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Datum: 03.05.2021

Ehrenamtliches Engagement - Ergebnisse des 5. Deutschen Freiwilligensurveys

Ohne die große Zahl freiwillig engagierter Mitbürger*innen würde Elmshorn eine Vielzahl von sportlichen, kulturellen, Bildungs- und Freizeitangeboten sowie sozialen und gesundheitlichen Hilfeleistungen fehlen. Die wichtige politische und demokratische Mitwirkung an der Gestaltung der Stadt würde ebenso brachliegen.

Den aktuellen Bericht des 5. Deutschen Freiwilligensurveys nehmen Erster Stadtrat Dirk Moritz und Ehrenamtskoordinator Lutz Schütte zum Anlass, den ehrenamtlich Engagierten zu danken und ihnen ihre Anerkennung auszusprechen. Eine entsprechende Nachricht wurde hierzu versandt.

Größte repräsentative Befragung zum freiwilligen Engagement

Mit dem Freiwilligensurvey wird seit 1999 in Fünfjahresabständen die größte repräsentative Bevölkerungsbefragung zum freiwilligen Engagement in Deutschland durchgeführt. Er bildet den aktuellen Stand und die Entwicklungen des freiwilligen Engagements in Deutschland ab.

Im Jahr 2019 wurde die Erhebung unter der wissenschaftlichen Leitung des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) vorgenommen. Dabei wurden 27.762 Personen ab 14 Jahren befragt.

Die Datenerhebung berücksichtigt noch keine Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das freiwillige Engagement.

Zentrale Ergebnisse des 5. Deutschen Freiwilligensurveys 2019

Die zentralen Ergebnisse für Sie zusammengefasst:

Der Anteil der freiwillig Engagierten in Deutschland ist seit 2014 stabil und gleichbleibend hoch.

2019 engagierten sich 39,7 Prozent der Personen ab 14 Jahren ehrenamtlich, umgerechnet sind das rund 28,8 Millionen. Im Jahr 2014 waren es 40,0 Prozent.

Der Anteil der freiwillig Engagierten ist in den letzten 20 Jahren gestiegen.

Im Jahr 2019 engagierten sich 39,7 Prozent der Personen ab 14 Jahren, 1999 waren es nur 30,9 Prozent.

Frauen engagierten sich 2019 genauso häufig wie Männer.

Erstmals seit 1999 war beim freiwilligen Engagement von Frauen im Jahr 2019 mit 39,2 Prozent und von Männern mit 40,2 Prozent kein statistisch signifikanter Unterschied feststellbar.

Die Beteiligung am Engagement unterscheidet sich nach Alter.

Am stärksten engagierten sich die 30- bis 49-Jährigen mit 44,7 Prozent, bei den 14- bis 29-Jährigen lag der Anteil der Engagierten bei 42,0 Prozent.

In allen Altersgruppen hat der Anteil der freiwillig Engagierten seit 1999 zugenommen, am stärksten jedoch bei Menschen ab 65 Jahren. In dieser Altersgruppe ist die Engagementquote von 18,0 Prozent im Jahr 1999 auf 31,2 Prozent in 2019 gestiegen.

Beim Anteil der freiwillig Engagierten zeigen sich Bildungsunterschiede. 

Die Engagementquote bei Personen mit hoher Schulbildung lag bei 51,1 Prozent, bei Personen mit mittlerem Bildungsabschluss bei 37,4 Prozent und bei Personen mit niedrigem Bildungsabschluss bei 26,3 Prozent. Die Bildungsunterschiede im freiwilligen Engagement haben zwischen 1999 und 2019 zugenommen.

Der Anteil der freiwillig Engagierten unterscheidet sich nach Migrationshintergrund und Zuwanderungserfahrung.

Während sich Personen ohne Migrationshintergrund zu 44,4 Prozent engagierten, erfolgte dies durch Personen mit Migrationshintergrund nur zu 27,0 Prozent. Jedoch lag der Anteil an Engagierten bei Menschen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren sind und die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, im Jahr 2019 bei 38,7 Prozent.

Die Unterschiede beim Anteil der freiwillig Engagierten zwischen Ost- und Westdeutschland werden kleiner.

In 2019 war die Engagementquote in Ostdeutschland (inklusive Berlin) mit 37,0 Prozent nur noch 3,4 Prozentpunkte geringer als in Westdeutschland mit 40,4 Prozent;  1999 betrug der Unterschied noch 7,9 Prozentpunkte.

Engagement findet in vielfältigen Bereichen statt und kommt unterschiedlichen Zielgruppen zugute.

Die meisten Menschen engagierten sich im Bereich Sport und Bewegung mit 13,5 Prozent. Es folgten die Bereiche Kultur und Musik mit 8,6 Prozent, der soziale Bereich mit 8,3 Prozent sowie Schule und Kindergarten mit 8,2 Prozent. 8,0 Prozent der freiwillig Engagierten gaben 2019 an, sich für Geflüchtete oder Asylsuchende zu engagieren.

Engagierte verwenden heute anteilig weniger Zeit auf ihr Engagement als vor 20 Jahren.

Im Jahr 2019 brachten 60,0 Prozent der Engagierten für ihre freiwillige Tätigkeit bis zu zwei Stunden pro Woche auf, mit sechs und mehr Stunden pro Woche engagierten sich 17,1 Prozent. 1999 hatten sich 50,8 Prozent der Engagierten mit bis zu zwei Stunden pro Woche eingebracht, 23,0 Prozent der Engagierten hatten sich damals mit sechs und mehr Stunden pro Woche eingebracht.

Mit 57 Prozent nutzt ein großer Teil der Engagierten das Internet im Rahmen ihrer freiwilligen Tätigkeiten.

Gut die Hälfte dieser Engagierten setzte dabei das Internet in einer aktiv-gestaltenden Form für die freiwillige Tätigkeit ein, indem sie sich zum Beispiel an sozialen Netzwerken oder Blogs beteiligten, Newsletter und Onlineberichte erstellten oder die Homepage ihres Vereins oder ihrer Organisation betreuten.


Autor*in: Herr Moritz, Erster Stadtrat und Herr Schütte, Ehrenamtskoordinator