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Stadtarchiv Elmshorn
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Elmshorn: Auf dem Weg in die Gegenwart

Von den Anfängen im 12. Jahrhundert, über die erste urkundliche Erwähnung des Kirchspiels 1362 wuchs Elmshorn über die Jahrhunderte zu einem städtischen Mittelzentrum heran.

Bis dahin war es zum Teil auch ein steiniger Weg. So verwüsteten durchziehende Truppen im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) Elmshorn mehrfach – und auch die Pest tat ihr Übriges. Der Überlieferung nach stammt aus dieser Zeit das Elmshorner Traditionsgericht „Graue Erbsen“; auch wenn es dafür keinen belastbaren Beleg gibt. Im 2. Nordischen Krieg verteidigten 1657 dänischen Truppen die Kruckschanze gegen schwedische Angreifer. Eine Festung, die im Gebiet des heutigen alten Klärwerks zwischen "Kruck" und "Vormstegen" lag. Doch nicht nur Krieg und Seuchen waren verheerend, sondern auch andere Katastrophen. So vernichtete 1750 eine großer Brand 47 Häuser und neun Scheunen im Stadtgebiet.

Wachstum, Walfang und Wochenmarkt

Als Wirtschaftsstandort und Hafenstadt wuchs Elmshorns Bedeutung stetig. Dazu trug auch der Bahnanschluss 1844 bei, der für einen immensen Aufschwung sorgte. Die Krückaustadt profitierte von der Industrialisierung und erlebte ein rasantes Wachstum.

Schiffbau, Lederfabriken und Lebensmittelproduktion waren bedeutende Standbeine der hiesigen Wirtschaft, die Elmshorn prägten. Die Tradition des Wochenmarktes hat ihren Ursprung im 18. Jahrhundert. 1737 zum zunftberechtigten Flecken erhoben, wurde dieser ab 1741 abgehalten; bis heute eine zentrale und beliebte Veranstaltung.

Beeindruckende Spuren hat die Ära des Elmshorner Walfangs hinterlassen, der im frühen 19. Jahrhundert begann. Aufgrund des Robben- und Walfangs sowie des Seehandels wurde Elmshorn auch "Dat lütje Hamburg". Der Walfänger „Flora“ ziert bis heute das Stadtwappen. Er ist aber auch Namensstifter in vielen Bereichen des Stadtlebens.

Politik, Krieg und Veränderungen

Aber auch große Politik hielt Einzug an der Krückau, als 1863 in Elmshorn 20.000 Menschen aus Schleswig-Holstein zur Landesversammlung eintrafen und die Unabhängigkeit von Dänemark forderten. Friedrich der VIII. wurde zum Herzog ausgerufen – der Auftakt des Deutsch-Dänischen Krieges.

Als Eisenbahnknotenpunkt und Industriestandort geriet Elmshorn im Zweiten Weltkrieg auch ins Visier alliierter Bomber. So wurden am 3. August bei einem Angriff 62 Menschen getötet, 150 verletzte sowie hunderte Gebäude zerstört und beschädigt. Vor Einmarsch der britischen Truppen, befreite sich Elmshorn selbst vom Regime des Nationalsozialismus, als ein antifaschistischer Ordnungsdienst die Macht in der Stadt übernahm.

Nicht Bomben, sondern eine schwere Sturmflut trafen die Stadt 1962. Doch mit der Fertigstellung des Krückausperrwerks 1969 konnte auch diese Gefahr gebannt werden.

Die Infrastruktur der Stadt hat sich seit den 1970er Jahren verändert. Schiffbau und Lederfabriken sind lange Geschichte, stattdessen ist Elmshorn unter anderem seit 2011 Sitz der Kreisverwaltung - Kreisstadt ist aber weiterhin Pinneberg.

Wissenswertes zur Stadtgeschichte liefern das Industriemuseum, Catharinenstraße 1, die Traditionsschiffe “Gloria“ und “Klostersande“ im Hafen sowie das Stadtarchiv. Lebendig wird die Historie auf einer Stadtführung.