18.12.2017 

Schul-Slam: Wo junge Wortakrobaten große Kunst aus kleinen Worten schmieden

Wenn mit kleinen Texten große Emotionen über die Bühne gehen, wenn Wortakrobaten mit halsbrecherischen Sätzen hantieren – dann sind die Nachwuchs-Slammer des Elmshorner Schulslams am Werk. 2018 wird die zweite Auflage des stadtweiten Poetry-Slams an den Start gehen. Das Warm-Up für den Wettbewerb hat schon jetzt begonnen: Die Erich Kästner Gemeinschaftsschule hat den ersten Workshop ins Leben gerufen, in dem sich junge Texter erste Tipps abholen konnten.
Daniel Romaker
Daniel Romaker

Foto: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn

Für Daniel Romaker fing mit dem Elmshorner Schulslam alles an. Als der heute 18-Jährige sich im vergangenen Jahr an dem Wettbewerb beteiligte, verpasste er nur knapp den Einzug ins Finale. Dennoch hat ihn das Format begeistert. „Poetry Slam ist offen, jeder kann auf die Bühne und ein Stück von sich präsentieren“, sagt Romaker. Heute slamt er im norddeutschen Raum, war in Neumünster zu Gast, in Hamburg, Kiel. 2018 könnte ihn sogar seine erste Tour erwarten. Mit seinen Texten, in denen er Selbst- und Gesellschaftskritik in den Fokus rückt, ist er erfolgreich. „Ich verbinde Lyrik, Reim und Rhythmus“, erklärt Romaker seinen Stil. Weil er ohne den Schulslam wohl nie auf die Idee gekommen wäre, sich im Wettstreit der Wortakrobaten zu beteiligen, fühle er sich „verpflichtet, das weiterzutragen“, wolle er andere Schüler begeistern. Deswegen bot er an der Erich Kästner Gemeinschaftsschule (KGSE) nun einen ersten Workshop für neue Teilnehmer an.

„Ich möchte die Angst nehmen, die manche vor der Bühne haben“, sagt Romaker, er wolle Ratschläge zum Texten und zur Live-Performance geben, eine Textkritik anbieten. Auch der Vorjahressieger Jonas Stiefel gab Tipps zum Slammen. Auch er ist seit seiner Teilnahme am Schulslam in ganz Norddeutschland aktiv, konnte zudem auch als Vorleser für Elmshorn liest gewonnen werden. Dass Romaker, der in diesem Jahr erneut beim Schulslam antritt, mit seinem Workshop auch potentielle Kontrahenten coacht, sei kein Problem, betont er: Der Poetry Slam ist ein freundschaftlicher Wettkampf.

Am Elmshorner Schulslam beteiligen sich, wie auch im Vorjahr, die KGSE, die Bismarckschule, die Elsa-Brändström-Schule und die Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule. „Im Vorentscheid ermitteln die Schulen jeweils drei Finalisten, die dann mit ihren Texten gegeneinander antreten“, erläutert Peter Köhnke vom Amt für Kultur und Weiterbildung, das die Organisation und Finanzierung übernommen hat. Das Finale findet dann am 2. März in der Stadtteilbücherei Hainholz statt. „Mit dem Schulslam rücken wir ein Stück Jugendkultur in den Fokus“, sagt Köhnke. Dass der Wettbewerb nachhaltig begeistert, das stellen Jonas Stiefel und Daniel Romaker mit ihren vielen Auftritten eindrucksvoll unter Beweis. Auch in diesem Jahr unterstüzt der Slammer Björn Högsdal den Elmshorner Slam.

 

Autor/Autorin: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn