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Datum: 24.11.2021

Initiative lenkt Fokus auf Gewalt gegen Frauen

Traurige Tradition: Am Montag, 22. November 2021, haben Gleichstellungsbeauftragte Heidi Basting, Erster Stadtrat Dirk Moritz, Landtagsabgeordnete Beate Raudies und weitere Mitstreiterinnen vom Frauennetzwerk Elmshorn vor dem Rathaus die Flaggen gegen Gewalt an Frauen gehisst. Ihre Aktion bildete einen Beitrag zum Internationalen Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ am 25. November. „Das ist ein wichtiges Thema, das noch mehr in den Blickpunkt der Gesellschaft rücken muss“, betont Moritz. „Gewalt gegen Frauen ist weltweit Realität, die oft nicht ernst genug genommen wird“, kritisiert er.

Bedrückende Opferzahlen

Allein 2019 wurden in der Bundesrepublik 117 Frauen durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet, 2018 waren es 122 und 2017 waren es 147 Frauen. Zahlen, die ein 50 Meter langes Banner mit den symbolischen Fußabdrücken der Opfer von 2019 bedrückend veranschaulicht.

Über 140.000 Fälle häuslicher Gewalt

„Statistisch versucht an jedem Tag des Jahres ein Mann, seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten“, sagt Moritz, der zugleich auf 141.792 Fälle häuslicher Gewalt im Jahr 2019 verweist. „Die Dunkelziffer häuslicher Gewalt ist wahrscheinlich sehr viel höher, denn misshandelte Frauen und verletzte Kinderseelen bleiben nicht selten im Verborgenen“, weiß der Erste Stadtrat. Die Corona-Pandemie hat das Problem noch verschärft.

139 Tote in 2020

Die Auswertung der Kriminalstatistik mit den Zahlen der Fälle von Partnerschaftsgewalt 2020 ist heute, am 23.11.20121, durch das Bundeskriminalamt veröffentlicht worden. Demnach sind für das Jahr 2020 146.655 Fälle von Partnerschaftsgewalt zu verzeichnen, ein Anstieg von 4,9%. Die Zahl der von ihren (Ex-)Partnern getöteten Frauen betrug 139.


Symbolischer Banner vor dem Elmshorner Rathaus

„Das nimmt einem wirklich die Luft“, sagt Gleichstellungsbeauftragte Basting, während sie neben dem ausgerollten 50-Meter-Banner vor dem Rathaus steht. „Unsere Gesellschaft schaut weg – da sind wir gefordert, um das zu ändern.“ Gesagt, getan: Sie und ihre Mitstreiterinnen sprachen vor dem Rathaus Passantinnen und Passanten an, um sie für das Thema zu sensibilisieren. „Wir dürfen die Augen nicht verschließen und müssen sensibel werden auch für leise Hilferufe von Frauen und Kindern“, betont Moritz.

"Gewalt kommt nicht in die Tüte"

In Elmshorn, dem ganzen Kreis Pinneberg und landesweit finden in dieser Woche noch viele weitere Aktionen statt, zum Beispiel die Kooperation mit der Bäckerinnung  „Gewalt kommt nicht in die Tüte“, ein Selbstverteidigungskurs, Workshops, Ausstellungen oder Vorträge. „Wir zeigen mit den Aktionstagen unsere Solidarität mit denen, die entweder gar nichts mehr sagen können oder sich das nicht trauen und erheben stellvertretend unsere Stimmen für sie“, so Basting.

Autor*in: Frau Basting, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Elmshorn