Die Suche nach dem Wappen
1877 - Nesselblatt mit Fluss
Zu einer Stadt gehört ein Wappen. Und so schrieb die königliche Regierung in Schleswig im Januar 1877, Elmshorn hatte fast sieben Jahre Stadtrechte, an die Elmshorner Verwaltung. In dem Brief hieß es, man solle, falls vorhanden, "eine Zeichnung und Beschreibung des Wappens der Stadt mit thunlichster Beschleunigung einreichen“. Doch in der Krückaustadt gab es keine Zeichnung. Daher bat die Verwaltung den Sekretär des Germanischen Nationalmuseums, Freiherr von Weißenbach, um eine Skizze.
Von Weißenbach schickte ein Papier mit einer Ulme, in deren Laubdach das Landeswappen und ein Horn zu sehen waren. Doch "Ulmenhorn“ hatte nichts mit "c Elmshorn“ zu tun, daher lehnte Schleswig das Motiv ab. Am 23. April 1877 entschied das Kollegium sich schließlich für ein Wappen, das ein silbernes Nesselblatt, durchzogen von einem stilisierten Fluss, zeigte.
1903 - Segelschiff mit Stadtmauer
Zehn Jahre später fragte die Regierung an, ob Elmshorn für das Wappen eine "obrichkeitliche Genehmigung“ besitze. Diese Genehmigung besaß Elmshorn nicht. Die Folge war, Elmshorn musste ein neues Wappen planen und beschließen, da das schleswig-holsteinische Nesselblatt scharf kritisiert wurde. Denn auf Städtewappen hatte man die Wappen ehemaliger Territorialherren grundsätzlich "thunlichst außer Betracht“ zu lassen. Damit begann die Suche nach einem neuen Symbol. Schließlich genehmigten sich die Elmshorner 1903 ein weiteres Motiv - Segelschiff und ein Stück Stadtmauer mit drei kleinen Türmen. Die Elmshorner Nachrichten durften mit Genehmigung des Magistrats ab dem Jahre 1904 das Wappen im Zeitungskopf verwenden. Doch auch dieses Stadtwappen fand nicht die Gnade der Obrigkeit.
1953 - Segelschiff ohne Stadtmauer
Ende der 30er Jahre wies das Landesarchiv Schleswig-Holstein auf das "Beiwerk Mauerkrone“ hin. Dies gehörte nach Meinung der dortigen Mitarbeiter nicht ins Wappen. Erst am 29. Dezember 1953 entschloss sich das Elmshorner Kollegium für ein neues Motiv, das bis heute gültig ist. Nach 83 Jahren Stadtrecht war die Wappensuche beendet.
Ursprung von Wappen im 12. Jahrhundert - was man im Schilde führte
Angemerkt: Der Ursprung des Wappens liegt im 12. Jahrhundert. Damals begannen sich durch Rüstungen unkenntlich gewordene Ritter durch farbige Kampfschilde zu identifizieren. Wegen der Notwendigkeit des schnellen Erkennens griffen die Wappenmaler zu kräftigen Farben und klaren Symbolen, schließlich war es (über)lebenswichtig zu erkennen, was der andere "im Schilde führte“ ¬- so erkannten die kämpfenden Ritter Freund oder Feind.