Kulturpreis der Stadt Elmshorn 2026 geht an Helmut Hamke
„Es war ein einstimmiges Votum der Jury in nur einer Sitzung“, so deren Vorsitzender, Erster Stadtrat Michael Leeske, bei der Bekanntgabe. Angesichts des jahrzehntelangen Einsatzes Hamkes für die Plattdeutsche Sprache, unter anderem als Initiator und Organisator des Festivals op Platt, als Gründer der Band Speelwark sowie des Kulturzentrums Töverhuus in Klein Nordende, fiel das leicht. „Den Preis hast du dir mehr als verdient, du lebst das Heimatgefühl“, so Leeske.
Preisträger überrascht
„Da habe ich überhaupt nicht mit gerechnet – ich hatte Null Ahnung“, erinnert sich Hamke an den Anruf des Juryvorsitzenden. „Demut“, ist das, was er empfinde, so der 75-Jährige. „Es gibt so viele Leute, die können eigentlich viel mehr als ich, und die kriegen keinen Preis. Aber trotzdem bin ich wahrhaftig dankbar dafür“, so Hamke, der nach eigenem Bekunden keine Noten beherrscht.
Speelwark
An der Gründung der Band Speelwark 1984 hinderte ihn das nicht. Bis zu ihrer Auflösung 2012 war er in über 500 Fernsehsendungen und endlosen weiteren Konzerten Gesicht und Sänger der Gruppe. Auch komponierte er viele der Stücke, welche auf insgesamt 15 CDs zu hören sind. Neben seinen musikalischen Auftritten war Hamke häufig als Moderator für den NDR tätig, etwa in den Sendungen „Freut euch des Nordens“, „Willkommen im Norden“ oder „Von Binnenland un Waterkant“.
Festival op Platt
Hamke kennt alle Größen der Plattdeutschen Szene und lockte sie alle schon zu seinem Festival op Platt auf den Pott-Carstens-Platz in Elmshorn: Yared Dibaba, Rolf Zuckowski, Hans-Timm „Timsen“ Hinrichsen, Gerrit Hoss und Co. Für Heidi Kabel sang er zusammen mit dem von ihm sehr verehrten Freddy Quinn ein Ständchen zu ihrem 80. Geburtstag auf der Alster. „Ich bin mit so viel Glück gesegnet“, sagt Hamke, der auf Wunsch des Geehrten auch die Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Elmshorn an Boje C. Steffen moderierte. „Mit Elmshorn verbinden mich so viele Herzenserlebnisse“, betont der 75-Jährige. Die offizielle Preisverleihung wird ein weiteres sein.
Plattdeutscher Experte
Das Plattdeutsche bekam der Klein Nordender mit in die Wiege gelegt: „Das ganze Dorf sprach Platt“, erinnert er sich. „Die Identität mit der Plattdeutschen Sprache ist bei mir eingebrannt.“ Sein Elternhaus – ein ehemaliges Bauernhaus – baute er 1993 gemeinsam mit seiner Frau um, um dort das überregional bekannte Kulturzentrum Töverhuus zu gründen. Auch dort gastierten bereits viele bekannte Größen wie sein Freund Reinhold Beckmann und unzählige Veranstaltungen.
Kulturpreis der Stadt Elmshorn
Die Stadt Elmshorn vergibt seit 2002 alle zwei Jahre den „Kulturpreis der Stadt Elmshorn“. Dieser wird für besondere, aktiv kulturschaffende beziehungsweise kulturelles Gut schaffende Leistungen verliehen und ist mit 3.500 Euro dotiert.
Was wird ausgezeichnet?
Eingeschlossen sind die geisteswissenschaftlichen und künstlerischen Sparten Musik, bildende Kunst einschließlich Kunsthandwerk, darstellende Kunst, Theater/Film und Literatur sowie das Gebiet der Heimat- und Denkmalpflege.
Kulturpreisträger
- 2024: Rockabilly Mafia (Musiker)
- 2022: Susanne Berger (Illustratorin)
- 2020: Farmersroad Blues Band (Musiker)
- 2018: Ruth Alice Kosnick (Bildende Künstlerin)
- 2016: Concerto Elmshorn (Streichorchester)
- 2014: Susanne Drdack (Musiklehrerin, Orchester- und Chorleiterin)
- 2012: Reimer Wulf (Luftbildfotograf)
- 2010: Wolfgang Sieg (Autor)
- 2008: Anna Haentjens (Sängerin)
- 2006: Per Koopmann (Fotografenmeister)
- 2004: Jutta Ivens (Theater-AG der Elsa-Brändström-Schule) und Hartmut Deutsch (Musiker, Kirchenmusik St. Nikolai)
- 2002: Anders Petersen (Grafiker, bildender Künstler)
Jurymitglieder
2026 gehörten der Jury an: Erster Stadtrat Michael Leeske als Vorsitzender, Walter Klement (Sparte „Musik“), Susanne Berger (Sparte „Bildende Kunst“), Nicole von Leesen (Sparte „Literatur“), Simone Voicu-Pohl (Sparte „Theater“), sowie Karsten Hübner, Thorsten Mann-Raudies, Sandra Mohr und Holger Fege für die im Stadtverordneten-Kollegium vertretenen Parteien.