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Elmshorn
Foto: Reimer Wulf 






16.01.2020 

Mobile Spielplatzbetreuung geht auf Grundschul-Wintertournee

Im Sommer sind Ute Feddersen und Matthias Sellhorn als Mobile Spielplatzbetreuer mit ihrem großen Bus in ganz Elmshorn bekannt und beliebt. Aber was machen die beiden eigentlich im Winter? Sie gehen auf Tournee: Alle zwei Wochen ziehen sie an eine andere Elmshorner Grundschule und bieten den Kindern des Wohngebiets Raum zur kreativen Entfaltung. In der Hafenschule kommen das Spielen und Basteln am Nachmittag super an.
Malen, Basteln, Spielen - bei der Mobilen Spielplatzbetreuung dürfen sich die Kinder voll ausleben.

Malen, Basteln, Spielen - bei der Mobilen Spielplatzbetreuung dürfen sich die Kinder voll ausleben.
Foto: Herr Hinz, Stadt Elmshorn

„Die Sonne“, ruft Lucy und heimst beide Dobble-Karten ein. Die Achtjährige spielt gegen Lina aus der 1b und muss zum Gewinnen möglichst schnell zwei gleichartige Symbole auf den runden Spielkarten entdecken. „Dobble mag ich am liebsten“, erklärt Lucy, die aber generell gerne zum Spielen und Basteln zu Ute Feddersen und Matthias Sellhorn in die offene Nachmittagsbetreuung kommt. „Die machen immer so tolle Sachen, das bringt Spaß“, sagt Lucy.

Auch Lucy und Lina haben fleißig gebastelt.

Auch Lucy und Lina haben fleißig gebastelt.
Foto: Herr Hinz, Stadt Elmshorn

Zwischen April und Oktober sind die beiden Pädagogen der Stadt mit einem großen Bus als Mobile Spielplatzbetreuung (MobS) unterwegs. Jetzt im Winter haben sie ihre Tätigkeit nach drinnen verlegt, wobei sie von Samir Ighalan begleitet werden. Er absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Stadt. Im Zwei-Wochen-Rhythmus wechseln die drei von Grundschule zu Grundschule und bieten den Kindern der Umgebung nachmittags die Gelegenheit zum ungezwungenen und kostenlosen Spielen und Basteln.

Mit einer Partie Stratego befördert Matthias Sellhorn zugleich das Denkvermögen und die sozialen Kompetenzen der Kinder.

Mit einer Partie Stratego befördert Matthias Sellhorn zugleich das Denkvermögen und die sozialen Kompetenzen der Kinder.
Foto: Herr Hinz, Stadt Elmshorn

So auch an der Hafenschule, wo die Kinder und ihre Eltern das Angebot sehr zu schätzen wissen. „Wir sind jeden Tag hier“, sagt zum Beispiel Malte, der neben Lina auf einem Tisch sitzt und das Spiel S.O.S. Affenalarm in der Minions-Variante zusammenräumt. „Ute und Matthias habe ich schon im Sommer mit ihrem Bus kennengelernt“, ergänzt der Siebenjährige. Sein großer Bruder sei gerade in die fünfte Klasse gewechselt, erzählt seine Mutter beim Abholen. „Er war schon ganz traurig, dass sie da nicht hinkommen.“ Vor allem die Roller und Kettcars würden bei ihren Jungs im Sommer hoch im Kurs stehen. Dann liegt der Fokus bei der Mobilen Spielplatzbetreuung auf Bewegung.

Das Spieleangebot ist breit gefächert und beinhaltet auch Flip-Kick.

Das Spieleangebot ist breit gefächert und beinhaltet auch Flip-Kick.
Foto: Herr Hinz, Stadt Elmshorn

Im Winter sind dagegen Gesellschaftsspiele und Kreativangebote gefragt. Matthias Sellhorn liefert sich ein packendes Stratego-Match mit einem der Jungs, während Ute Feddersen alle Hände voll mit der Betreuung des Basteltisches zu tun hat. Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, hat einen tieferen Sinn. „Beim Spielen entwickeln die Kinder sehr viele geistige und kognitive Kompetenzen“, sagt Ute Feddersen. Sie müssen strategisch denken, die Folgen ihres Handelns abschätzen und mit anderen interagieren. Das fördert unter anderem ihr Sprachvermögen und ihre Motorik. Und ganz nebenbei knüpfen die Kinder auch noch Kontakte zu Gleichaltrigen aus ihrem Wohnumfeld.

Ute Feddersen ist bei der Arbeit immer von vielen Kindern umringt.

Ute Feddersen ist bei der Arbeit immer von vielen Kindern umringt.
Foto: Herr Hinz, Stadt Elmshorn

„Spielen ist eine hohe Form von Bildung“, betont Ute Feddersen, die mittlerweile mehrere Generationen Elmshorner Kinder betreut hat. „Wir vermitteln hier ganz viel über Brettspiele.“ Für den Basteltisch denken sich die beiden Erzieher jeden Tag etwas anderes aus. Auch deswegen kommen die Kinder so gerne zu ihnen. Zwischen 40 und 60 sind es in der Regel pro Tag. „Sie können kommen und gehen wann sie möchten. Hier sind sie frei, hier gibt es keine Noten“, erklärt Ute Feddersen. Dieser Freiraum sei enorm wichtig für die Entwicklung.

Der Basteltisch ist immer besetzt.

Der Basteltisch ist immer besetzt.
Foto: Herr Hinz, Stadt Elmshorn

Die beiden professionellen Erzieher sind Teil des Teams Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Elmshorn. Sie sollen auch dazu beitragen, die Grundschulen ein bisschen zu entlasten, erklärt Elmshorns Erster Stadtrat Dirk Moritz. „Es handelt sich um ein kostenfreies und freiwilliges Service-Angebot der Stadt für die Schulen“, sagt er. „Wir wollen den Kindern nicht nur im Unterricht bestmögliche Bedingungen zur Entfaltung bieten.“ Daher unterhalte die Stadt neben der Mobilen Spielplatzbetreuung noch zahlreiche weitere Angebote für den Nachwuchs, zum Beispiel das Kinder- und Jugendhaus Krückaupark oder die Freizeitkiste an der Friedrich-Ebert-Schule. „Im April wollen wir zudem den neuen Jugendcontainer im Steindammpark eröffnen“, blickt Moritz voraus.

 

Autor/Autorin: Herr Hinz, Stadt Elmshorn