Städtische Kultureinrichtungen legen Erfolgsbilanzen vor
Amtsleiterin Caroline Schultz selbst sagt: „In den letzten fünf Jahren sind alle Leitungspositionen komplett durchgetauscht worden – jetzt ernten wir die Früchte.“ Ihr Ziel ist es, Kultur für alle Gruppen zugänglich zu machen, insbesondere aber für Kinder und Jugendliche. „Ohne die tollen Teams vor Ort wäre das nicht möglich“, lobt sie die Mitarbeitenden der Einrichtungen.
Verwaltungsbereich des Amts für Kultur und Weiterbildung
„Trotz unseres kleinen Teams bespielen wir das Jahr immer sehr bunt“, sagt Leiterin Maren Link. „Dabei werden die Sicherheitsanforderungen immer umfangreicher und die Zusammenarbeit mit Polizei und Ordnungsamt immer intensiver“, nennt sie die größte Herausforderung für das Team, dem auch kreative Köpfe ohne Verwaltungshintergrund angehören.
Verwaltung und Veranstaltungen
Die fünf Verwaltungskräfte – vier von ihnen arbeiten in Teilzeit – stemmen neben der reinen Verwaltung auch viele Veranstaltungen und Gedenktage: Ob Poetry Slam der Schulen, Kinderkulturfest, Schleswig-Holstein Musik Festival, Tag des Offenen Denkmals, Gedenken an die Reichspogromnacht, Gedenken am 27. Januar oder am Volkstrauertag – überall haben sie 2025 maßgeblich mitgemischt.
Höhepunkte 2026
Höhepunkte in 2026 werden zum Beispiel die Ehrenamts- und Kulturmesse am 30. Mai, die Gedenkveranstaltung am 8. Mai zusammen mit der Elmshorner Liedertafel oder die nächste Auflage von Elmshorn liest sein. Hinzu kommen die Verleihung des Kulturpreises beziehungsweise Jugend-Kulturpreises, R-Art-Haus-Ausstellungen, Kulturförderung und -vernetzung, Projekte zur Baukultur und Kunst im öffentlichen Raum, Pflege der Städtepartnerschaften und die Betreuung der Stiftung zur Erhaltung von Kulturdenkmalen in Elmshorn. Auch neue Hinweisschilder für Elmshorner Denkmäler sind geplant.
Stadtbücherei
„Wir haben die magische Grenze von über 10.000 aktiven Kundinnen und Kunden geknackt“, freut sich Stadtbücherei-Leiter Arne Tiedemann. Er betont: „2025 war einfach ein großartiges Jahr für die Stadtbücherei und unsere Außenstelle in Hainholz, für die wir übrigens gerade eine Stellenanzeige als Nachfolge für unsere langjährige Kollegin geschaltet haben.“ 2025 verzeichnete die Einrichtung 148.871 Vor-Ort-Besuche sowie 340.528 Entleihungen, was einem Plus von zwölf Prozent entspricht.
Bewährte und neue Formate für den Erfolg
Der Bestand umfasst fast 77.000 physische Medien und mehr als 137.000 digitale Medien. Der Erfolg beruht auf bewährten, aber auch auf neuen Formaten, wie dem digitalen Training von Senior*innen für Senior*innen oder der ersten Elmshorner Buchmesse, die allein 2.000 Besucherinnen und Besucher anzog und damit einen riesigen Erfolg darstellt.
Alle Altersgruppen ansprechen
Auch wenn ein großer Schwerpunkt auf Angeboten für Kinder und Jugendliche liegt, spricht die Stadtbücherei als sogenannter „Dritter Ort“ bewusst alle Altersgruppen an, so Tiedemann. Beispiele dafür sind Kunstausstellungen, Autorenlesungen für Kinder und Erwachsene, Bastel-Workshops, Spielenachmittage, Tauschbörsen, Angebote an der Nintendo-Switch-Konsole, Escape-Rooms oder auch Bücherflohmärkte. „Wir haben mehr Veranstaltungen als Öffnungstage“, sagt der Leiter und ergänzt: „Allein damit konnten wir im vergangenen Jahr mehr als 7.000 Besucherinnen und Besucher anlocken.“ Bei vielen Veranstaltungen kooperiert die Stadtbücherei mit anderen Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie Vereinen.
Industriemuseum
Baulich: Brandschutzvorgaben erfüllt, Dachsanierung abgeschlossen, Wasserschäden behoben. Inhaltlich: Zwei erfolgreiche Sonderausstellungen „Wie riecht Elmshorn?“ und „Adventskalender aus mehr als 100 Jahren“ umgesetzt, vielfältige Veranstaltungen ausgerichtet, bewährte Formate fortgeführt und den Internetauftritt modernisiert. Museumsleiter Sven Bracke blickt auf „ein spannendes, herausforderndes und extrem schönes Jahr“ zurück.
Bauliche Einschränkungen 2025
Brandschutzbedingt konnten einige Veranstaltungen nicht wie gewohnt ausgerichtet werden, etwa der Dampftag oder der Markt mit KunstWerk. Das hat die Besuchszahl auf etwas mehr als 8.000 im Gesamtjahr gedrückt. Dennoch ist Bracke angesichts der baulichen Einschränkungen mit der Bilanz für 2025 zufrieden. Er und sein Team konnten 247 Gruppen im Industriemuseum begrüßen, von denen 117 an Führungen für Schulklassen und Erwachsene teilnahmen. Zudem fanden 24 Stadtführungen und mehr als 100 Kindergeburtstage mit durchschnittlich acht bis zehn Kindern statt.
Neue Sonderausstellungen geplant
2026 soll nahtlos an das gute Ergebnis anschließen. Bereits am 8. März wird die nächste Sonderausstellung zu „Firmen aus Elmshorn“ eröffnet. Eine weitere Sonderschau ist zum Thema „Pferde in Elmshorn“ geplant. Verstärkt in den Mittelpunkt rücken soll 2026 auch das Konrad-Struve-Haus der Ortsgeschichte. „Dank der Unterstützung des Fördervereins wird es einen virtuellen Rundgang durch die Räume geben“, kündigt Bracke an.
Volkshochschule
Kurse, Unterrichtsstunden, Teilnehmende – die Volkshochschule konnte 2025 alles noch einmal steigern. Leiterin Maike Bünning: „Das war wieder ein fantastisches Jahr.“ Die Zahl der Teilnehmenden an den 629 Kursen mit 22.509 Unterrichtsstunden legte um 2,4 Prozent auf 6.217 zu.
Über 500 Teilnehmer*innen täglich
Täglich sind mehr als 500 Menschen in den Volkshochschul-Kursen aktiv. Besuchsgaranten sind die Fachbereiche Gesundheit und Fremdsprachen inklusive Deutsch, die zusammen drei Viertel des Angebots und der Teilnehmenden ausmachen. Viel Raum nehmen dabei die Integrations- und Deutschkurse ein, deren Kosten nur zum Teil vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) getragen werden. „Würde die Stadt keinen Zuschuss geben, könnten wir sie nicht stattfinden lassen“, hebt Bünning das Engagement der Stadt Elmshorn hervor.
VHS als wichtiger Sprachvermittler
Die Volkshochschul-Leiterin: „Deutschkenntnisse sind der erste Meilenstein der Integration.“ Im laufenden Jahr will die Bundesregierung die Unterstützung der Kurse weiter zurückfahren. An den Deutsch-Prüfungen der Volkshochschule nahmen im vergangenen Jahr 804 Personen teil, 355 Menschen legten dort den Einbürgerungstest ab – eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr mit 179 Einbürgerungstests.
Bunte Vielfalt
Neben bewährten Angeboten wie der samstäglichen „VHS-Malschule“ mit Einzelworkshops zu Kunst und Kreativität greift die Volkshochschule auch immer wieder neue Themen auf, zum Beispiel zur künstlichen Intelligenz oder zur Stärkung der Demokratie. „Die Volkshochschule ist bunt“, sagt Bünning. „Wenn man abends durch die Flure geht, hört man hier Spanisch, dort eine Oper und in den nächsten Raum geht gerade jemand mit einer Yogamatte unter dem Arm.“
Offener Ganztag
Darüber hinaus organisiert und betreut die Volkshochschule den Offenen Ganztag an der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule und neuerdings auch der Boje-C.-Steffen Gemeinschaftsschule.
Stadtarchiv
311 Nutzende nahmen im vergangenen Jahr die Bereitstellung von Archivgut im Stadtarchiv in Anspruch. Hinzu kamen 239 Anfragen. Beide Zahlen sind im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen, erklärt Stadtarchiv-Leiter Oliver Gülck, der diese Themen mit nur einer hauptamtlichen Kollegin bearbeitet. Daneben sind auch acht Nebenamtliche im Stadtarchiv tätig.
Gigantischen Berg erschließen
Alle Beteiligten haben jede Menge zu tun. „Hauptthema ist die Erschließung von dem, was aus 100 Jahren und mehr da ist“, sagt Gülck. „Das ist ein gigantischer Berg.“ Schätzungsweise eine Million Bilder warten noch auf die geordnete Erfassung und Zuordnung. Hinzu kommt ein laufender Kilometer Akten aus dem Rathaus-Keller, die durchgesehen und bearbeitet werden müssen. „Ziel ist es, weniger als 20 Prozent davon zu übernehmen“, so Gülck.
Bilder einscannen und Texte erfassen
Bereits in die Datenbanken aufgenommen werden konnten im vergangenen Jahr rund 3.400 Dias aus der Privatsammlung von Walter Placzek. Auch 127 Personalakten, 17 Jahrgänge der Lokalzeitung, drei Jahrgänge des Elmshorner Tageblatts sowie 73 Bücher und Druckschriften konnten digitalisiert werden. „Insgesamt kam der Haupt-Einscannende im Archiv auf rund 33.000 Scans“, so Gülck. Auf dem Youtube-Kanal „Elmshorn damals“ sind elf neue Zeitzeugen-Interviews abrufbar.
Ausstellung im November geplant
Für dieses Jahr plant Gülck eine Ausstellung sowie im November den Tag der Elmshorner Geschichte gemeinsam mit dem Industriemuseum.