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Elmshorn
Foto: Reimer Wulf 






19.06.2018 

Parkraumkonzept

Die Parkraumsituation in der Elmshorner Innenstadt ist nicht ideal. Das ist Kommunalpolitikern und Verwaltungsmitarbeitern bewusst. Daher soll das Parken in der Elmshorner Innenstadt grundlegend neu geregelt und verbessert werden. 2018 wird gemeinsam mit Gewerbetreibenden, Anwohnern, Pendlern und anderen Nutzern ein für die gesamte Innenstadt geltendes Parkraumkonzept entwickelt und auf den Weg gebracht.

Auf dieser Seite wird die Stadt Elmshorn fortlaufend über den Stand der Entwicklung des Parkraumkonzepts informieren.

Warum braucht Elmshorn ein Parkraumkonzept?

In der Elmshorner Innenstadt treffen verschiedene Nutzergruppen aufeinander: Elmshorner und Bewohner des Umlands nutzen die Innenstadt zum Einkaufen während der Bahnhof von einer stetig wachsenden Zahl an Pendlern angefahren wird - damit steigt die Konkurrenz um zentral gelegene Parkplätze. Darüber hinaus wird es in den kommenden Jahren durch die Belebung des Sanierungsgebiets Krückau-Vormstegen zu erhöhtem Bedarf an Parkplätzen kommen.

Warum braucht Elmshorn ein Parkraumkonzept?

Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden hat die Stadtverwaltung Elmshorn in einem ersten Schritt im Herbst 2016 eine umfassende Erhebung und Analyse der aktuellen Parkraumsituation durchführen lassen. Die wesentlichen Ergebnisse sind:

  • Die Parkraumnachfrage im Innenstadtbereich ist durch das Aufeinandertreffen von Besuchern und Beschäftigten der Innenstadt, Anwohnern und anliegenden Gewerbebetrieben sowie Bahnpendlern mit ihren jeweils unterschiedlichen Anforderungen an das Parkraumangebot geprägt.
  • Für Kunden und Besucher der Innenstadt stehen zu allen Tageszeiten mehr als 500 freie Stellplätze zur Verfügung, die selbst in Spitzenstunden nur zu maximal 50 Prozent ausgelastet sind.
  • Die Kapazitäten für Langzeit- und Dauerparker sind weitestgehend voll ausgelastet und teilweise überlastet. Nennenswerte freie Kapazitäten finden sich im Parkhaus Wedenkamp sowie auf dem kostenpflichtigen Parkplatz Kleiststraße.
  • Ein nicht unerheblicher Teil der Langzeitparkplätze wird auch von Besuchern der Innenstadt genutzt, die Parkgebühren im zentralen Innenstadtbereich vermeiden wollen.
  • Der vorwiegend durch Wohnnutzungen geprägte Bereich nördlich der Schulstraße weist im Tagesverlauf hohe Auslastungen der Parkraumkapazitäten auf, gleichzeitig ist aber eine ausreichende Fluktuation sowie nur ein begrenzter Anteil an Langzeitparkern gegeben.
  • Es gibt in verschiedenen Bereichen unterschiedliche Parkregelungen bei z.T. unmittelbar benachbarten Parkplätzen, was zu einer mangelhaften Transparenz insbesondere für ortsunkundige Besucher der Innenstadt führt.

Was umfasst das Parkraumkonzept?

Mit dem Parkraumkonzept werden für die Elmshorner Innenstadt die folgenden Punkte festgelegt:

  • An welchen Standorten sollen zukünftig wie viele Parkplätze zur Verfügung stehen? Das heißt: Wo sollen neue Parkplätze entstehen, wo fallen Parkplätze, insbesondere aufgrund städtebaulicher Entwicklungen, weg?
  • Wie sollen die dann vorhandenen Parkplätze organisiert werden? D.h. Das heißt: Die maximale Parkdauer, die Frage nach etwaigen Kosten, der ausschließlichen Nutzbarkeit durch bestimmte Nutzergruppen (Anwohner, Schwerbehinderte, Lieferwagen) oder Fahrzeugtypen (etwa Elektrofahrzeuge) sowie tageszeitabhängige Beschränkungen werden geregelt.

Was bedeutet Parkraumbewirtschaftung?

Mit der Parkraumbewirtschaftung kann die Nutzung von Parkplätzen mit verschiedenen Maßnahmen geregelt werden: Möglich ist die Erhebung von Parkgebühren, aber auch die Ausweisung von Zonen zum Bewohnerparken, eine zeitliche Begrenzung oder eine Einschränkung der Nutzergruppen. Zur Parkraumbewirtschaftung gehört auch die Überwachung der getroffenen Regelungen.

Für welchen Bereich von Elmshorn wird das Parkraumkonzept entwickelt?

Das Parkraumkonzept soll alle die Bereiche der Elmshorner Innenstadt umfassen, die bereits heute eine hohe Nachfrage nach Parkplätzen und eine Überlagerung der Anforderungen unterschiedlicher Nutzergruppen aufweisen und für die für die dies in der Zukunft zu erwarten ist. Neben dem zentralen Innenstadtbereich um die Fußgängerzone sind dies vor allem das Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen, die Bereiche westlich und östlich des Bahnhofs sowie das Gebiet zwischen Schulstraße und Gärtnerstraße.

Karte mit dem Untersuchungsgebiet (Parkraumkonzept)

Im Rahmen der Erarbeitung des Konzepts wird geprüft, ob auch darüber hinausgehende Bereiche einbezogen werden müssen, die in Folge der veränderten Parkregelungen durch zusätzlichen Parkverkehr belastet werden würden.

Für welche Parkplätze wird das Konzept gelten?

Die im Parkraumkonzept getroffenen Regelungen gelten ausschließlich für die öffentlichen Parkplätze im Stadtgebiet. Hierzu gehören Parkplätze wie der Buttermarkt, aber auch alle Parkplätze, die sich in Parkbuchten am Fahrbahnrand befinden - und auch das Parken auf der Straße wird über das Konzept geregelt. Nicht enthalten sind die Parkhäuser und Stellplätze privater Anbieter wie beispielsweise das Parkhaus am Wedenkamp/Flamweg. Auf die dort getroffenen Regelungen kann die Stadt Elmshorn keinen Einfluss nehmen, allerdings werden Gespräche mit den Betreibern geführt, um ein möglichst einheitliches Konzept realisieren zu können.

Welche Angebote sind für Anwohner möglich?

Welche Angebote sind für Anwohner möglich?

Für Anwohner kann durch die Einrichtung von Bewohnerparkzonen die Parkraumsituation im unmittelbaren Wohnumfeld verbessert werden. Mit einem Berechtigungsausweis können die Anwohner die im öffentlichen Straßenraum gelegenen Parkplätze eines bestimmten Bereichs nutzen. Für andere Nutzer bleiben diese Parkplätze ebenfalls zugänglich, unterliegen jedoch einer Bewirtschaftung (z.B. Zeitbeschränkung oder Gebühr). Ziel ist es in den Wohnstraßen primär Anwohnern und Anliegern ein Parkplatzangebot zu schaffen, während für andere Nutzergruppen an anderer Stelle Alternativangebote geschaffen werden sollen. Durch entfallenden Parksuchverkehr und den geringeren Parkdruck erhöhen sich Lebens- und Aufenthaltsqualität in den Wohnquartieren.

Welche Angebote sind für Besucher der Innenstadt angedacht?

Welche Angebote sind für Besucher der Innenstadt angedacht?

Besucher der Innenstadt sollen schnell und möglichst nah an ihrem Ziel einen Parkplatz finden. Durch die Vereinheitlichung von Parkdauer und Gebühren in Abhängigkeit von der Lage wird das Parkraumangebot transparent. Parksuch- und Ausweichverkehre entfallen. Durch eine Staffelung des Gebührenniveaus und einer Trennung der Nutzergruppen können unterschiedliche Interessen z.B. komfortables Parken mit kurzen Wegen, kostenloses Parken und Dauerparken befriedigt werden.

Welche Angebote sind für Pendler angedacht?

Aufgrund der hohen Auslastung des P&R-Parkdecks am Steindammpark sind Pendler gezwungen, auf anliegende Quartiere und Parkplätze auszuweichen. Dies führt zur Belegung von Parkplätzen der Anwohner und Innenstadtbesucher. Die Attraktivität der Bahnanbindung Elmshorns wird auch in Zukunft für steigende Nutzerzahlen sorgen.

Das Parkraumkonzept beinhaltet daher eine intensive Abwägung von Maßnahmen zur Bündelung der Pendlerverkehre an bestimmten Standorten im Bahnhofsumfeld, die jedoch auch hinsichtlich der Machbarkeit, Finanzierbarkeit und der verkehrlichen Folgen beleuchtet werden müssen. Die Überlegungen umfassen auch die Einführung eines kostenpflichtigen Parkangebots, welches sich durch qualitativ höherwertiges Parken auszeichnen soll. Durch die Beteiligung der Pendler an der Erarbeitung des Parkraumkonzeptes soll die Akzeptanz zu bestimmten Maßnahmenansätzen abgefragt, aber auch mögliche Maßnahmen ermittelt werden, die zu einer Vermeidung von Parkbedarfen führen, z.B. eine Stärkung des ÖPNV in bestimmte Umlandgemeinden.

Durch wen wird das Parkraumkonzept erarbeitet?

Das Parkraumkonzept wird durch die Stadtverwaltung Elmshorn erarbeitet. Federführend ist dabei das Flächenmanagement. Das Thema des künftigen Stell- und Parkplatzkonzeptes im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen (südliche Innenstadterweiterung) wird hauptverantwortlich vom Amt für Stadtentwicklung bearbeitet und ist eine in sich eigenständige Aufgabe, die in das übergreifende innerstädtische Parkraumkonzept eingebunden wird. Die übrigen Ämter der Stadtverwaltung sind in einer Verwaltungsarbeitsgruppe in die Erstellung eingebunden. Weiterhin wird die Stadtverwaltung fachlich durch das Planungsbüro Gertz Gutsche Rümenapp GbR aus Hamburg bei der Entwicklung des Konzepts unterstützt.

Wie werden die verschiedenen Nutzer der Innenstadt in die Entwicklung des Parkraumkonzepts einbezogen?

Das Parkraumkonzept beinhaltet eine intensive Beteiligung der Nutzergruppen. Zunächst wurden die besonders betroffenen Gruppen der Einzelhändler und Gewerbetreibenden sowie der Anwohner zu individuellen Veranstaltungen eingeladen, um Interessen, Wünsche und Ideen gemeinsam zu diskutieren und für die weitere Bearbeitung zu berücksichtigen.

In einer zweiten Stufe werden nun Pendler und Innenstadtbesucher informiert und beteiligt. Für die Innenstadtbesucher ist ein zweigleisiges Verfahren mit Informationsstand in der Innenstadt und einer Online-Beteiligung vorgesehen.

Die Pendler sollen über eine Verteilaktion am Bahnhof über das Projekt informiert und auf die Beteiligungsmöglichkeiten hingewiesen werden. In einer Online-Beteiligung sollen die vorgeschlagenen Maßnahmen bewertet und ergänzt werden können.

Mit den Ergebnissen dieser Phase der Beteiligung wird das Konzept weiter ausgearbeitet und schließlich in einer abschließenden öffentlichen Veranstaltung noch einmal von allen Nutzergruppen reflektiert und diskutiert werden können.

Wer entscheidet am Ende über das Parkraumkonzept?

Die letzte Entscheidung über die Inhalte und die Umsetzung des Parkraumkonzepts liegt bei den gewählten Stadtverordneten im Stadtverordneten-Kollegium und seinen Ausschüssen. Die Stadtverwaltung Elmshorn und das begleitende Büro Gertz Gutsche Rümenapp erarbeiten den Vorschlag, über den die Politik zu entscheiden hat.

Wann tritt das Parkraumkonzept in Kraft?

Bis Ende des Jahres 2018 soll das Konzept entwickelt sein, das in der Folge von den politischen Ausschüssen beraten und entschieden wird. Dabei können noch Anpassungen und Änderungen erfolgen. Die Umsetzung ist in mehreren Schritten geplant, die Realisierung soll im Jahr 2019 beginnen.