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Datum: 18.03.2021

FAQ: Das neue Rathaus im Überblick

2012 wurde der Neubau des Elmshorner Rathauses politisch beschlossen: Seither haben sich Planungen konkretisiert und verändert, liegen neue Erkenntnisse vor, gibt es veränderte Anforderungen. In unserem Fragenkatalog finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um den Neubau, Altlasten und Kampfmittel.

Elmshorn baut ein Rathaus: Auf der Südseite des Buttermarktes soll ein Neubau entstehen, der ein Schlüsselelement des Elmshorner Stadtumbaus ist. Nicht nur wird das Gebäude alle Ämter der Stadtverwaltung Elmshorn unter einem Dach vereinen und damit einen wichtigen Beitrag zur Bürgerfreundlichkeit leisten. Auch städtebaulich kommt dem neuen Rathaus eine wichtige Rolle zu. So wird der Neubau die Südseite des Buttermarktes einfassen und den Charakter des Platzes als zentrale Aufenthalts- und Begegnungsstätte in der südlichen Innenstadt unterstreichen. Der Neubau gilt daher als Schlüsselelement in der Entwicklung des Sanierungsgebietes Krückau-Vormstegen.

Die Fakten im Überblick: Das neue Rathaus soll nach aktueller Planung 47 Millionen Euro kosten. Sofern der politische Beschluss für eine optimierte Planung mit Verzicht auf einen Teilkeller und eine Erweiterung des Ostflügels (Artikel dazu hier) gefasst wird, rechnen die Planer mit Kosten in Höhe von 43 Millionen Euro. Das neue Gebäude wird eine Bruttogeschossfläche von 10.270 Quadratmetern aufweisen. Gebaut wird es nach dem Siegerentwurf eines europaweit ausgeschriebenen Architekturwettbewerbs.

Ein Vorhaben, das 2009 ins Rollen gebracht wurde: In dieser Zeit werden sich viele Fragen ergeben haben. An dieser Stelle liefert die Stadtverwaltung Elmshorn Antworten. Ihre Frage ist nicht dabei? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf!

Woraus setzen sich die Kosten des Rathausneubaus zusammen?

Die Kosten für den Rathausneubau setzen sich aus allen für den Bau eines Gebäudes notwendigen Kosten zusammen. Das betrifft in der Vorbereitung das Räumen und Herrichten des Geländes, ferner die Gründungs- und Konstruktionskosten, die Kosten der technischen Einrichtungen bis hin zu der Ausstattung des Gebäudes mit Möbeln.

In den genannten Baukosten sind auch die Planungskosten für den Rathausneubau enthalten: Bauliche und nutzungsbedingte Anforderungen an einen Neubau müssen geplant und in der Umsetzung koordiniert werden.

Warum sind die Kosten seit der ersten Schätzung 2007 gestiegen?

Seit den ersten Ideen für einen Rathausneubau hat es im Laufe der immer konkreter werdenden Planung Anpassungen an den Raumbedarf und somit an die Gebäudegröße gegeben. Die gewonnenen Erkenntnisse des Baugrundes sind in die Kosten eingeflossen. Der größte Faktor der Kostensteigerung gegenüber der 2007 genannten Kosten ist die Anpassung an die derzeit üblichen Baupreise: Diese sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen und betreffen die gesamte Baubranche.

Weitere Informationen finden Sie in diesem Artikel

Wer zahlt den Rathausneubau?

Die Stadt Elmshorn erhält finanzielle Unterstützung aus Fördermitteln des Bundes- und des Landes.

Könnte das heutige Rathaus weiter genutzt werden?

Das heutige Rathaus gilt bereits seit 2007 als sanierungsbedürftig und kann in diesem Zustand nicht längerfristig genutzt werden.

Was spricht für, was gegen eine Sanierung des heutigen Rathauses?

Das heutige Elmshorner Rathaus ist als Baudenkmal eingestuft. Doch genau dieser Status erschwert auch eine Sanierung, da diese mit sehr strikten Auflagen und sehr hohen Kosten verbunden wäre. Zusätzlich erschwert wird eine denkmalgerechte Sanierung durch das politisch beschlossene Ziel, Klimaneutralität für die Stadtverwaltung Elmshorn zu erreichen und die festgestellte Belastung der Büroräume mit Formaldehyd.

Gegen die weitere Nutzung des heutigen Rathauses spricht auch die gestiegene Mitarbeiteranzahl. Um ausreichend Büroraum bereitzustellen, unterhält die Stadt Elmshorn acht Außenstellen, von denen fünf angemietet sind. Allein die Mietkosten belaufen sich auf 215.000 Euro pro Jahr.

Wie wurde das Grundstück für den Neubau ausgewählt?

Nach dem Grundsatzbeschluss, ein neues Rathaus zu errichten, stellte die Stadtverwaltung sieben mögliche Standorte in den politischen Gremien der Stadt Elmshorn vor. Im Auftrag der Politiker*innen prüfte ein externes Büro im Jahr 2013 drei Standorte auf ihre Eignung. Aufgrund der hohen Zahl der erforderlichen Prüfarbeiten wurde später der Beschluss gefasst, die Arbeiten auf zwei Standorte zu konzentrieren. Nachdem drei Ausschüsse über die Standorte beraten hatten, beschloss das Stadtverordnetenkollegium Ende 2014, das Rathaus südlich der Schauenburger Straße in Richtung Vormstegen planen zu lassen.

Welche Mitsprache hatten die Bürger*innen?

Bereits vor dem europaweit ausgeschriebenen Architektenwettbewerb um das neue Elmshorner Rathaus wurden die Elmshorner Bürger*innen mehrfach in die Planungen einbezogen. So fanden 2015 zwei Beteiligungswerkstätten zum Nutzungskonzept und eine weitere Werkstatt zum technischen Konzept statt. Hierbei wurden unter anderem Aspekte wie Nachhaltigkeit, Nutzerfreundlichkeit und besondere Anforderungen an den Neubau diskutiert. Die Ergebnisse flossen in das sogenannte Auslobungstextbuch ein, das den Architekt*innen Vorgaben für ihre Entwürfe machte.

Außerhalb der Werkstätten bringen die Politiker*innen die Wünsche und Anforderungen ihrer Wähler*innen im Rahmen der Ausschüsse ein.

Wer hat aus den Wettbewerbsergebnissen den Siegerentwurf ausgewählt?

Die Entscheidung über die Wahl des besten Entwurfs traf eine Wettbewerbsjury mit Vertreter*innen aus Politik, Fachleuten, Verwaltung und Interessensgruppen. 15 Büros erhielten in dem Verfahren zunächst die Möglichkeit, ihre Entwürfe gemäß der Anregungen aus der Jury anzupassen. In einer zweiten Sitzung wählte die Jury dann den Siegerentwurf.

Welche Altlasten befinden sich auf dem Rathaus-Grundstück?

In den Parametern Boden, Bodenluft und Grundwasser wurden unter anderem Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW), Schwermetalle, Methan, Kohlendioxid, leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) und Phenole nachgewiesen. Ferner besteht auch auf diesem Grundstück der Verdacht auf das Vorhandensein von Milzbrandsporen und Kampfmitteln; dies bestätigte sich in allen bislang vorliegenden Sondierungen nicht.

Wie wurde die Altlasten-Situation erkundet?

In der Altlastenbearbeitung wird für Grundstücke, auf denen ein Verdacht auf eine mögliche Altlast besteht, folgende Untersuchungen durchgeführt, soweit der Verdacht nicht vollends entkräftet werden kann:

Phase 1: Historische Erkundung
Phase 2: Orientierende Untersuchung
Phase 3: Detailuntersuchung

Dazu werden bei benötigten Baugrunduntersuchungen, bei denen die Tragfähigkeit und generell der Aufbau des Bodens betrachtet wird, sinnvollerweise auch auf die bestehenden Altlasten hin geprüft, um Synergieeffekte bei den Bohrungen zu erzielen.

Wer entscheidet über den Umgang mit den Altlasten?

Die untere Bodenschutzbehörde entscheidet über den Umgang mit den Altlasten. In Elmshorn ist dies der Fachdienst Umwelt, Team Bodenschutz und Grundwasser, des Kreises Pinneberg. Die Stadt Elmshorn ist hierfür nicht zuständig.

Können die Bodengutachten für die öffentlichen Grundstücke eingesehen werden?

Grundsätzlich ist für Auskünfte zu Bodenbelastungen einzelner Grundstücke der Kreis Pinneberg der Ansprechpartner. Darüber hinaus werden öffentlich zugängliche Gutachten, die z.B. im Rahmen der Bebauungsplan-Verfahren der Stadt erstellt werden, über die öffentlichen Vorlagen im ALLRIS der Stadt veröffentlicht und sind damit für jedermann verfügbar. Für Bodengutachten, die die Stadt für interne Zwecke erstellt, kann eine Einsichtnahme auf Antrag erfolgen, sofern kein öffentliches oder privates Interesse dagegenspricht.

Gibt es noch mehr Altlasten in Elmshorn?

In Elmshorn gelten hunderte Flächen im öffentlichen und privaten Eigentum als bodenschutzrelevant.
Altlasten im Sinne des Bundesbodenschutzgesetzes (§2 Absatz 5) sind:

  • stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen sowie sonstige Grundstücke, auf denen Abfälle behandelt, gelagert oder abgelagert worden sind (Altablagerungen)
  • Grundstücke stillgelegter Anlagen und sonstige Grundstücke, auf denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen worden ist, ausgenommen Anlagen, deren Stilllegung einer Genehmigung nach dem Atomgesetz bedarf (Altstandorte)

Wie können Tiefbaumaßnahmen auf Flächen, die mit Altlasten belastet sind durchgeführt werden?

Grundsätzlich sind Arbeiten in diesen Bereichen möglich. Es werden vorab Gefährdungen erfasst und ein Arbeits- und Sicherheitskonzept erstellt. Der Arbeitsschutz muss hier besonders beachtet werden. Für die Entsorgung des Bodens sowie die Sanierung der Altlast bedarf es ebenfalls entsprechender Konzepte. Dieses Vorgehen entspricht der gängigen Praxis im Umgang mit belasteten Flächen.

Befinden sich Kampfmittel im Boden des geplanten Rathaus-Areals?

Der Kampfmittelräumdienst (KRD) hat das Areal in Teilen als kampfmittelfrei, jedoch auch teilweise auch als Kampfmittelverdachtsfläche deklariert. Hierzu wurden vom KRD Luftbildaufnahmen und andere Archivalien geprüft. Sukzessive werden weitere Luftbilder der alliierten Streitkräfte in den Bestand des KRD überführt, die neue Erkenntnisse liefern. Die Stadt Elmshorn lässt daher jährlich den Kampfmittelbescheid erneuern.

Wie können Tiefbaumaßnahmen in Kampfmittelverdachtsflächen umgesetzt werden?

Vor Tiefbaumaßnahmen muss der Bereich sondiert werden. Hierfür können verschiedene Sondiermethoden je nach Tiefe und Bodenbeschaffenheit zum Einsatz kommen. Beim Haus der Technik wurde eine Bohrlochsondierung durchgeführt. Dabei wird der gesamte Bombenhorizont untersucht. Der Bombenhorizont ist der Bereich, in dem Kampfmittel vermutet werden (in Schleswig-Holstein sind sechs Meter unter Geländeoberkante Vorschrift). Es wird ein engmaschiges Raster angelegt und Bohrungen abgeteuft, in die ein Leerrohr mit einem Sensor eingeführt wird. Wenn ein mögliches Objekt gefunden wird, wird der Bereich geöffnet und das Kampfmittel vom Kampfmittelräumdienst entschärft, geborgen und abtransportiert.

Wird immer der gesamte Bombenhorizont auf Kampfmittel untersucht?

In sogenannten Kampfmittelverdachtsflächen besteht zunächst nur der Verdacht, dass Kampfmittel im Untergrund aufgefunden werden könnten.

Sollen Leitungen oder Kanäle im Straßenbereich verlegt werden, kann der Bombenhorizont meist nicht im Vorwege sondiert werden: Es liegen zu viele Leitungen im Weg. In diesem Fall begleiten Fachleute das Bauvorhaben („baubegleitende Sondierung) während der Boden Schritt für Schritt abgetragen wird.

Bei der Auswertung der Luftbilder kann der Kampfmittelräumdienst zudem auf sogenannte Bombenhinweispunkte stoßen. Hier besteht Handlungsbedarf und der Boden muss in jedem Falle im Bereich des Bombenhorizontes untersucht werden. Ein Bombenhinweispunkt ist im öffentlichen Bereich der Stadt Elmshorn nicht bekannt.

Können Baumaßnahmen in Kampfmittel-Verdachtsflächen ohne vorherige Sondierung umgesetzt werden? Können Kampfmittel im Boden verbleiben?

Nein. Verdachtsflächen müssen in jedem Fall fachgerecht sondiert und etwaige Kampfmittelfunde durch den Kampfmittelräumdienst gesichert werden.

Wer entscheidet wie mit den Kampfmitteln im Boden umgegangen wird?

Der Kampfmittelräumdienst Schleswig-Holstein ist für die Entschärfung zuständig.

Wer überprüft, ob die Vorschriften bei Maßnahmen eingehalten werden?

Der Kampfmittelräumdienst Schleswig-Holstein und die Berufsgenossenschaften im Baubereich stellen sicher, dass alle gültigen Vorschriften zum Umgang mit Kampfmitteln eingehalten werden.

Ich habe weitere Fragen zum Rathausneubau oder zu Altlasten und Kampfmitteln. An wen kann ich mich wenden?

Fragen rund um den Rathausneubau können Sie gerne an neubaurathaus@elmshorn.de senden.

Weitere Informationen finden Sie hier...

Fragen zu Altlasten und Kampfmitteln rund um das neue Rathaus können Sie gerne an altlasten@elmshorn.de senden.

Autor*in: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn