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Datum: 19.01.2023

Gedenkveranstaltung »Gegen das Vergessen« am 26. Januar 2023

Um gegen Rassismus und Ausgrenzung einzutreten und an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern, findet am 26. Januar 2023 um 19 Uhr die Gedenkveranstaltung „Gegen das Vergessen“ im Saalbau der Freien Waldorfschule statt. Unter dem Motto „Wann fängt es an?“ haben rund 140 Elmshorner Schülerinnen und Schüler Themen des Nationalsozialismus aufgearbeitet und den Bezug zur heutigen Zeit hergestellt. Herausgekommen sind Theaterstücke, musikalische Darbietungen, szenische Lesungen oder auch jüdische Kochrezepte, die sie nun präsentieren. „Wer das einmal miterlebt hat, ist ausgesprochen sensibilisiert“, freut sich Erster Stadtrat Dirk Moritz auf die erste Live-Veranstaltung seit drei Jahren. Karten gibt es ab Montag, 16. Januar, für 3 Euro in der Buchhandlung Heymann und beim Verein „Engagiert in Elmshorn“ in der Marktpassage sowie an der Abendkasse.

Stadtrat Moritz ist überzeugt: „Es gibt keinen besseren Ansatz gegen Ausgrenzung und Radikalismus, als bei der Jugend anzufangen.“ Unter diesem Leitsatz stand bereits die erste Veranstaltung „Gegen das Vergessen“ im Jahr 2009. Gestalteten damals noch zwei Schulen das Programm, sind heute alle sieben weiterführenden Schulen Elmshorns beteiligt. Die Schülerinnen und Schüler nehmen heute neben der Erinnerung an die Opfer und Verfolgten des Naziregimes auch verstärkt aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und Tendenzen in den Blick.

Künstlerischer Leiter Markus Arendt

Die Zusammenstellung der rund 15 Beiträge des Abends übernimmt der künstlerische Leiter Markus Arendt. Er sagt: „Wir wollen, dass es für die 400 Gäste interessant ist, dass sie beim Rausgehen sagen: ,Wow, das war gut‘.“ Dafür werden die Beiträge der Jugendlichen sorgen, ist er überzeugt. Moderiert wird die Gedenkveranstaltung von gleich sechs Schülerinnen und Schülern von drei Schulen – „das hatten wir noch nie“, so Arendt.

Technik der Studio AG

Die Gedenkveranstaltung ist eine Veranstaltung der Stadt Elmshorn. Um die Technik kümmert sich in bewährter Weise die Studio AG der Erich Kästner Gemeinschaftsschule. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf decken einen Teil der Veranstaltungskosten, für den Rest kommt die Stadt Elmshorn auf.

Beiträge der Schulen

Anne-Frank-Gemeinschaftsschule

Die Anne-Frank-Gemeinschaftsschule bringt einen Rap-Song sowie eine Live-Kochshow mit jüdischen Mahlzeiten und Verköstigung auf die Bühne, zu der im Hintergrund eine Projektion läuft. Schon im Vorfeld haben die Schülerinnen und Schüler eine eigene Webseite mit Informationen rund um das Judentum erstellt und sich auch mit der Rolle der Elmshorner Nikolaikirche im Dritten Reich beschäftigt.

Bismarckschule

Die Bismarckschülerinnen und -schüler nehmen das Publikum mit in den Alltag an ihrer eigenen Schule während der NS-Zeit. Für ihre Aufführung haben sie Originalprotokolle der Lehrerkonferenzen dieser Zeit gesichtet und ausgewertet.

Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule

Die Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule widmet sich in einer Collage aus Sprache, Bildern und Tönen dem Thema Faschismus. Ihr Beitrag endet mit einem gemeinsamen Lied, dessen Text die Jugendlichen selbst geschrieben haben.

Elsa-Brändström-Schule

Die Elsa-Brändström-Schule steuert mehrere Lieder bei, die sich mit den Ursachen von Ausgrenzung, Verfolgung, Wut und Hass auseinandersetzen.

Erich Kästner Gemeinschaftsschule

An der Erich Kästner Gemeinschaftsschule haben sich die Jugendlichen mit der Widerstandsaktivistin Cato Bontjes van Beek beschäftigt. Ihrer erinnern und gedenken sie in szenischen Lesungen.

Leibniz Privatschule

Die Musik AG der Leibniz Privatschule singt für den Frieden in der Ukraine. Ihre Mitglieder beleuchten nationalistische, rassistische Ideologien, Großmachtansprüche und Widerstand.

Freie Waldorfschule Elmshorn

Die Freie Waldorfschule Elmshorn thematisiert die Kriegslyrik des polnischen Dichters und Nobelpreisträgers Czesław Miłosz, der darin die Naziverbrechen an den Jüdinnen und Juden im Warschauer Ghetto aufgreift. In einem szenischen Beitrag zeigen die Schülerinnen und Schüler den vielschichtigen historischen Bogen über die Gegenwart hinaus auf. Als Bühnenhintergrund dienen Werke der bildenden Künste, welche von Oberstufenschülerinnen und -schülern erschaffen wurden.