Hilfsnavigation

Elmshorn
Foto: Reimer Wulf 






07.03.2018 

Wortspiele zwischen Handy-Mandy und wohnlichen Krähennestern

Beim zweiten Elmshorner Schulslam lieferten sich talentierte Nachwuchs-Slammer einen Dichterwettstreit der Extraklasse: Die zehn Finalisten überzeugten mit ihren so witzigen wie ernsten Texten, die einen weiten thematischen Bogen schlugen. Mit dem Wettstreit will die Stadt Elmshorn Jugendlichen einen Zugang zur Slam-Szene ermöglichen.
Profi-Slammer Björn Högsdal gab in einem Workshop wertvolle Tipps.

Profi-Slammer Björn Högsdal gab in einem Workshop wertvolle Tipps.
Foto: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn

Dieser Wettstreit wird noch lange im Gedächtnis der Teilnehmer und ihrer Zuhörer bleiben: Mit einer äußerst knappen Entscheidung in der Stadtteilbücherei Hainholz blieb der zweite Elmshorner Schulslam spannend bis zum Ende. Die zehn Finalisten der schulinternen Vorrunden legten sich bei der Präsentation ihrer selbstgeschriebenen Texte mächtig ins Zeug. „Das Finale war auf einem sehr, sehr hohen Niveau“, sagt Organisator Peter Köhnke vom Amt für Kultur und Weiterbildung. Entsprechend knapp fiel das Resultat aus. Wie so oft bei Poetryslams fiel die Entscheidung auch in Elmshorn mit Hilfe des Publikums: Nicht Punkte, sondern die Applaus-Lautstärke war entscheidend für die Platzierungen der Sieger.

Am Ende setzte sich der 17-Jährige Lukas Klaus (kleines Foto) durch. Sein Text über seine Heimatstadt Elmshorn (zwischen wohnlichen Krähennestern und „nachts sind alle Erbsen grau“) brachte ihn ins Finale. Handy-Mandy, die sich in sozialen Netzwerken inszeniert, bescherte ihm den Sieg. Der Bismarckschüler konnte sich damit knapp vor Nadja Ullrich von der Elsa-Brändström-Schule behaupten, den dritten Platz machte Vanessa Müller von der Erich Kästner Gemeinschaftsschule. Erstmals erhielt der Erstplatzierte einen Wanderpokal, der in der Schule ausgestellt wird.

Lukas Klaus slammte sich mit wohnlichen Krähennestern und Handy-Mandy zum Sieger des Wettbewerbs.
Foto: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn 

Mit seinem Sieg bewies Lukas Klaus auch: Übung macht den Meister. Schon im vergangen Jahr hatte der Elmshorner am Schulslam teilgenommen, konnte sich damals trotz eines hochklassigen Beitrags nicht gegen seine Konkurrenten durchsetzen. Den Spaß am Slammen entdeckte er dennoch für sich. „Ich bin oft auf Slams“, erklärt er. Meistens reise er nach Hamburg, um seine satirischen und auch sozialkritischen Texte vorzutragen – die mit Titeln wie „Möhren-Ingwer-Suppe“ etwa Fragen zum hohen Fleischkonsum der Gesellschaft aufwerfen. „Ausschlaggebend dafür, dass ich slamme, war der Schulslam“, sagt er. Dabei habe er bei seiner ersten Runde eigentlich nur wegen eines Freundes teilgenommen.

Auch in diesem Jahr konnte der erfolgreiche Slammer Björn Högsdal für einen Workshop gewonnen werden. Damit hatten die zehn Finalisten die Chance, Bühnentechniken und Text-Tipps vom Profi zu erhalten. „Der Workshop ist eine super Möglichkeit, sich zu verbessern. Björn Högsdal gibt viel Wissen weiter“, sagt Sieger Lukas Klaus.

Die Finalisten beim Training mit Björn Högsdal.

Die Finalisten beim Training mit Björn Högsdal.
Foto: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn

Organisator Peter Köhnke freut sich über den Erfolg des Slams, der unter anderem auch auf die Initiative des Kulturausschuss-Mitglieds Malte Ibs zustande kam. „Wir bringen Jugendlichen ein tolles Hobby näher und eröffnen einen anderen Zugang zur Literatur“, sagt er. So beteiligte sich der Vorjahressieger Jonas Stiefel als Vorleser an „Elmshorn liest“, coachte in einem Workshop gemeinsam mit Vorjahresteilnehmer Daniel Romaker neue Wettbewerber. „Mit dem Schulslam wird das Netzwerk der Kulturschaffenden in Elmshorn mit jungen, engagierten Leuten ergänzt“, sagt Köhnke. Für ihn steht schon jetzt fest, dass der Wettkampf auch kommendes Jahr über die Bühne gehen soll. „Ich hoffe, noch weitere Schulen begeistern zu können“, sagt er. Sein Dank gilt den Unterstützern aller Schulen und insbesondere der KGSE und der Stadtteilbücherei, die Räume und Personal zur Verfügung stellte, für den guten Ton und das rechte Licht sorgte.

 

Autor/Autorin: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn