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Kampfmittel in Elmshorn

Auch sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges werden regelmäßig Blindgänger und Munition bei Tiefbauarbeiten auf Baustellen, auf See und sogar unter bestehenden Gebäuden entdeckt. Da Elmshorn Ziel sieben alliierter Luftangriffe war, können sich noch heute Kampfmittel im Untergrund befinden.

Bei diesen Angriffen wurden unter anderem Spreng-, Brand- und Splitterbomben mit einem Gesamtgewicht von etwa 139 Tonnen abgeworfen. Daher wurde das Elmshorner Stadtgebiet 2012 in die Liste der Gemeinden mit bekannten Bombenabwürfen der Kampfmittelverordnung aufgenommen.

Auswertung von Luftbildern

Vor jeder Tiefbaumaßnahme müssen Grundstückseigentümer*innen einen kostenpflichtigen Antrag zur Überprüfung auf Kampfmittelbelastung beim Kampfmittelräumdienst Schleswig-Holstein stellen. Dies gilt sowohl für private wie für öffentliche Bauvorhaben.

Für die Bearbeitung des Antrags wertet der Kampfmittelräumdienst zahlreiche Luftbildaufnahmen, Fotos und Archivalien aus, um die Fläche zu bewerten.

Gibt es Hinweise auf Kampfmittel?

Werden auf Luftbildern keine Bombentrichter oder Zerstörungen durch Abwurfmunition festgestellt und sind auch Munitionsfunde nicht bekannt, gibt es keine Hinweise auf Kampfmittel. Die Tiefbauarbeiten können durchgeführt werden.

Kampfmittelverdachtsflächen

Sollte es Hinweise auf mögliche Kampfmittel geben, wird das Grundstück als Kampfmittelverdachtsfläche eingestuft. Vor der eigentlichen Baumaßnahme müssen Sondierungen von einem Fachunternehmen durchgeführt werden. Werden bei der Sondierung keine Kampfmittel gefunden, kann der Verdacht entkräftet werden. Werden jedoch Kampfmittel entdeckt, müssen diese vom Kampfmittelräumdient entschärft, geborgen und entsorgt werden.

Ist die Kampfmittelfrage für Ihr Bauvorhaben geklärt?

Für Ihre Hausanschlussleitungen der Ver- und Entsorgung auf öffentlichem Grund werden die Anfragen von der Stadtentwässerung sowie den Stadtwerken beim Kampfmittelräumdienst gestellt.

Für die Tiefbauarbeiten auf Ihrem privaten Grundstück ist der Antrag zur Überprüfung auf Kampfmittelbelastung durch Sie als Eigentümer*innen zu stellen. Bitte beachten Sie, dass die Bearbeitungszeit des Kampfmittelräumdienstes zurzeit bis zu 27 Wochen beträgt.

Der Antrag steht zum Download auf der Internetseite des Kampfmittelräumdienstes Schleswig-Holstein zur Verfügung:

Antrag zur Überprüfung eines Grundstückes auf Kampfmittelbelastung

Dem Antrag beizufügen sind:

  • ein Lageplan mit Einzeichnung der vorhandenen Bebauung und des geplanten Vorhabens im Maßstab 1:1.000 bis 1:10.000
  • eine Vollmacht, sofern der/die Antragsteller*in nicht Eigentümer*in der Fläche ist (siehe Formblatt „Vollmacht“ auf Seite 2 des Antrages)

Wer Arbeiten zur Errichtung einer baulichen Anlage beginnt oder Tiefbauarbeiten durchführt, ohne die erforderliche Auskunft eingeholt zu haben, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet wird.

Verhaltensregeln bei Funden

1. Die Gegenstände dürfen niemals bewegt oder aufgenommen werden.

2. Die Arbeiten im unmittelbaren Bereich sind einzustellen.

3. Der Fundort ist so abzusichern, dass Unbefugte daran gehindert werden, an den Gegenstand heran zu kommen.

4. Die nächstliegende Polizeidienststelle ist über den Fund zu unterrichten.

5. Die Gegenstände dürfen auf keinen Fall zur Polizeidienststelle verbracht werden.


Der unsachgemäße Umgang mit Munition oder Teilen davon kann tödlich sein! Augenscheinlich schlechter Zustand und starke Rostbildung sind kein Beleg für die Ungefährlichkeit eines Kampfmittels. Zufallsfunde können niemals ausgeschlossen werden.

Rechtsgrundlage

Kampfmittelverordnung

Sprengstoffgesetz

Technische Anweisung Kampfmittelräumdienst Schleswig-Holstein