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Foto: Burkhard Voelz
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Freie Sicht nach allen Seiten oder Wenn Äste in Gehwege oder Straßen ragen

Das viele Grün entlang der Elmshorner Wege belebt und verschönert das Ortsbild und trägt zur Verbesserung der Lebensräume für Mensch und Tier bei. Doch was des einen Freud, ist des anderen Leid: leider können durch zu üppig wachsende Bäume und Sträucher auch Gefahrensituationen hervorgerufen werden.

Eingehende Hinweise und Beschwerden wie auch selbst durchgeführte Ortsbesichtigungen zeigen uns, dass an Kreuzungen, Einmündungen sowie Geh- und Radwegen immer wieder Behinderungen durch überhängende Äste oder zu breit und zu hoch wachsende Hecken bestehen.

Dann bleibt nur eines übrig: der Griff zu Säge und Heckenschere…

Bitte prüfen Sie selbst in eigener Verantwortung regelmäßig, ob Straßenlampen oder Schilder durch Ihre Anpflanzungen zugewachsen sind und deren Freischneiden erforderlich ist. Bedenken Sie: Durch das Zuwachsen von Straßenlampen oder Schildern (z. B. Straßenbezeichnungen, Bushaltestellen usw.) wird die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer beeinträchtigt und die Orientierung von ortsfremden Personen erschwert.

Besonders gefährdet sind Kinder, die nach der Straßenverkehrsordnung bis zum vollendeten achten Lebensjahr mit ihrem Fahrrad den Gehweg benutzen müssen und die wegen ihrer Größe nicht oder zu spät erkannt werden oder mit ihrem Fahrrad vom Gehweg auf die Straße ausweichen müssen. Neben der möglichen Verletzung des Kindes drohen Ihnen unter Umständen erhebliche Schadensersatzforderungen sowie außerdem strafrechtliche Konsequenzen.

Denken Sie bitte daran, dass es Fußgängern möglich sein soll, den Gehweg zu zweit zu benutzen bzw. einander zu passieren. Insbesondere für Rollstuhlfahrer, Nutzer von Rollatoren und Eltern mit Kinderwagen darf der Gehweg nicht durch hineinwachsende Hecken und Sträucher eingeengt werden. Schneiden Sie bitte die Hecken regelmäßig bis zu Ihrer Grundstücksgrenze oder mindestens deutlich über die Gehwegpflasterung zurück.

Gerade in den neueren Wohngebieten mit Anwohner- oder Spielstraßen haben Unternehmen mit großen Fahrzeugen wie z. B. die Müllabfuhr häufig Probleme, ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Ursache sind auch hier meistens fehlende Rückschnitte. Schlimmstenfalls bleibt allerdings der Müllabfuhr nichts anderes übrig als entsprechende Flächen nicht mehr anzufahren. Das gleiche gilt für den Möbeltransporteur oder den Paketboten.

Nach den geltenden Vorschriften dürfen Anpflanzungen aller Art sowie Zäune, Stapel, Haufen und andere mit einem Grundstück nicht fest verbundene Einrichtungen nur angelegt werden, wenn sie die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs nicht beeinträchtigen. Das gilt auch für Carports und Schuppen. Sind solche Beeinträchtigungen bereits vorhanden, haben die Eigentümer diese selbst zu beseitigen bzw. die Beseitigung durch den Betriebshof zu dulden.

Bei Gefahr im Verzug kann die Stadtverwaltung – ggfs. im Rahmen der Amtshilfe – die Anpflanzungen bzw. Hindernisse sofort beseitigen oder zurückschneiden lassen. Die Kosten für das Ausführen dieser Maßnahmen müssten Ihnen dann in Rechnung gestellt werden.

Ist keine Gefahr im Verzug, werden die Grundstückseigentümer unter Fristsetzung zur Beseitigung oder zum Rückschnitt aufgefordert. Bei Nichteinhaltung der Frist droht allerdings wiederum die kostenpflichtige Handlung durch die Stadtverwaltung.

Im Kreuzungsbereich von Straßen sind sog. „Sichtdreiecke“ grundsätzlich von jeder Bebauung freizuhalten. Das Sichtdreieck beschreibt ein Sichtfeld, das ein Verkehrsteilnehmer zur Verfügung hat, wenn er von einer untergeordneten in eine übergeordnete Straße einbiegen will. Wenn nun dieses Sichtdreieck nicht mehr überschaubar ist, wird das Einbiegen in die bevorrechtigte Straße zum gefährlichen Glücksspiel für alle Verkehrsteilnehmer. Im Sichtdreieck dürfen Anpflanzungen nicht höher als 0,80 m sein; in älteren Bebauungsplänen sind tw. 0,70 m festgesetzt.

Leichte Pflegeschnitte und Maßnahmen zur Gefahrenbeseitigung müssen Sie unabhängig vom Fällverbot ganzjährig durchführen. Hier steht eindeutig die Erhaltung bzw. (Wieder-)Herstellung der Verkehrssicherheit im Fokus. Gem. Landesnaturschutzgesetz für Schleswig-Holstein ist u. a. im Interesse des Tierschutzes die Durchführung weitergehender Arbeiten zwischen dem 01. Oktober und dem 14. März vorzunehmen.

Als an öffentliche Flächen angrenzender Grundstückseigentümer haben Sie überdies noch weitere Verpflichtungen. Hinweise dazu erhalten Sie unter den nebenstehenden Stichworten „Eigentum verpflichtet“ , „Der Winter ist da - Hinweise zur Räum- und Streupflicht“, „Gartenabfälle entsorgen“, „Hinweise zur Grunstücksbepflanzung“ und „Herbstlaubbeseitigung“ sowie in der „Straßenreinigungssatzung“.

Autor: Frau Derboven, Stadt Elmshorn 
Autor*in: Frau Derboven, Stadt Elmshorn