Aktionstag an Beruflicher Schule: Gewalt kommt nicht in die Tüte
Für Basting Anlass genug, auch im 22. Jahr zum Internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ mit der Bäckerinnung, der Frauenberatung, dem Frauenhaus, dem Frauennetzwerk und dem Schleswig-Holsteinischen Institut für Berufliche Bildung zu initiieren. Diese fand am Donnerstag, 27. November 2025, zusammen mit und an der Beruflichen Schule Elmshorn statt.
Schüler*innen sind begeistert
„Das ist eine tolle Aktion, mit der wir die Leute hier überraschen“, findet Viktor. Zusammen mit seinen Mitschüler*innen packte und verteilte der angehende Bäckereifachverkäufer 1.000 Brötchentüten mit der Anti-Gewalt-Botschaft. Auch Lea verteilte das von der Elmshorner Backstuv GmbH gesponserte Gebäck. Die 18-Jährige sagt: „Ich finde es gut, dass die Schülerinnen und Schüler so auf das Thema aufmerksam gemacht werden.“
Einheit mit Vertreterinnen des Frauenhauses
Schon vor der Verteilaktion erhielten die Schülerinnen und Schüler Unterrichtsbesuch von Cordula Pahl und Francine K. aus dem Elmshorner Frauenhaus. „Ich hätte nicht gedacht, dass in der Einrichtung, die eigentlich als Notfall-Einrichtung gedacht ist, dauerhaft alle Plätze belegt sind“, zeigt sich Viktor überrascht. Ziel der Einheit war es, die jungen Erwachsenen für das Thema zu sensibilisieren: „Was ist überhaupt Gewalt?“, fragt Cordula Pahl. Um das zu klären, sollten sich die Auszubildenden zu Fallbeispielen positionieren. Ist es zum Beispiel schon Gewalt, wenn nur einer in der Familie bestimmt, wofür das Geld ausgegeben wird? „Zwischen Schwarz-Weiß gibt es noch ganz viel“, betont Pahl. Ihre Kollegin bescheinigt den Auszubildenden nach der Einheit: „Die haben schon ein gutes Gespür und viel Kenntnis zu dem Thema, obwohl sie sagen, dass sie noch nie selbst was damit zu tun hatten.“
Herausforderung für die Auszubildenden
Bernd Schauerte, Klassenlehrkraft Bäcker/-fachverkauf, begrüßt die Aktion auch im Sinne der Ausbildung: „Beim Verteilen der Tüten werden die Auszubildenden der Unterstufe das erste Mal sehr niedrigschwellig und ohne Kasse auf Menschen losgelassen – das passt sehr gut in unser Unterrichtsfach Kommunikation und das dort unter anderem behandelte Thema verbale Gewalt. Am Ende dieser Aktion werden sie stolz wie Bolle sein“, ist er überzeugt.
3.500 Euro fließen in Traumatherapieangebote
Neben den Brötchentüten wurde auch ein von den Auszubildenden des Bäckereihandwerks gebackener Scheck über 3.500 Euro an das Frauenhaus überreicht. Das Geld ist für Traumatherapieangebote gedacht und stammt aus einer Spendenaktion, an der sich Bürger*innen, Institutionen, Firmen und Parteien aus dem gesamten Kreis Pinneberg beteiligt haben. Die Stadt Elmshorn gibt ebenfalls Geld für die Anti-Gewaltarbeit dazu. „Seit Beginn der Spendenaktion konnten 260 Frauen mit einer Traumatherapie versorgt werden“, freut sich Gleichstellungsbeauftragte Basting.