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Elmshorn
Foto: Reimer Wulf 






07.06.2018 

Mit dem Freiwilligem Sozialen Jahr immer auf Kurs: Engagement, das allen hilft

Lesen, Malen, Spielen, Sprechen – und das 39 Stunden pro Woche. Ein Jahr lang begleitet die 19-jährige Imke Gittek die Schüler der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule. Sie ist eine von acht Teilnehmern, die derzeit spannende Erfahrungen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) bei der Stadt Elmshorn sammeln dürfen. Schon jetzt können sich interessierte junge Menschen für das FSJ 2018/2019 bewerben.
Imke Gittek engagiert sich an der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule. Das FSJ bestärkte sie in ihrem Berufswunsch.

Imke Gittek engagiert sich an der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule. Das FSJ bestärkte sie in ihrem Berufswunsch.
Foto: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn

„Ich bin froh, hier zu sein“, sagt Imke Gittek. An der AFGS erfuhr sie einen positiven Empfang im Kollegium, erlebt heute große Wertschätzung von Seiten der Schüler und ihrer Lehrkräfte. Sie fand sogar einen klaren Kurs für die eigene Ausbildung. „Nach dem Abi wusste ich nicht, wo es beruflich hingehen soll. Jetzt weiß ich sicher, dass ich Grundschullehramt studieren möchte“, sagt die FSJ’lerin. Dabei geholfen habe auch der Perspektivenwechsel: Statt als Schülerin am Unterricht teilzunehmen, ist sie nun auf Seite der Lehrkräfte, „jetzt verstehe ich manchmal auch, warum unsere Lehrer etwas gemacht haben“, sagt sie. Beim Einstieg geholfen hat auch die große Hilfsbereitschaft an der AFGS – und das von Anfang an: „Ich wurde an die Hand genommen und bin nicht ins ganz kalte Wasser geschubst worden.“

Als FSJ’lerin ist Imke Gittek eine wichtige Unterstützung im Unterricht. Während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres hilft sie vor allem in einer Klasse mit dem Schwerpunkt „Deutsch als Zweitsprache“. Zu ihren Schülern gehören Menschen, die aus verschiedensten Ländern stammen, auch geflüchtete Kinder sind unter ihnen. Die ersten Stunden? „Ich kannte die Kinder und ihre Situation ja nicht. Ich habe das aus dem Bauch heraus gemacht“, sagt die FSJ’lerin, und bewies dabei offenbar ein gutes Gespür für den richtigen Umgang, der für sie aus einer guten Mischung aus Respekt und Freundschaft besteht. Heute sagt sie: „Die Kinder geben einem unglaublich viel zurück, sie vertrauen mir und lernen auch mit meiner Hilfe Deutsch.“ Immer wieder gebe es kleine Erfolge zu feiern, wenn lesend, malend, spielend und sprechend etwas gelernt wurde. Dabei vergeht die Zeit rasant: „Jeden Tag passiert etwas Neues. Man kann Grundbausteine für den Unterricht planen. Wie die Kinder das aufnehmen werden kann man sich wünschen, aber nicht planen.“

Nach der Arbeit in der Schule hilft die FSJ’lerin im Kinder- und Jugendhaus Krückaupark aus, das derzeit ebenfalls in der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule untergebracht ist. Auch das ist Teil ihres Freiwilligen Sozialen Jahres. Alles in allem habe sie jedoch nicht zu viele Aufgaben. „Ich durfte mir meinen Plan selbst zusammenstellen“, erklärt sie. Ein netter Nebeneffekt: Imke Gittek erhält 417 Euro im Monat für ihr FSJ. Geld, das sie schon heute für ihr bevorstehendes Studium zurücklegt: Nur noch bis zum 31. August wird sie an der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule tätig sein. „Es ist eine wertvolle Erfahrung, die ich jedem empfehle“, zieht Imke Gittek ihr Fazit.

Die Stadt Elmshorn bietet jährlich acht Stellen für das Freiwillige Soziale Jahr an: Bei der Stadtjugendpflege, an Schulen sowie im Team Kinder- und Jugendarbeit ist es möglich. Bewerbungen werden schon jetzt bei Amt für Kinder, Jugend, Schule und Sport angenommen. Und das Bewerbungsgespräch? „War eher locker“, sagt Imke Gittek. Wer Erfolg hat, kann zum 1. September anfangen, eigene spannende Erfahrungen zu sammeln. Weitere Informationen erteilen Frau Crone unter Telefon 04121-231 443 oder Frau Rosemann unter Telefon 04121-231 300.

 

Autor/Autorin: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn