Sieben neue Stolpersteine zeugen von sieben Schicksalen

Am 5. Juni 2026 wurden in Elmshorn im Rahmen einer Zusammenarbeit der Arbeitsgemeinschaft Stolpersteine für Elmshorn und der Stadt Elmshorn weitere Messingtafeln verlegt. Es befinden sich nun 32 Stolpersteine im Stadtgebiet.

Die Aktion Stolpersteine wurde durch den Künstler Gunter Demnig initiiert. Da dieser seine Mitwirkung am Termin kurzfristig absagen musste, wurde er durch seinen Kollegen Frank-Matthias Mann vertreten. Die handwerklichen Vorarbeiten an den Verlegestellen leistete der Betriebs- und Bauhof der Stadt Elmshorn.

Bürgervorsteher Andreas Hahn eröffnet

Die Aktion begann um 12.30 Uhr. An der Anschrift Vormstegen 31 begrüßte der Bürgervorsteher Andreas Hahn im Beisein von Oberbürgermeister Erik Sachse und dem Ersten Stadtrat Michael Leeske rund 40 Gäste und eröffnete die Aktion, während die ersten Stolpersteine für Henriette Lippstadt und Ilse Lippstadt verlegt wurden.

Henriette und Ilse Lippstadt

Im Anschluss führten Schülerinnen und Schüler der Bismarckschule Elmshorn Wort- und Musikbeiträge auf, worauf Gesang der Chanson-Sängerin Anna Haentjens und ein Wortbeitrag des Historikers Harald Kirschninck folgten. Zum Abschluss der Beiträge an der Anschrift legte Alisa Fuhlbrügge, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Elmshorn, zwei weiße Rosen neben den eingesetzten Stolpersteinen ab. Die Patenschaften übernahmen die AG Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage der Bismarckschule Elmshorn mit ihren Lehrkräften Wiebke Hildebrandt und Thorsten Mann sowie Frank Ramson, ein Urenkel des NS-Widerstandskämpfers Erich Krämer.

Stephania Malinowska und Johann Malinowski

In der Besenbeker Straße 6 begrüßte Adrian Planer, Lehrer an der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule, mit einleitenden Worten rund 30 Personen an der Verlegestelle. Es folgten Wortbeiträge durch Schülerinnen und Schüler und Gesang von Anna Haentjens.

Besenbeker Straße 6

Die Zwangsarbeiterin Stephania Malinowska und ihr Sohn Johann Malinowski wurden mit zwei Stolpersteinen gewürdigt und die Tafeln mit weißen Rosen geschmückt. Die Patenschaften übernahm die AG Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule mit dem Lehrer Adrian Planer.

James Philipp

Es folgte die Verlegung eines Stolpersteins unter der Anschrift Schulstraße 38/40, mit dem James Philipp gewürdigt wurde. Die Patenschaft für den Stolperstein übernahm das Geschichtsprofil der Bismarckschule Elmshorn mit dem Lehrer Steffen Münster, der eine weiße Rose niederlegte. Die Beiträge am Verlegeort führten Schülerinnen und Schüler der Bismarckschule und die Sängerin Anna Haentjens auf.

Johann und Hans Büsen

In der Norderstraße 18 wurden Stolpersteine für Johann Büsen und Hans Büsen verlegt. Die Wortbeiträge und das Niederlegen weißer Rosen erfolgte durch die Patin Beate Raudies, Mitglied und Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtags und durch den Paten Claus Schlüter für den Freundeskreis Knechtsche Hallen. Die künstlerische Untermalung übernahmen Björn Mohr und Michael Merkelbach. Wegen starker Regenfälle wurden die Beiträge mit freundlicher Erlaubnis in einem anliegenden Autohaus dargeboten.

Abschluss in der Weißen Villa

Im Anschluss fand von 15 Uhr bis 16.30 Uhr eine Revue der Wort- und Kulturbeiträge im sehr gut besetzten Saal der Weißen Villa statt. Bürgervorsteher Hahn lobte abschließend die Leistungen der Mitwirkenden bei der Verlegeaktion und die Beteiligung der interessierten Einwohnerschaft an den Verlegestellen sowie bei der abschließenden Revue.

Standorte der Stolpersteine

Die Standorte der Stolpersteine sind im Geoportal der Stadt Elmshorn abrufbar:

Stolpersteine in Elmshorn

13.06.2026