Wittenberge - Eierwurf macht Schlagzeilen

Kanzler tauft einen ICE

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) kam am 24. August 2004 nach Wittenberge, um den für 76 Millionen Euro sanierten Bahnhof einzuweihen und einen ICE auf den Namen "Stadt Wittenberge" zu taufen.

Auf dem Bahnhofsvorplatz der Elmshorner Partnerstadt demonstrierten einige hundert Menschen gegen die geplante Arbeitsmarktreform - Agenda 2010 genannt, wozu auch Hartz-IV gehört.

Bundesweite Schlagzeilen machte die Einweihung, weil aus der Menge ein oder zwei Eier in Richtung Kanzler geworfen wurden. Sie verfehlen Gerhard Schröder aber um einige wenige Meter. Stattdessen wurden ein Bodyguard und der EN-Berichterstatter Ulrich Lhotzky-Knebusch getroffen.

Der Bahnhof Wittenberge entstand 1846 entlang der Strecke Hamburg - Berlin. 1851 eröffnete die Bahn die Strecke Wittenberge - Stendal. Damit wurde der Bahnhof Wittenberge zum wichtigsten Eisenbahnknoten zwischen Berlin und Hamburg.

Der Ausbau des Bahnhofs Wittenberge begann ab 2000. Er verlor dabei seine Eigenschaft als Inselbahnhof. Alle Gleise befinden sich nun auf der östlichen Seite des Empfangsgebäudes. Die sogenannte „Magdeburger Seite“ verlor ihre Gleise, die Strecke aus Richtung Stendal wurde südlich des Gebäudes auf die Berliner Seite verschwenkt. Dabei wurde auch die Gleisanzahl deutlich reduziert. 280 000 Tonnen Erde bewegte man, rund 22 Kilometer Gleis erneuerte die Bahn, 120 Weichen wurden aus- sowie 42 eingebaut und 32 Kilometer Oberleitung erneuert. Die Durchfahrgeschwindigkeit der Züge konnte von 30 auf 160 km/h erhöht werden.

Autor: Ulrich Lhotzky-Knebusch, 20.09.2011