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Coronavirus in Elmshorn: Fünf Fragen an Bürgermeister Volker Hatje

"Ich muss gerade lernen, mit mehr Ruhe klarzukommen", sagt Volker Hatje. Im Kurz-Interview steht der Bürgermeister den Elmshornerinnen und Elmshornern Rede und Antwort: Wie begegnet er selbst dem Coronavirus? Ist die Verwaltung weiter für die Bürgerinnen und Bürger erreichbar? Gibt es auch positive Aspekte? Und wann kann Elmshorn wieder in den "supernormal"-Zustand wechseln?

Herr Bürgermeister, wie gehen Sie persönlich mit der Bedrohung durch das Coronavirus um und was raten Sie den Elmshornerinnen und Elmshornern?

Volker Hatje: Ich muss gerade lernen, mit mehr Ruhe klarzukommen. Mein Terminkalender ist leergefegt. So geht es derzeit wohl vielen, die ihre Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen müssen. Als Bürgermeister gibt es aber dennoch immer genug für mich zu tun, auch wenn ich viel von Zuhause aus arbeiten muss. Aktuell erfordert natürlich die durch das Coronavirus verursachte Ausnahmesituation meine volle Aufmerksamkeit.

Als ganz normaler Bürger achte ich in diesen Zeiten verstärkt auf Hygiene und wasche mir wie empfohlen häufig und gründlich die Hände. Und ich halte Abstand zu meinen Mitmenschen, auch wenn mir das schwer fällt. Aber anders geht es gerade leider nicht. Wir leben schließlich nicht jeder für sich isoliert, sondern haben auch eine Verantwortung gegenüber unseren Familienmitgliedern, Nachbarn, Freunden und allen anderen Mitmenschen.

Welche Rolle übernimmt die Stadt Elmshorn in der aktuellen Lage?

Die Stadt steht im engen Austausch mit dem Kreis und dem Land. Wir setzen die Vorgaben um, die von dort zum Schutz der Bevölkerung kommen. Dazu kontrollieren wir beispielsweise, ob sich die Geschäfte an die vorgeschriebene Schließung halten. Dabei setzen wir in erster Linie auf den Dialog und die Vernunft unserer Unternehmerinnen und Unternehmer.

Wir wissen um die schwierige Situation der Geschäfte, Firmen und Selbstständigen. Für sie haben unsere Wirtschaftsförderer eine Übersicht über die bislang bekannten Hilfsmaßnahmen der Regierung zusammengetragen. Sie ist auf unserer Internetseite www.elmshorn.de zu finden.

Als Stadt unterstützen wir auch die Schulen und Kitas in ihren Bemühungen, die Notbetreuung für Kinder von Eltern sicherzustellen, die in für uns alle wichtigen Berufen tätig sind. Beispielsweise von Eltern, die im Elmshorner Regio Klinikum die Patienten betreuen. Dort wird großartige Arbeit geleistet – wie an so vielen Stellen in unserer Stadt. An dieser Stelle ein großes Dankeschön dafür! Das geht auch an die Supermarktkassen, in die Apotheken oder an die Postbotinnen und -boten.

Können die Bürgerinnen und Bürger sich weiter mit ihren Anliegen an das Rathaus wenden?

Ja, als Stadtverwaltung sind wir selbstverständlich für unsere Bürgerinnen und Bürger da. Dafür gehen wir auch für uns ungewohnte Wege. Wo immer es möglich ist, haben wir unsere Kolleginnen und Kollegen ins Home Office geschickt. Ihre Diensttelefone werden umgeleitet und auch der Zugriff auf die E-Mails funktioniert.

Ganz ohne Einschränkungen geht es in diesen Zeiten aber natürlich nicht. So mussten wir die schmerzhafte Entscheidung treffen, das Rathaus und unsere Außenstellen entgegen unserem Selbstverständnis für den allgemeinen Publikumsverkehr zu schließen. Nutzen Sie daher bitte Telefon und E-Mail, um uns zu erreichen. Auf www.elmshorn.de haben wir die Kontaktmöglichkeiten bereitgestellt.

Können Sie der Entwicklung bei aller Dramatik auch positive Aspekte abgewinnen?

Zunächst mal sind der Zusammenhalt und die Solidarität in unserer Stadt wirklich herausragend. Wir müssen jetzt alle aufeinander Rücksicht nehmen. Für uns Elmshornerinnen und Elmshorner ist das zwar immer supernormal, in diesen Zeiten aber ganz besonders. Das erfüllt mich mit Stolz.

Außerdem versuchen wir, auch als Stadtverwaltung möglichst viel aus der aktuellen Situation zu lernen und mitzunehmen. Unser Pilotprojekt zum Home Office beispielsweise hat jetzt einen unerwarteten Schub bekommen. Vielleicht können wir davon in Zukunft profitieren und noch attraktiver für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden.

Ist schon absehbar, wann in ganz Elmshorn wieder alles „supernormal“ läuft?

Das ist sehr schwierig zu beantworten und hängt auch ein bisschen davon ab, wie gut wir uns alle an die Empfehlungen der Experten und Expertinnen vom Robert-Koch-Institut halten. Je besser wir diese befolgen und Abstand zu unseren Mitmenschen halten, desto schneller kommen wir aus dieser außergewöhnlichen Situation wieder heraus. Aber wir brauchen uns nichts vorzumachen – das Coronavirus wird uns noch Wochen und Monate beschäftigen. Und die Spätfolgen sind jetzt noch überhaupt nicht absehbar. Nicht zuletzt, was die Wirtschaft betrifft.

Linktipp: Audio-Interview mit dem Bürgermeister

Moin Elmshorn hat Bürgermeister Volker Hatje ebenfalls zur Coronavirus-Lage befragt. Das Interview zum Nachhören finden Sie unter https://moin-elmshorn.de/.

Autor: Herr Hinz, Stadt Elmshorn 
Autor*in: Herr Hinz, Stadt Elmshorn