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Stadtarchiv Elmshorn
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Datum: 09.11.2021

Von der Datenbank bis zur "Westgate"

Elmshorns Wirtschaftsförderer "leidet“ unter Vollbeschäftigung

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Wirtschaftsförderer Thomas Becken

Zu seinen Lieblingsprojekten gehören "Westgate“ und ein Logo für Elmshorn. Thomas Becken setzt aber auf eine Datenbank und insbesondere auf das persönliche Gespräch mit Unternehmern. Der Teamplayer ist seit Herbst 2006 Elmshorns Wirtschaftsförderer. Obwohl Beamter und Ex-Ordnungsamtsleiter wirkt Becken eher wie ein freier und kreativer Unternehmensberater.

Mitte des ersten Jahrzehnts im 21. Jahrhundert war es Elmshorns Verwaltungsspitze und Selbstverwaltung klar: Die Krückaustadt braucht eine Planstelle für einen städtischen Wirtschaftsförderer. Eine Mittelstadt in der Metropolregion Hamburg kann nicht, so hieß es, eine umfassende und wirksame Wirtschaftsförderung bei der Bürgermeisterin ansiedeln. Zu vielfältig seien die Aufgaben. Bereits Anfang der 1990er-Jahre gab es schon einmal eine Planstelle für einen Wirtschaftsförderer. In Erinnerung aus dieser Zeit blieben ein paar Broschüren.

Auch wenn 2005 Klarheit über eine Wirtschaftsförderung herrschte, folgten zahlreiche Diskussionen in den Selbstverwaltungsgremien und viele Papiere mit tausend Ideen. Doch das Geld zeigte wieder einmal Grenzen auf. Im Herbst 2006 folgte schließlich der Beschluss für die "Ein-Mann-Abteilung“. 2007 begann die Arbeit für Thomas Becken. Viel gab es nicht, worauf der "Wirtschaftsberater“ zurückgreifen konnte. Das Wichtigste war vielleicht: Die Stadt Elmshorn hatte in der freien Wirtschaft bereits seit Jahren den Ruf weg, schnell und möglichst unbürokratisch zu agieren. Eine gute Ausgangsbasis. Für Thomas Becken begann eine Aufbauarbeit. Mittlerweile ist er Bindeglied zwischen Unternehmern und der Stadtverwaltung. Viel Kleinarbeit absolvierte er, und er hatte viele Ideen. Heute – wie damals – „leidet“ Becken unter Vollbeschäftigung.

Zu seinen Lieblingsprojekten gehört "Westgate“. Darunter versteht Becken die Wirtschaftskraft entlang der A 23 – ähnlich wie bereits seit Jahren an der A 7 – zu bündeln. Von Halstenbek bis Itzehoe soll die „Westgate“ reichen – mehr als 200 000 Menschen leben in den Städten entlang der A 23. Einen "Westgate“-Anfang gab es mit der Business-to-Dialog-(b2b)Messe im Februar dieses Jahres. "Westgate“ ist nur eins von vielen Themen, die Becken bearbeitet. Und die Ein-Mann-Abteilung wurde mittlerweile aufgestockt: Petra Schmidt steht dem Wirtschaftsförderer zur Seite.

Wirtschaftsrat

Auch der im Dezember 2009 gegründete Wirtschaftsrat darf nicht vergessen werden. Diese Institution soll Impulse geben. Zu den Impulsgebern gehören: Claus Dölling (Döllinghareico), Monika Dormann (Steier/Veloflex), Uwe Heinitz (Möbel-Heinitz), Karsten Junge (Holz Junge), Christian Mahler (EMV Immobilien), Jörg Meier (Kanzler der Nordakademie), Karsten Pape (Steuerberater), Werner Steinke (Robin Wood) und Christina Teßler (Autoliv). Sie alle arbeiten ehrenamtlich für die Stadt und wurden für fünf Jahre gewählt.

Datenbank und Kommunikationssystem

Neben der Arbeit an einem Logo für Elmshorn, an deren Entwicklung viele Persönlichkeiten und auch Institutionen in unterschiedlichster Form beteiligt sind, arbeiten Mitarbeiter*innen in der Elmshorner Verwaltung am Aufbau einer Datenbank. Dabei wird im Rathaus alles erfasst: Unternehmen, Gewerbeflächen, Gewerberäume, Arbeitnehmerzahlen und Ausbildungsplätze. "Unser Wirtschafts- und Informationssystem ist vorbildlich“, sagt Thomas Becken und lobt die IT-Abteilung des Elmshorner Rathauses. Sie habe das neue System - Datenbank und Kommunikationssystem - entwickelt.

Vor drei Jahren begann die politische Debatte über das Informationssystem. Anlass: Im Rathaus gab es keine Daten, auf die der Wirtschaftsförderer kurzfristig und bequem zurückgreifen konnte.

Um die Datenbank zu vervollständigen, müssen die mehr als 3000 in Elmshorn angemeldeten Gewerbetreibenden angeschrieben werden. Mittlerweile bekamen 1400 Unternehmen - von der Kosmetikstube bis zu den Kölln-Flockenwerken - einen Erhebungsbogen zugeschickt. Woche für Woche kommen 50 Unternehmen hinzu. Mit dem Rücklauf von mehr als 50 Prozent ist man zufrieden.

Erfragt werden Unternehmensname, Rechtsform, Betriebsform, Standort, Branche, Anzahl der Mitarbeiter, Gründungsjahr und, ob ausgebildet wird. "Natürlich möchten wir einen Ansprechpartner genannt haben“, sagt Becken. Denn sein Ziel als Wirtschaftsförderer ist es, einen "kurzen Draht von und zu den Betrieben“ zu haben. Über das Datensystem soll künftig mit den Unternehmen kommuniziert werden. So erhielten die erfassten Betriebe den Info-Brief „Newsletter“. Darin wird über die neue Datenbank, den Wirtschaftsrat und über die Messe "Berufe 2011“ informiert.Die Datenbank ermöglicht es, Gesprächsnotizen mit Unternehmen unter deren Namen zu schreiben, die Korrespondenz abzuspeichern und unternehmerische Entwicklungen festzuhalten.

Aber auch unternehmensunabhängige Daten können gespeichert werden. So ist man im Rathaus noch nicht in der Lage, auf Anfrage kurzfristig mitzuteilen, wo Gewerbeflächen oder Gewerberäumen ungenutzt stehen und vermittelt werden könnten. Auch dies soll sich ändern. Ferner soll das System als Präsentationsplattform und für grafische Darstellungen genutzt werden. Die von der IT-Abteilung entwickelte Datenbank ist flexibel und ausbaufähig. Stolz könne die IT-Abteilung auf ihr Produkt sein, meint Becken. Dies habe eine Tagung in Nordrhein-Westfalen gezeigt. "Andere Kommunen und Programmspezialisten waren von unserem System begeistert“, so T

Autor*in: Ulrich Lhotzky-Knebusch