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Elmshorn
Foto: Reimer Wulf 






26.02.2020 

Elmshorns Schul-Slammer*innen fiebern Finale entgegen

Bei einem Workshop mit Poetry-Slam-Ikone Björn Högsdal bekommen die zwölf besten Nachwuchstalente der Elmshorner Schulen Tipps vom Profi: Wo finden sie Ideen für ihre Texte? Worauf kommt es dabei an? Wie können sie sich auf der Bühne perfekt präsentieren? Beim Finale am Freitag, 28. Februar, wollen sie dieses Wissen nutzen und vor 150 Zuschauern zeigen, was sie drauf haben. Vom Meister gibt es schon vorab dickes Lob.
Elf der zwölf Finalist*innen nahmen am Dienstag die Chance wahr, bei einem Workshop den letzten Feinschliff von Poetry-Slam-Ikone Björn Högsdal (hinten rechts) verpasst zu bekommen. Freitag wird es dann für Dilara, Franca, Greta, Mika, Kilian, Moritz, Svea, Luca, Benjamin, Bent und Chiara ernst.

Die Finalist*innen im Workshop
Foto: Herr Hinz, Stadt Elmshorn

„Meine Klassenlehrerin hat mich beim Texte schreiben im Unterricht erwischt – und mich dann zur Strafe dazu verdonnert, den Text beim Poetry Slam unserer Schule vorzutragen“, sagt Svea. „Inzwischen bin ich ihr für immer dankbar“, so die Finalteilnehmerin des 4. Elmshorner SchulSlams mit der frechen Schnauze.

Am Freitagabend um 19 Uhr wird sie zusammen mit elf weiteren Finalist*innen vor 150 Zuschauern auf der Bühne in der Stadtteilbibliothek Hainholz stehen. Welchen Text sie vortragen wird, ist noch nicht raus. Es könnte der über ihre nervige Mitbewohnerin werden, den sie am Dienstag im Workshop mit Slam-Koryphäe Björn Högsdal aus Kiel verfasst hat.

"Das Niveau ist wirklich sehr hoch"

Der Meister der Szene ist schon vor dem Finale begeistert von den Elmshorner Talenten. „Das Niveau ist wirklich sehr hoch“, sagt Högsdal. „Aber das erwarte ich beim Elmshorner SchulSlam immer – denn die zwölf sind hier, weil ein Publikum sie schon einmal gemocht und weitergewählt hat.“ Vor dem Finalauftritt mussten die Schüler*innen den jeweiligen Vorentscheid an der Elsa-Brändström-Schule, Boje-C.-Steffen Gemeinschaftsschule, Erich Kästner Gemeinschaftsschule und Bismarckschule gewinnen.

Björn Högsdal verpasst ihnen nun noch den letzten Feinschliff. Er gibt Tipps für Themen, persönliche Noten oder auch für den richtigen Umgang mit dem Mikrofon. „Es gibt in der Kunst kein Richtig und kein Falsch“, stellt er klar. Und beim Poetry Slam gehe es auch nicht darum, einen Wettbewerb zu gewinnen. „Aber es ist auch nicht verboten und ein verdammt gutes Gefühl, das süchtig macht! Wenn ich zwei Wochen nicht auf der Bühne stehe, dann fehlt mir was.“

Generation U20 will mitmischen

Er selbst habe vor 15, 16 Jahren als Student mit dem Schreiben und seinen Auftritten angefangen. Die Elmshorner Schüler*innen wagen diesen Schritt sogar noch früher. „Ich finde es sehr cool, dass die Generation U20 so in die Szene einbezogen wird, sie hat so viele Ideen und so viel zu sagen“, erklärt Vorjahressiegerin Dilara Yurt.

Sie stand damals zum ersten Mal überhaupt auf der Bühne. Es folgten unter anderem Auftritte bei der Landes- und sogar bei der Deutschen Meisterschaft. Und auch am Freitag tritt sie wieder an – obwohl „ich mir jedes Mal denke, warum ich mir das jetzt antue“, so Dilara. Hinterher freue sie sich aber stets, den Mut aufgebracht zu haben. Denn „es ist einfach schön, auf der Bühne zu sein“.

Slam ist restlos ausverkauft

Organisiert wird der SchulSlam vom Amt für Kultur und Weiterbildung. Dessen Vertreter Peter Köhnke ist stolz auf die Erfolgsgeschichte. Er betont: „In all den Jahren war nicht ein enttäuschender Text dabei.“ Da sei es kein Wunder, dass schon kurz nach Verkaufsstart alle Karten vergriffen waren.

Premiere feierte der SchulSlam zum 875. Jubiläum der ersten Erwähnung Elmshorns in einer Urkunde. Dazu initiierte Malte Ibs vom Ausschuss für Kultur und Weiterbildung das Event. Er ist der Veranstaltung bis heute treu verbunden und will auch am Freitag wieder dabei sein, wenn die nächste Generation sich zu Wort meldet. Wer am Ende gewinnt, entscheiden das Publikum und eine vor Ort gebildete Jury. Vorab steht nur eins fest: Dabei sein lohnt sich.

 

Autor/Autorin: Herr Hinz, Stadt Elmshorn