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© Burkhard Voelz
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Datum: 23.10.2020

MobS-Bus in den Ruhestand verabschiedet

Aktuelle und ehemalige Mitarbeiter*innen, Kinder, Jugendliche und Wegbegleiter*innen haben am Mittwoch, 21. Oktober, vor dem Kinder- und Jugendhaus Krückaupark Abschied vom Bus der Mobilen Spielplatzbetreuung (MobS) genommen. Das 17 Tonnen schwere Fahrzeug war 20 Jahre im Dienst und hat ganze Generationen geprägt. „Das ist ein Tag mit etwas Wehmut, auch für all diejenigen, die mit dem MobS-Bus groß geworden sind“, sagt Elmshorns Erster Stadtrat Dirk Moritz.

Ein kleines Trostpflaster hatte der Stadtrat aber zur Abschiedsparty mitgebracht: „Wir haben schon etwas Neues.“

Transporter ersetzt Bus

Statt eines ausrangierten Linienbusses soll künftig ein Transporter die Spielplätze ansteuern. „Dank der kleineren Größe und des geringeren Gewichts können wir damit viel mehr Spielplätze anfahren. Davon versprechen wir uns, dass wir noch mehr Kinder und Jugendliche erreichen“, erklärt Moritz.

Außerdem wird das Team der Mobilen Spielplatzbetreuung (MobS) so auch hinter dem Steuer flexibler – der alte Bus durfte nur mit einem Lkw-Führerschein bewegt werden.

"Mr. MobS" am Steuer

Matthias Sellhorn hat einen solchen Führerschein und war damit als Fahrer gesetzt. „Ich habe den Bus zwölf Jahre lang gesteuert“, erzählt der 56-Jährige. „Wenn ich an die Spielplätze rangefahren bin, kamen die Kinder oft schon angelaufen und haben sich gefreut, dass ,Mr. MobS‘ wieder da ist.“

900.000 Kilometer Laufleistung

Mit an Bord des Mercedes 405 mit 40 Litern Verbrauch und mittlerweile 900.000 Kilometern auf dem Tacho hatten er und seine Kollegin Ute Feddersen zudem jede Menge Spiele, Tretroller, Bälle, Bastelsachen und vieles mehr. „Kinder, die sich sonst wohl nie kennengelernt hätten, haben bei uns miteinander gespielt und ganz viel im zwischenmenschlichen und sozialen Bereich mitgenommen“, sagt Sellhorn.

Aufwachsen mit dem MobS-Bus

Ihm fällt der Abschied ebenso schwer wie Stammbesucherin Samantha. „Ich bin mit dem MobS-Bus aufgewachsen und war immer da, wo er war“, sagt die 23-Jährige auf der Abschiedsparty. „Das Team ist wie eine zweite Familie für mich.“ Dank der eigenen guten Erfahrungen will sie später gerne Erzieherin werden, auch wenn sie zunächst eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau absolviert hat.

Grußbotschaft vom Ex-Zivi

Matthias Kairies war 1995 als Zivildienstleistender bei der Mobilen Spielplatzbetreuung im Einsatz. Er wollte es sich nicht nehmen lassen, den Bus ebenfalls zu verabschieden und sich mit einem schriftlichen Gruß auf der Außenwand zu verewigen – auch wenn das Fahrzeug erst nach ihm angeschafft wurde. 1995 war noch der Vorvorgänger des nun verabschiedeten Busses im Einsatz, erinnert sich Kairies im Gespräch mit Karen Wöbcke, der Leiterin des Kinder- und Jugendhauses Krückaupark.

„Das war eine echt coole Zeit damals“, sagt Kairies. Und eine sehr prägende: „Selbst, als ich sehr viel später mal in die Disco gegangen bin, wurde ich von ehemaligen Kindern angesprochen, weil sie mich nach 10, 15 Jahren noch wiedererkannt haben.“

Viele Ideen für künftige Nutzung

Ähnlich geht es vielen heute erwachsenen Elmshorner*innen mit dem MobS-Bus. Ob er nach seiner Zeit im öffentlichen Nahverkehr und bei der Mobilen Spielplatzbetreuung noch ein drittes Leben führen wird, ist derzeit nicht klar. Ideen gibt es viele – vom Umbau zum Café, über einen Treffpunkt für Jugendliche bis hin zum Verkauf an einen Weltreisenden.

„Der Motor läuft noch wunderbar“, sagt Matthias Sellhorn. Die Entscheidung muss am Ende aber die Politik treffen.

Mehr über die Mobile Spielplatzbetreuung lesen Sie hier.