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Elmshorn
Foto: Reimer Wulf 






10.12.2019 

Sechs engagierte Menschen mit der Bürgermedaille ausgezeichnet

Eine gute Sache geht in die zweite Runde: Die Stadt Elmshorn zeichnet Elmshorner ehrenamtlich Tätige für ihr selbstloses Engagement für andere in unterschiedlichen Bereichen aus. Bürgervorsteher Andreas Hahn und Ehrenbürger Professor Klaus Pannen überreichten die Bürgermedaillen samt Urkunden und Theaterkarten.
Die sechs ausgezeichneten ehrenamtlich Tätigen 2019 (von links): Mehmet Karakavak, Waltraud Zarbok, Gisela Waldow, Klaus Reinhard Schlothauer, Gerd Waldow und Michael Martischus.

Die sechs ausgezeichneten ehrenamtlich Tätigen 2019.
Foto: Gottfried, Stadt Elmshorn

„Er ist ein Ehrenamtler mit Leib und Seele”, sagte Wiebke Turkat vom Diakonischen Werk Rantzau-Münsterdorf und Leiterin der Bahnhofsmission Elmshorn in ihrer Laudatio über Klaus Reinhard Schlothauer. Seit 2000 engagiert er sich beim Winternotprogramm/Erfrierungsschutz der Stadt, damit Obdachlose die Kälte überleben. Schlothauer ist die gute Seele des Angebots und hält das Team der Ehrenamtlichen zusammen. So wie Wiebke Turkat hatten auch alle weiteren eine Laudatio haltende Personen der Veranstaltung die Auszuzeichnenden selbst vorgeschlagen.

Waltraud Zarbok ist seit 2010 als ambulante Sterbebegleiterin im Elmshorner Hospiz sowie in Pflegeheimen tätig. Die 76-Jährige hat eigens dafür eine hundertstündige Schulung absolviert. Einfühlsam und kompetent stellt sie sich komplett auf die Bedürfnisse der Sterbenden ein und kümmert sich um die Angehörigen. „Sie ist eine zuverlässige Stütze”, lobte Laudatorin Verena von Baudissin vom Ambulanten Hospizdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. Elmshorn/Quickborn. Zudem betreibt Waltraud Zarbok ein Trauercafé in der Kirchengemeinde Zum guten Hirten.

1963 in der Türkei geboren, lebt Mehmet Karakavak mittlerweile seit 50 Jahren in Elmshorn. Seit 1985 ist er im Vorstand des Fußballvereins Gencler Birligi tätig, seit 2013 Präsident. Im selben Jahr rief Karakavak die Aktion „Mitternachtssport” ins Leben. Sein Ziel: Jugendliche und junge Erwachsene, die in den Abendstunden durch Ruhestörungen und kleinere Sachbeschädigungen im Bereich Jugendhaus Krückaupark/Badepark aufgefallen waren, durch die sportliche Betätigung von ihrem Fehlverhalten abzubringen. „Mehmet Karakavak steht wie kaum ein anderer für ein respektvolles und friedliches Miteinander in Elmshorn”, betonte Volker Laedtke vom Willkommensteam für Flüchtlinge in seiner Laudatio. Dort leitet Karakavak erfolgreich die AG Sport.

Bürgervorsteher Andreas Hahn (links) und Ehrenbürger Professor Klaus Pannen (rechts) überreichten den sechs ausgezeichneten ehrenamtlich Engagierten - hier Mehmet Karakavak - die Bürgermedaille samt Urkunde und Eintrittskarten für das Stadttheater.

Bürgervorsteher Andreas Hahn (links) und Ehrenbürger Professor Klaus Pannen (rechts) überreichten den sechs ausgezeichneten ehrenamtlich Engagierten - hier Mehmet Karakavak - die Bürgermedaille.
Foto: Gottfried, Stadt Elmshorn

Michael Martischusch arbeitet seit 12 Jahren ehrenamtlich für die Bahnhofsmission Elmshorn und ist Co-Leiter neben Wiebke Turkat. Gemeinsam haben die beiden die Institution gegründet und aufgebaut. Die Bahnhofsmission ist erste Anlaufstelle für Menschen, die in Not geraten oder in Elmshorn gestrandet sind. Mittlerweile ist die Bahnhofsmission beim Trägerverein auch für  die Kleiderkammer und andere soziale Projekte zuständig. Martischus kümmert sich rund um die Uhr um alles, versorgt Bedürftige mit Bahnkarten, Lebensmittelgutscheinen, Bekleidung und hat vor allem immer ein offenes Ohr für alle. Jeden Heiligabend organisiert Michael Martischus mit seiner Frau eine Weihnachtsfeier für seine „Gäste” der Bahnhofsmission und spendiert Kartoffelsalat mit Würstchen. Tippgeber für die Auszeichnung und Laudator war Kristian Smolka von der FDP Elmshorn.

Eine Bürgermedaille für zwei erhielt das Ehepaar Gisela und Gerd Waldow. „Aber das geht wohl in Ordnung, da ich davon ausgehe, dass Sie sich die nächsten 50 Jahre nicht scheiden lassen werden”, scherzte Andreas Hahn.

Gisela Waldow ist verantwortlich für die Requisite und die Kostüme für die rund 60 Aufführungen der Dittchenbühne pro Jahr, inklusive der Requisiten für die alljährliche Ostseetournee. Zudem hilft sie während der Veranstaltungen im Servicebereich. Gerd Waldow gelingt immer wieder das Kunststück, trotz eines kleinen Budgets mit viel handwerklichem Geschick und Phantasie großartige Bühnenbilder zu gestalten. 

Raimar Neufeldt, Chef und 1. Vorsitzender der Dittchenbühne Elmshorn, schwärmte in höchsten Tönen vom ehrenamtlichen Einsatz des Ehepaares. „Der Regisseur eines Wiener Theaters machte den beiden einmal das Angebot, dort zu arbeiten, so begeistert war er von ihrem Schaffen. Aber sie blieben uns treu”, so Neufeldt.

Die Bürgermedaille wird auf Initiative von Bürgervorsteher Andreas Hahn seit 2018 vergeben. Die alljährliche Auszeichnung soll zur Tradition werden.

Das „Duo Vilou” sorgte mit Lounge-Musik für den musikalischen Rahmen.

Die Träger der Bürgermedaille 2019

  • Klaus Reinhard Schlothauer (Winternot-Programm/Erfrierungsschutz für Obdachlose der Stadt Elmshorn)
  • Waltraud Zarbok (Ambulanter Hospizdienst, Sterbebegleiterin)
  • Mehmet Karakavak (Sport für Integration, Mitternachtssport, Leiter der AG Sport im Willkommensteam für Flüchtlinge)
  • Michael Martischus (Mitgründer und Co-Leiter Bahnhofsmission Elmshorn)
  • Gisela und Gerd Waldow (Requisite, Kostüme und Bühnenbilder der Dittchenbühne)
Professor Klaus Pannen (links) und Andreas Hahn (rechts) mit den ausgezeichneten Persönlichkeiten 2019: (von links) Michael Martischus, Klaus Reinhard Schlothauer, Gerd und Gisela Waldow, Waltraud Zarbok und Mehmet Karakavak.

Professor Klaus Pannen (links) und Andreas Hahn (rechts) mit den ausgezeichneten Persönlichkeiten 2019.
Foto: Gottfried, Stadt Elmshorn

 

Autor/Autorin: Frau Gottfried, Stadt Elmshorn