm unbekannten, genialen Vater ist, im Fokus. Eine Wahl, die gut ankam: Die Teilnehmerzahlen bei den Veranstaltungen übertrafen die des Vorjahres.

Den Auftakt machte erneut eine Filmvorführung in der einzigartigen Atmosphäre des Kranhauses: Kino am Holzofen, das gibt es wohl nur bei „Elmshorn liest“. „Die Veranstaltungsreihe ist eine Erfolgsgeschichte“, betonte Stadtrat Dirk Moritz in seiner Eröffnungsrede. Viele Literatur-Fans aus der Stadt und aus angrenzenden Gemeinden kämen regelmäßig zu den vielfältigen Veranstaltungen. Und: „Fast genial“ sei ein tolles Buch, das er gerne gelesen habe und nur weiterempfehlen könne.

Die Lesungen, die in diesem Jahr Programmschwerpunkt waren, erlaubten vielfältige Einblicke in den Roman – sowohl für diejenigen, die ihn bereits gelesen hatten, als auch für jene, die erst noch einen Einblick erhalten wollten.

Beliebt und von besonders experimentierfreudigen Lesern gut besucht: Der Line-Dance-Abend in der Königsklasse. Zahlreiche Elmshorner versuchten sich unter professioneller Anleitung in dem traditionell amerikanischen Tanz.

Vielfältig waren auch die Leseorte: Von der psychiatrischen Tagesklinik über die Bücherstube bis hin zu Wasserturm und Stiftskirche. Gleich vier Lesungen wurden musikalisch umrahmt. Zu ihnen zählte auch der Höhepunkt der Veranstaltungsreihe: Die Lesung mit Benedict Wells in der Sparkasse. Der 31-Jährige plauderte charmant mit seinem Publikum, gab Einblicke in die Hintergründe seines Buches und verriet auch, welche Sätze er so nie wieder schreiben würde. Die drei Stücke „Claymont“, „Chevy“ und „is love“ wurden von Bismarckschullehrer Matthias Wichmann eigens für diese Lesung komponiert und erstmals aufgeführt. Sie sind inspiriert von Orten und Menschen des Buches, und beschreiben durch Stile und Instrumente die Stimmungen dieser Orte.

Wie bereits in den Vorjahren meldete die Sparkasse „volles Haus“ im Foyer – kein Wunder, wie Kulturamtsleiterin Rita Schliemann fand: „Natürlich ist das Selberlesen eines Buches schon toll, es vorgelesen zu bekommen ist noch besser – aber am lebendigsten wird so ein Buch, wenn die Autorin oder der Autor es vorträgt. Das ist dann einfach genial.“

Autor: Morten Planer