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Elmshorn
Foto: Reimer Wulf 



26.10.2018 

Schwammbefall: Weißes Haus erhält Sanierungskonzept

Das Weiße Haus an der Schulstraße ist vom Echten Hausschwamm befallen: Die Räume auf der Westseite des historischen Gebäudes mussten aufgrund des Befalls bereits provisorisch abgestützt werden. Während einige Arbeiten fortgesetzt werden können, müssen andere Aufträge zurückgestellt werden. Zunächst muss ein Sanierungskonzept erarbeitet werden. Die Stiftung zur Erhaltung von Kulturdenkmalen in Elmshorn stellt die Finanzierung vor eine Herausforderung.
Das Obergeschoss des Weißen Hauses auf der Westseite: Der Dachstuhl wurde komplett neu gebaut.

Das Obergeschoss des Weißen Hauses auf der Westseite: Der Dachstuhl wurde komplett neu gebaut.
Foto: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn

Gemeinsam suchen die Stadt Elmshorn und die Stiftung zur Erhaltung von Kulturdenkmalen in Elmshorn nach einer Lösung für die Sanierung des Weißen Hauses. Eine Herausforderung, denn „die liquiden Mittel der Stiftung sind so gut wie aufgebraucht“, berichtet Bürgermeister Volker Hatje, der zugleich Stiftungsvorstand ist. Die Situation ist komplex, da sich das Gebäude im Eigentum der Stiftung befindet und von der Stadt lediglich angemietet wird. Eine mögliche Lösungsvariante: Die Stadt Elmshorn bezuschusst die Stiftung zur Erhaltung von Kulturdenkmalen in Elmshorn und ermöglicht auf diesem Wege die Sanierung. „Wir haben eine sehr gute Finanzlage. Das ist unser Glück im Unglück", sagt Volker Hatje. Die Baukosten sind von ursprünglich 836.000 Euro um weitere 675.000 Euro gestiegen. Die vorgeschlagene Lösung muss zunächst jedoch von der Politik beschlossen werden.

Das Ausmaß des Befalls zeigt sich vor Ort: Der Dachstuhl auf der Westseite des Hauses war derart befallen, dass er komplett zurückgebaut und durch eine neue Konstruktion ersetzt werden musste. Außerdem sind Büroräume und eine WC-Anlage betroffen. Befallen ist auch der Magistratssaal und die dahinterliegenden Büros des Standesamtes sowie das Treppenhaus mit dem historischen bleiverglasten Fenster. Um die Standsicherheit der Decken zu gewährleisten, wurden sie in diesen Räumen abgestützt.

Aktuell erarbeitet der mit der Sanierung beauftragte Architekt das Konzept zur Bekämpfung des Hausschwammes. „Die notwendigen Maßnahmen werden in keiner Weise vom Bauetat der Stiftung gedeckt“, sagt Rita Schliemann, Leiterin des Amtes für Kultur und Weiterbildung, das die Stiftung betreut. Bis zum Dezember können die Arbeiten weitergeführt werden, kann das Glasdach eingesetzt, die Fenstersanierung und die Sanierung der Westseite, auf der sich das Trauzimmer befindet, fortgesetzt werden. Danach muss die Schwammsanierung erfolgen.

Aufgrund des Umfangs der Arbeiten, wird die Villa bis voraussichtlich Mitte 2019 eine Baustelle bleiben. Ausgenommen ist hiervon nur das Stadtarchiv, das weiterhin im Keller zugänglich ist. Während der Pilz keine Gesundheitsgefahr darstellt, muss eine weitere Verbreitung unterbunden werden. Daher werden die Arbeitsbereiche mit Staubwänden und Schutzbelägen abgetrennt. Befallene Bauteile müssen durch Ausbau aller Beläge und Bekleidungen inklusive Einbauschränken, Heizungs- und Sanitärinstallationen, Stuck etc. freigelegt werden; alle Holzbauteile des Dachstuhls, des Nebendachs und der Holzbalkendecke vollständig entfernt und ersetzt werden; der Schwamm muss im Mauerwerk innen und außen bis 1,50 Meter über Geschossdecke bekämpft werden. Dies bedeutet auch den Ausbau des Putzes, das Reinigen und Abflammen des Mauerwerks, Bohrlochinjektionen mit Bohrsalzlösung, Ausschäumen der Luftschicht, den Ersatz der Innenschale und das Wiederherstellen von Mauerwerk und Putz, aller Beläge, Bekleidungen und Oberflächen.

Die zusätzlichen Arbeiten sollen jedoch auch eine weitere, signifikante Verbesserung mit sich bringen: „Wir wollen den Lift zur barrierefreien Erschließung des Erdgeschosses realisieren", sagt Hatje. In der Vergangenheit habe es immer wieder Beschwerden gegeben, und „denen wollen wir natürlich nachgehen und das Haus für alle Menschen auch bei Veranstaltungen oder Eheschließungen öffnen". Über die barrierefreie Erschließung muss der Stiftungsrat aber noch am 06.12.2018 beschließen.

Deutlicher Fortschritt: Die Arbeiten am Dach sind bereits weit fortgeschritten.

Deutlicher Fortschritt: Die Arbeiten am Dach sind bereits weit fortgeschritten.
Foto: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn

 

Autor/Autorin: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn