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Elmshorn
Foto: Reimer Wulf 






18.01.2018 

In Schleswig-Holstein einmalig: Stadt Elmshorn bildet Bauingenieure im dualen Studium aus

Die Stadt Elmshorn bietet in Kooperation mit der hochschule 21 als landesweit einzige Stadt ein duales Studium zum Bauingenieur an. Mit diesem neuen, bezahlten Ausbildungsgang will die Stadt Elmshorn perfekt ausgebildete Nachwuchskräfte rekrutieren, die technikaffin sind oder bereits eine Ausbildung haben. Wieso die Stadt Elmshorn für Ingenieure so spannend ist? Das erklären wir hier.
Zwei der städtischen Ingenieure: Michael Gerbert (l.) und Ingo Brüss.

Zwei der städtischen Ingenieure: Michael Gerbert (l.) und Ingo Brüss.
Foto: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn

Interessierte Bewerber sollten sich sputen: Nur noch bis zum 10. Februar nimmt die Stadt Elmshorn Bewerbungen für das duale Studium zum Bauingenieur entgegen. Landesweit wird dieses Studium nur von der Stadt Elmshorn angeboten. Elmshorn liegt verkehrsgünstig in der Metropolregion Hamburg und bietet auch Studenten eine große berufliche Vielfalt sowie Zusatzleistungen (u.a. Teilnahme am Jobticket-Programm, Gesundheitsprogramme). Wir übernehmen übrigens nicht nur die Immatrikulationskosten und das Studienentgelt, wir zahlen unseren Studenten außerdem eine attraktive Vergütung.

Das Studium dauert sieben Semester, in denen je 13 Wochen Theorie und 13 Wochen Praxis in Vollzeit anstehen. Studienabschluss ist der Bachelortitel (FH). Die Theorie wird an der hochschule 21 in Buxtehude vermittelt, die für eine facettenreiche Ausbildung mit anwendungsorientiertem und praxisnahem Unterricht mit aktuellen Fallbeispielen steht. Alle Details befinden sich in der Stellenausschreibung.

Wieso das Studium bei der Stadt Elmshorn so spannend ist? Das erklären am besten einige unsere Ingenieure selbst.

Rebekka Ahlborn-Sennholz, Diplom-Ingeneurin bei der Stadtentwässerung

Bis heute hat sie ein Faible für Baustellen: Rebekka Ahlborn-Sennholz in der Baugrube für das Haus der Technik.

Bis heute hat sie ein Faible für Baustellen: Rebekka Ahlborn-Sennholz in der Baugrube für das Haus der Technik.
Foto: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn

Baustellen übten auf Rebekka Ahlborn-Sennholz schon immer eine ganz besondere Faszination aus: „Ich blieb als Kind an jedem Bauzaun stehen. Als ich größer war, stromerte ich mit meinen Freunden heimlich durch Rohbauten um zu sehen, was auf dem Bau passiert“, erinnert sich die Diplom-Ingenieurin. Die Faszination blieb bis heute. Mit einem Unterschied: Rebekka Ahlborn-Sennholz steht nun an ihren eigenen Baustellen. Schließlich arbeitet sie seit 2009 bei der Stadtentwässerung Elmshorn, wo sie eigene Bauprojekte plant und betreut. „Es ist schmutzig, es ist rau, es ist greifbar – und es gibt ein Ergebnis. Das liebe ich am Bau. Am Ende eines Projekts freut man sich, wenn es gut geplant und gut umgesetzt wurde – und wenn die Zusammenarbeit gut war.“

Heute ist sich die Ingenieurin sicher, alles richtig gemacht zu haben. Obwohl sie nach dem Abi noch nicht recht wusste, wo die Reise hingehen soll. „Ich hatte erst über Architektur nachgedacht“ – die schlechten Aussichten auf dem Arbeitsmarkt jedoch schreckten sie ab. Mit ihrer Stärke in naturwissenschaftlichen Fächern entschied sie sich für ein Bauingenieursstudium, obgleich „ich mir darunter wenig vorstellen konnte“. Ihr Praxissemester führte sie zur Stadtentwässerung Elmshorn, wo sie unter fachgerechter Anleitung den Neubau eines Regenwasser- und eines Schmutzwasserkanals zwischen der Blücherstraße und der Retinastraße planen durfte. „Das ist nichts Großes, aber für einen Neuling eine echte Herausforderung“, sagt Ahlborn-Sennholz. Eine Herausforderung, die sie gerne annahm, schließlich „nahmen sich die Kollegen die Zeit, mir alles genau zu erklären“. Daher ist sie auch vom Dualen Studiengang überzeugt, den die Stadt Elmshorn anbietet: Die Kombination von Theorie und Praxis helfen bei der eigenen Entwicklung.

Nur eines bereitete der Fachfrau anfangs Sorge: „Ich hatte leichte Bauschmerzen als Frau auf den Bau zu gehen und mich durchsetzen zu müssen“, gibt sie zu. Schließlich liege die Frauenquote dort gerade einmal bei 20 bis 25 Prozent. Heute ist das anders: „Ich gehe unglaublich gern auf Baustellen. Dort wird offen und direkt gesprochen, was Sache ist.“ Diese Kommunikation sei enorm wichtig, schließlich laufen auf Baustellen Theorie und Praxis zusammen – und die schönste Planung kann bei plötzlichen Überraschungen komplett auf den Kopf gestellt werden.

Ihr erstes eigenes Projekt schloss sie während des Praxissemesters zwar nicht komplett ab, wurde aber als studentische Hilfskraft bei der Stadtentwässerung eingestellt und konnte den Kanalbau so sogar bezahlt zu Ende bringen, bevor sie neue Aufgaben übernahm. Nach ihrer Diplomarbeit bewarb sich die Ingenieurin erfolgreich bei der Stadtentwässerung um eine Vollzeitstelle – aus Überzeugung: „Die Wirtschaft arbeitet sehr projektbezogen. Bei der Stadt sieht man das Gesamtkonzept – eine Maßnahme zieht andere nach sich. Man muss alle Konsequenzen im Kopf haben“, sagt Ahlborn-Sennholz. Damit verlange die Arbeit eine stetige Weiterentwicklung.

Positiv sei auch die Vielfalt: Die Stadtentwässerung beteiligt sich an Projekten wie „KLIMZUG Nord“ und „KAREL“, in denen zukunftsweisende Strategien für den Umgang mit dem Klimawandel erarbeitet werden. Deren Ergebnisse finden sich später in den Plänen der Stadtentwässerung wieder. „Wir wollen weiterhin innovative Ideen umsetzen, um den größtmöglichen Entwässerungskomfort für unsere Bürger zu gewährleisten“, so Ahlborn-Sennholz. „Man arbeitet für die Bürger. Was wir hier schaffen, kommt der Allgemeinheit zu Gute“, sagt die Ingenieurin. Auch für Mitarbeiter biete die Stadt Elmshorn viele positive Aspekte, „die Familienfreundlichkeit war mir von Anfang an wichtig“.

Und obwohl sie nun täglich mit Baustellen zu tun hat: Ihre Faszination für Baustellen hat sich Rebekka Ahlborn-Sennholz erhalten. „Auch im Urlaub bleibe ich noch immer an jeder Baugrube stehen, der ich begegne.“

Autor: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn

Michael Gerbert, Diplom-Ingenieur im Gebäudemanagement

Diplom-Ingenieur im Gebäudemanagement: Michael Gerbert

Diplom-Ingenieur im Gebäudemanagement: Michael Gerbert
Foto: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn

„Ich wollte sehen und anfassen können, was ich da so plane“, sagt Michael Gerbert, „deswegen bin ich Bauingenieur geworden“. Heute sind es die vielen unterschiedlichen Projekte, die immer neuen Herausforderungen und das schnelle Tagesgeschäft, das neben langfristigen Planungen bewältigt werden muss, die Gerbert begeistern. Seit 2012 ist er bei der Stadt Elmshorn tätig, ist als Sachgebietsleitung für den technischen Bereich im Gebäudemanagement zuständig. Ab 2018 werden er und sein Team einen Teil der Ausbildung im dualen Studium zum Bauingenieur übernehmen. „Einen besseren Beruf kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Gerbert.

Geplante Projekte selber sehen und anfassen, das können die Studenten bei der Stadt Elmshorn in einem so vielfältigen Aufgabenfeld, wie es sonst nur selten zu finden ist. „Als Stadt bilden wir mit dem Tief- und Hochbau, der Entwässerung und der Bauaufsicht alle Bereiche und Leistungsphasen der Honorarordnung der Architekten und Ingenieure ab“, erläutert Gerbert. Diese zu kennen, sei zur Orientierung im Beruf unabdingbar. Denn: „Allein in meinem Bereich gibt es eine große Fülle an verschiedensten Projekten. Vom Bauen im Bestand bis zum Neubau ist alles dabei. Wir kümmern uns um Verwaltungsgebäude, Schulen, kulturelle Einrichtungen, Feuerwachen, Alt- und Neubauten. Das ist eine seltene Mischung in diesem Beruf.“

Mit einem Etat von 2,3 Millionen Euro allein für die bauliche Unterhaltung in 2018 sowie sechs bis acht Millionen Euro für investive Maßnahmen können im Gebäudemanagement zudem auch große Projekte bewegt werden. Geld, das benötigt wird. Elmshorn baut. 36,5 Millionen Euro flossen jüngst in den Neubau der Erich Kästner Gemeinschaftsschule. Kaum abgeschlossen, werden nun gut fünf Millionen Euro in einen Erweiterungsbau der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule investiert, wird auf Grundlage eines europaweiten Wettbewerbs ein neues Rathaus geplant, soll die historische Markthalle saniert werden.

In diesen Projekten sollen, so Gerberts Wunsch, auch Studenten eigenverantwortlich, stets mit einem Ansprechpartner zur Seite, mitarbeiten. „Sie können etwas Sinnvolles zu unseren Projekten beitragen. Sie arbeiten nicht für die Ablage“, so Gerbert. Die Studenten hätten so die Chance, bereits in der Ausbildung die vielen Facetten des Berufes kennenzulernen und einen eigenen Schwerpunkt zu setzen. Sie sammeln wichtige Erfahrungswerte, die sonst häufig nur mit einem Wechsel des Arbeitgebers gewonnen werden könnten. Hier gibt es diese Erfahrungen unter einem Dach, sowohl in der Ausbildung, wie auch später im Berufsalltag bei der Stadt Elmshorn.

Vom dualen Studium bei der Stadt Elmshorn ist der Bauingenieur überzeugt: „Mir selbst war die Praxis in meinem Studium besonders wichtig. Mit der Hochschule 21 und den Praxisphasen in der technischen Verwaltung erwartet unsere Studenten genau die richtige Mischung. Sie können theoretisches Wissen schnell anwenden und vertiefen. Und: Sie können schon in der Ausbildung sehen und anfassen, was sie planen. Das ist perfekt“.

Autor: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn

 

Autor/Autorin: Herr M.Planer, Stadt Elmshorn

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Frau Andrews
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