Dank überragender Spendenbereitschaft: Oldtimer-Löschfahrzeug fährt wieder

Es hat viel Hilfsbereitschaft, Zeit, Nerven, Umwege, Mühe und am Ende insgesamt 61.000 Euro Spenden gekostet: Sechs Jahre nach seinem Motor- Totalschaden 2020 ist der Oldtimer der Freiwilligen Feuerwehr Elmshorn, Baujahr 1942, mit TÜV zurück auf der Straße. Das feierten aktive und ehemalige Kameradinnen und Kameraden am Dienstag, 22. September 2026, zusammen mit den Spenderinnen und Spendern, unter anderem der Bürgerstiftung VR Bank in Holstein und der Firma Kühl. Diese durften das 84 Jahre alte Löschfahrzeug, das immer noch für Ausbildungszwecke im Dienst ist, auf zwei Ausfahrten begleiten.

Präsentation zum großen Jubiläum

Öffentlich vorgeführt werden soll das Oldtimer-Löschfahrzeug 25 unter anderem bei der Feier zum 150-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Elmshorn Ende November und beim Blaulichttag im Mai 2027. „Bis dahin gibt es noch einen Haufen Reparaturen, die in Eigenregie gemacht werden“, so Britta Stender, Wehrführerin und Vorsitzende des Fördervereins für Oldtimer Feuerlöschfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Elmshorn e. V.

Nichts von der Stange

Dabei geht es vor allem um die Feuerwehrtechnik an Bord: Pumpe, Elektrik, dreiteilige Schiebeholzleiter, Karosserie ... „Es gibt nichts von der Stange“, so Schrauber und Fördervereinsmitglied Matthias Hofmann. „Wir versuchen dennoch, so viel von der Originalität zu erhalten, wie möglich“, sagt er.

Kosten nicht absehbar

Dass die Reparatur des Motors so lange dauern und so kostenintensiv werden würde, war beim Auftreten des Totalschadens 2020 nicht absehbar, erzählt der stellvertretende Vereinsvorsitzende und Kassenwart Tim Weber. Erst kam die Corona-Pandemie dazwischen, dann musste ein zweiter Motor als Ersatzteilspender her. „Den haben wir in Frankreich in einem alten Wehrmachtsauto aufgetrieben – ein klassischer Scheunenfund“, so Weber.

Förderverein sammelte Spenden

Der Förderverein sammelte damals zunächst 13.000 Euro Spenden für das Vorhaben ein. Dann brachten die Mitglieder beide Motoren zu einem Fachmann in Hamburg. Doch der meldete später Insolvenz an. „In einer Nacht- und Nebel-Aktion konnten wir unsere beiden Motoren retten“, erinnert sich Weber. Eine neue Spezial-Werkstatt fanden er und seine Mitstreitenden in Sachsen-Anhalt in Genthin.

Detailarbeit von Fachleuten

Dort gelang es den Fachleuten, den Motor zwischen November 2023 und Oktober 2025 in extrem aufwendiger Arbeit und mithilfe vieler Ersatzteile zu reparieren. „Unter anderem wurde die Kurbelwelle instandgesetzt und die Lagerschalen aus Bronze extra gegossen“, so Hofmann.

Das hat seinen Preis: Allein die Werkstatt rief am Ende knapp 39.000 Euro auf. Über Spenden kamen erneut 19.000 Euro zusammen. „Da haben wir wirklich alle Kontakte genutzt“, so Kassenwart Weber. Viele aktive und ehemalige Feuerwehrleute spendeten selbst namhafte Beträge.

Starkes Ergebnis

Die Mühe hat sich gelohnt. Der Motor läuft wieder. „Alle Fachleute haben uns versichert, dass wir zu unseren Lebzeiten nicht nochmal so damit zu tun haben werden“, sagt Weber. Arbeit gibt es dennoch laufend. Für die TÜV-Zulassung musste zum Beispiel auch der Kompressor für die Druckluftbremse repariert werden, wofür ebenfalls ein Original-Zylinder aus derselben Baureihe von 1942 beschafft werden musste. Auch vor diesem Hintergrund freuen sich die Fördervereinsmitglieder immer über fachkundige und finanzielle Unterstützung – entweder als aktive Mitglieder oder als freie Unterstützerinnen und Unterstützer. „Der Verein steht jedem offen“, betont Vorsitzende Stender.

Geschichte des Großlöschfahrzeugs 25

Das LF 25 der Marke Mercedes stand von 1943 bis 1972 als Gruppenfahrzeug der Löschgruppe 6 im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Elmshorn. Es wurde 1973 durch ein neues Modell ersetzt und daraufhin dem Elmshorner Oldtimer-Fan und Autohändler Erich Schuldt mit der Maßgabe übergeben, am Aufbau und an der Farbe nichts zu ändern. Nach seinem Tod gab die Familie das Fahrzeug an die Feuerwehr zurück. Die folgende Restaurierung in Eigenregie dauerte bis 1995. Bis in die 2010er-Jahre hinein wurde das Fahrzeug weiterhin aktiv eingesetzt, unter anderem zum Auspumpen vollgelaufener Bahnunterführungen. Vor allem diente und dient es aber Ausbildungszwecken.

Technische Daten

Fahrgestell: Mercedes Benz L 4500S F1
Motorleistung: 120 PS
Hubraum: 7274 ccm
Leergewicht: 6.600 kg
Zulässiges Gesamtgewicht: 10.900 kg (wurde auf 7.500 kg abgerüstet)
Maße: 8,60 x 2,45 x 2,50 m
Höchstgeschwindigkeit: 65 km/h
Pumpenleistung: 2500 l/min