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Datum: 15.10.2025

PRISM: Queere Jugendgruppe der Offenen Kinder- und Jugendarbeit findet großen Zuspruch

Seit rund drei Monaten trifft sich die queere Jugendgruppe „PRISM“ im Kinder- und Jugendbüro der Stadt Elmshorn. Das Angebot wird sehr gut angenommen und bestätigt die bedarfsorientierte Ausrichtung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit: Jugendliche ab 13 Jahren, die sich der LSBTIQ+-Community zugehörig fühlen, können hier in einem geschützten Rahmen zusammenkommen; „Allies“ – nicht-queere Jugendliche, die eine queere Person unterstützen – sind ebenfalls willkommen.

Ohne Anmeldung

Die Gruppe tagt 14-tägig jeweils am 2. und 4. Donnerstag im Monat ab 17:30 Uhr im Kinder- und Jugendbüro, Kirchenstraße 8. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. „PRISM“ ist ein offenes, freiwilliges und kostenfreies Angebot.

Erweiterung der Kinder- und Jugendarbeit

Hintergrund der Gruppengründung ist die Überprüfung der Konzepte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, in deren Rahmen ein deutlicher Mangel an geschlechtsspezifischen Gruppenangeboten sowie an Gruppenformaten für queere Jugendliche festgestellt wurde – zuletzt auch kreisweit im Kreis Pinneberg.

Verlässlicher Schutzraum

Gerade für Jugendliche in der Findungs- und Orientierungsphase oder ohne Coming-out braucht es einen verlässlichen Schutzraum, der parallel zum offenen Betrieb in anderen Einrichtungen nicht ohne Weiteres herzustellen ist.

Starke Nachfrage

„Die starke Nachfrage bestätigt eindrücklich unsere Bedarfsanalyse: Es fehlten sowohl geschlechtsspezifische Gruppen als auch Angebote für queere Jugendliche – nicht nur in Elmshorn, sondern im gesamten Kreis Pinneberg. Mit ‚PRISM‘ schließen wir eine wichtige Lücke: Die Jugendlichen erleben einen Schutzraum, in dem sie sich nicht erklären oder rechtfertigen müssen und einfach gute Zeit miteinander verbringen können“, sagt Anja Meyer, Sachgebietsleitung Jugend der Stadt Elmshorn.

Erfahrungen zeigen Bedarf

Daniel Faron, Amtsleiter des Amtes für Kinder, Jugend, Schule und Sport betont den fachlichen Auftrag und die Ausrichtung am tatsächlichen Bedarf: „Unser Ziel ist es, Angebote bedarfsorientiert und fachlich fundiert zu gestalten – für alle jungen Menschen. Die Erfahrungen der ersten Monate zeigen, dass dieses Format einen realen Bedarf trifft. Zugleich bleibt es, wie alle Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, freiwillig, niedrigschwellig und auf Teilhabe ausgerichtet. Damit stärken wir Respekt, Verantwortungsbewusstsein und das Miteinander – Werte, die unser Gemeinwesen tragen.“

Keine Selbsthilfegruppe

Die Gruppe ist keine Selbsthilfegruppe, sondern ein Angebot der Offenen Kinder- und Jugendarbeit für eine spezifische Zielgruppe. Sie setzt bewusst auf Eigeninitiative: Die Jugendlichen entscheiden, was am jeweiligen Tag gemacht wird, und wirken an der Umsetzung mit. Begleitet wird „PRISM“ von einem pädagogischen Tandem aus einer sozialpädagogischen Fachkraft und einer Honorarkraft aus der Community. „Ich wäre für die Jugendlichen gern die Person, die ich mit 16 Jahren gebraucht hätte“, sagt Honorarkraft Nat Voß zu seiner Motivation.