Wittenberge - In der Kulturarbeit wird kooperiert
Die Stadt Wittenberge hat gemeinsam mit anderen Städten in der Prignitz, darunter Perleberg, ein Kulturkonzept erarbeiten lassen. Das Fazit: Die Städte wollen miteinander kooperieren und nicht konkurrieren.
Kulturhaus
In Wittenberge bildet das Kulturhaus der Stadt Wittenberge und das Kulturzentrum auf dem alten Ölmühle-Gelände Schwerpunkte des kulturellen Lebens. Das Kulturhaus besteht seit fast 53 Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg fehlten in der Elmshorner Partnerstadt Festsäle. Der Stadtsaal und der Saal der Gaststätte „Centralhalle“ waren zerstört. Daher diskutierte man Anfang der 50er Jahre über eine neue Einrichtung. 1955 war es schließlich soweit: Auf dem Gelände des abgerissenen Gefängnisses legte man den Grundstein für ein neues Kulturhaus. Eine Schweriner Architektengruppe erarbeitete einen Plan für ein Gebäude im Stil des „Nationalen Traditionalismus“. Viele Bürger der Stadt leisteten ihren Beitrag und erbrachten mehr als 50.000 Aufbaustunden.
Im Februar 1958 gab es im Rohbau einen Brand, der erheblichen Schaden anrichtete. Besonders im Bühnenbereich und im großen Saal zerstörte das Feuer viel. Gut eineinhalb Jahre später war das Gebäude dann aber fertiggestellt und es fand am 7. Oktober 1959 die Einweihung des Hauses statt. Benannt wurde es nach dem Dichter und ehemaligen Kulturminister der DDR, Johannes R. Becher.
Nach der Wende, 1994, stellten die Behörden das Kulturhaus unter Denkmalschutz. Von 1997 bis 1999 gab es eine große Sanierung am und im heutigen Kultur- und Festspielhaus. Konnte man vor dieser Sanierung wegen des feststehenden Gestühls nur in einem großen Saal mit einer Bühne Aufführungen organisieren, so gibt es heute einen kleinen und einen großen Saal, in dem neben traditionellen Vorstellungen auch Feste gefeiert werden können.
Im Foyer gibt es außerdem Ausstellungen und in weiteren Räumen können Vorträge für einen kleineren Publikumskreis durchgeführt werden. Jährlich besuchen etwa 43.000 Menschen das Kultur- und Festspielhaus im Zentrum der Stadt.
Alte Ölmühle
Der zweite zentrale „Kulturort“ ist die „Alte Ölmühle“. Das ehemalige Fabrikgebäude ist heute denkmalgeschützt, in ihm wird Erlebnisgastronomie geboten. Außerdem finden hier alle Jahre wieder die Elblandfestspiele. Ferner gibt es in den zum Teil mehr als 150 Jahre alten Gemäuern viele kulturelle Veranstaltungen, zum Beispiel Lesungen und Konzerte. Die „Alte Ölmühle“ liegt direkt am Elberadweg und an der Elbe – am Wasser gibt es im Sommer eine Strandbar.
Kulturkonzept
Da in Wittenberge – wie in anderen Städten – Geldmangel herrscht, gaben Wittenberge und die Städte Perleberg und Karstädt grünes Licht für ein Kulturkonzept. Die drei Gemeinden bilden den Regionalen Wachstumskern (RWK) in der Prignitz. Die Grundlagen für das Konzept erarbeiteten Mitarbeiter der Fachhochschule Potsdam. Sie formulierten den Ist-Zustand in den drei Städten. Das Konzept soll insbesondere regeln, wie kulturelle Angebote und Veranstaltungen zwischen den Kommunen abgestimmt werden können.
Die Kernaussage: Die drei Städte kooperieren in allen Kulturangeboten miteinander. Nicht jede Stadt muss alles bieten. Es gibt gemeinsame Angebote. Es gibt eine gemeinsame Informationspolitik und Öffentlichkeitsarbeit. Die Gemeinsamkeit geht hin bis zur Absprache über Ausstellungen.