Elmshorns Jugend-Kulturpreis-Trägerin und Nachwuchspreis-Träger stehen fest
„Wir hatten acht Bewerbungen aus den Sparten Musik, Tanz, Theater und bildende Kunst“, so Moritz. Dennoch sei für die Entscheidung nur eine Jurysitzung nötig gewesen.
Preisverleihung folgt später
Die offizielle Preisverleihung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.
Jugend-Kulturpreis-Trägerin Hanna Werner
„Sie ist eine Künstlerin, die uns außerordentlich beeindruckt hat“, erklärt Moritz. Hanna Werner singt, tanzt, zeichnet, verfasst eigene Poetry-Slam-Beiträge und ist als Darstellerin, Regisseurin, Requisiteurin und Verantwortliche für Inszenierung, Organisation und Probenplanung bei Theateraufführungen aktiv. Aktuell absolviert die 22-Jährige aus Kiebitzreihe ihre Ausbildung zur Bühnendarstellerin an der Norddeutschen Musical Akademie in Pinneberg. Anschließend soll das Aufbaustudium Theaterpädagogik folgen. „Ich möchte es auf jeden Fall versuchen, es im Musical-Bereich zu schaffen“, sagt Werner, am liebsten als Lillifee. Sie möchte aber auch freiberuflich Kinderbücher illustrieren und ihre Poetry Slam-Beiträge als Gedichtband herausgeben.
Vielfältige Betätigungsbereiche
Auf Elmshorner Bühnen war sie bereits im Musical „Road to Hadestown“ an ihrer alten Schule, der EBS, zu sehen, im Finale des SchulSlams, bei „Elmshorn liest“, der Pride Parade oder als Chor- und Bandmitglied sowie als Solokünstlerin. Ihre Zeichenkünste teilt sie primär über die sozialen Medien.
Von den Freunden nominiert
„Ich habe einen fantastischen Freundeskreis, der mich ohne mein Wissen nominiert hat“, sagt Werner. „Über den Jugend-Kulturpreis freue ich mich ganz wahnsinnig“, so die junge Frau, die schon in Kindestagen mit dem Singen begann, sich mit sieben Jahren in die Kunstform Musical verliebte und mit 14 Jahren dann den ersten Gesangsunterricht erhielt.
Preisgeld will sie zum Teil spenden
Ihre 1.000 Euro Preisgeld möchte sie nur zum Teil für sich behalten. Den Rest wird Hanna Werner an den Palestines Children‘s Relief Fund, das Tierheim Elmshorn und andere wohltätige Zwecke spenden. „Wann komme ich sonst schon mal so einfach an so viel Geld, das ich teilen kann“, sagt das aktive Mitglied von Fridays for Future.
Nachwuchspreis-Träger Crossing Borders
Der Hintergrund der Hainholzer Gruppe Crossing Borders geht zwar weit über den reinen Breakdance hinaus, aber „überzeugt hat uns das künstlerische Können“, so Stadtrat Moritz. „Ich selbst habe sie schon zweimal live sehen dürfen und war hin und weg“, sagt er über die aktuell zwölf 12- bis 18-Jährigen um ihren Hamburger Trainer Chris Jackson. Auftritte hatten die Crossing Borders unter anderem bei den Hafenfesten, bei städtischen Veranstaltungen wie den Interkulturellen Wochen oder beim AWO Kinderfest. 2023 nahmen einige von ihnen am Hip-Hop Grand Slam in Hamburg und am Battle of the Year in Hannover teil.
Training immer freitags
Immer freitags trainieren die Crossing Borders im Haus der Begegnung ihre Moves, ihre Beweglichkeit, Kraft, Dynamik, Ausdauer, ihr Rhythmusgefühl und ihre Konzentration. „Das bringt ohne Ende Spaß“, sagt Kingsley, der seit der Gründung 2016 dabei ist und mittlerweile auf sehr hohem Niveau performt. „Für King gibt es in Elmshorn keine Konkurrenz mehr“, so sein Trainer. Um den 20-Jährigen diesbezüglich wieder etwas zu erden, schickt Jackson ihn nach Hamburg.
Trainer ist auch Lifecoach
Für die Jungs – und in den vergangenen Jahren Mädchen – ist Chris Jackson viel mehr als nur ihr Tanzlehrer. „Wir sind Freunde, können offen mit ihm reden und so die Sichtweise und Hilfe von einer erwachsenen Person mitbekommen“, sagt Breakdancer Ilja. Jackson selbst stammt aus einer rauen Hamburger Gegend, kennt die Sorgen und Nöte seiner jungen Breakdancer. „Ich habe den Eindruck, bei uns wird oft besser zugehört als bei anderen Pädagogen“, sagt er. „Viele denken, man unterrichtet nur das Tanzen, aber die Gespräche sind viel wichtiger – die Moves kann man auch bei YouTube oder TikTok lernen. Ich gebe ihnen mein Mindset mit“, erklärt der 39-Jährige, der schon mit Stars wie Dieter Bohlen, Eco Fresh, Fettes Brot, Xavier Naidoo, Samy Deluxe oder Afrob auf Tour war.
Hintergrund der Gruppe
Entstanden ist die Gruppe in Folge der Flüchtlingsbewegung 2015 als Projekt der AWO SH gGmbH. Die Mittel dafür stammen aus dem Sprachförderungs- und Integrationsvertrag Schleswig-Holstein, erläutert die langjährige AWO-Bereichsleiterin Kerstin Thiel. Das Ziel damals wie heute: Sprachförderung und Integration durch aktive Begegnung.
Die Jury
Für den Jugend-Kulturpreis und den Nachwuchspreis 2025 der Stadt Elmshorn nahmen an der Jury-Sitzung teil: Erster Stadtrat Dirk Moritz als Fachdezernent, Anna Haentjens für die Sparte „Musik“ und in der Position als Vorsitzende der Jurysitzung, Susanne Berger für die Sparte „bildende Kunst“, Arne Tiedemann für die Sparte „Literatur“, Souzan Alavi für die Sparte „Theater“, Sven Bracke für die Sparte „Heimatpflege“, Anja Meyer für die Stadtjugendpflege sowie Jan Berning und Karin Kunkel für die im Stadtverordneten-Kollegium vertretenen Parteien.
Hintergrund zu den Preisen
Der Jugend-Kulturpreis und der Nachwuchspreis der Stadt Elmshorn werden seit 2021 alle zwei Jahre vergeben. Die Altersgrenze für den Jugend-Kulturpreis liegt bei 25 Jahren, die für den Nachwuchspreis bei 18 Jahren. Ausgezeichnet werden können Einzelpersonen, Schulklassen, schulische Arbeitsgemeinschaften, außerschulische Initiativen oder Gruppen, deren kulturelles Wirken in Beziehung zur Stadt Elmshorn steht. Voraussetzung sind besondere aktiv kulturschaffende beziehungsweise kulturelles Gut schaffende Leistungen in den Sparten Musik, bildende Kunst, darstellende Kunst, Theater, Film, Foto, neue Medien, Literatur oder Heimat- und Denkmalpflege.
Bisherige Preisträger*innen
- 2021: Big Band der Bismarckschule Elmshorn (Jugend-Kulturpreis), Victoria Jürgens (Nachwuchspreis)
- 2023: Mina Taheri (Jugend-Kulturpreis), Jugendchor der Liedertafel Elmshorn e. V. (Nachwuchspreis)