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Datum: 30.07.2020

Namenstafeln auf dem jüdischen Friedhof aufgestellt

„Kein Name soll verloren gehen“ heißt es in der Shoa-Erinnerungsstätte Jad Waschem in Jerusalem. Diese Erinnerungskultur in Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Holocausts vertritt auch Alisa Fuhlbrügge, 1. Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Elmshorn. Umso mehr freute sie sich, dass nun rund 20 Namenstafeln auf dem jüdischen Friedhof in der Feldstraße aufgestellt werden konnten.

Gräber ohne Grabsteine

Über das jüdische Leben in Elmshorn kennt sich keiner so gut aus wie Harald Kirschninck, der sich in Büchern und Aufsätzen mit der Geschichte der Juden in der Krückaustadt auseinandergesetzt hat. Kirschninck weiß anhand eines Lageplans auch, wer auf dem Friedhof an der Feldstraße wo begraben liegt. Für außenstehende Besucher*innen sind nur die Gräber, die mit einem Grabstein versehen sind, auch zuzuordnen.

Längst zerstörte Steine sind abgeräumt und lassen kaum vermuten, dass auf dem rund 1700 Quadratmeter großen Areal weitere Tote bestattet sind – geschweige denn wo. Jetzt zeugen metallene Namenstafeln – finanziert durch private Spenden und Gelder des Kreises – von diesen Verstorbenen.

Nachfahre der Familie Franck gab den Anstoß

Am 20. Juli 2020, auf den Tag genau 76 Jahre nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler, steckte Kirschninck die an Stäben befestigten Tafeln auf die Grabstellen. Auf ihnen stehen auch Namen der Familie Franck, die auch Stein des Anstoßes für das Projekt gewesen sind.

Im Sommer vergangenen Jahres war der US-Amerikaner Alan Gordon zu Besuch in Elmshorn. Auch um sich auf die Spuren seiner Familie zu begeben. Denn die Großmutter des in Amerika geborenen und in New York lebenden Gordon ist Henrietta Franck, die wie Pesche, Julius und Philipp Samuel Franck auf dem Friedhof an der Feldstraße begraben ist.

Harald Kirschninck half dem Franck-Nachfahren aus Übersee, auch wenn es keinen Grabstein zu finden gab. Als dann die Idee mit den Namenstafeln zur Umsetzung anstand, war es Alan Gordon, der das Projekt finanziell unterstützte.

Steinheim-Institut

In der Dokumentation des Friedhofs sind die Namenstafeln weitere Mosaiksteine, die sich in das Bild einfügen, das Nathanja Hüttenmeister für das Steinheim-Institut gezeichnet hat. Wer mehr dazu erfahren möchte, sollte im Internet die Seite www.steinheim-institut.de aufsuchen.

Besuch des jüdischen Friedhofs

Weitere Informationen zum jüdischen Friedhof inklusive Öffnunungszeiten ...