»Geschichten unserer Nachbarn« - Ausstellung in der Stadtbücherei

Autor/in: Frau Ropot, Living Quarter

Die Ausstellung „Geschichten unserer Nachbarn“ von Living Quarter gibt Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung Raum, ihre persönlichen Geschichten zu erzählen. Im Mittelpunkt stehen nicht Statistiken oder politische Debatten, sondern die Menschen, die heute in Elmshorn leben. Die Ausstellung ist bis zum 24. Oktober 2026 in der Stadtbücherei Elmshorn zu sehen.

Die Exposition wurde vom Team des Unterkunftsmanagements der Gemeinschaftsunterkunft in der Agnes-Karll-Allee, Sofiya Ropot, Najib Nasrati und Fadi Alnema, initiiert und gemeinsam mit den dort lebenden Menschen gestaltet.

Persönliche Lebensgeschichten

Das Team des Unterkunftsmanagements erlebt die Bewohner nicht nur im Kontext ihrer Fluchtgeschichte. Es begleitet sie im Alltag: beim Deutschlernen, bei Behördengängen, bei der Arbeitssuche, bei gemeinsamen Projekten und bei Begegnungen mit der Stadtgesellschaft. Dabei wurde immer wieder deutlich, wie wenig von den persönlichen Lebensgeschichten hinter den öffentlichen Bildern und Vorstellungen sichtbar ist.

Begegnung auf Augenhöhe

Sprachlich setzt die Ausstellung bewusst einen anderen Schwerpunkt: Die Organisatoren sprechen in diesem Zusammenhang nicht von „Geflüchteten“, sondern von unseren „Nachbarn“. Damit möchten sie die Menschen nicht auf ihre Fluchtgeschichte oder ihren Aufenthaltsstatus reduzieren, sondern ihnen auf Augenhöhe begegnen – als Menschen mit individuellen Biografien, Erfahrungen, Fähigkeiten, Hoffnungen und Zukunftsplänen.

„Geschichten unserer Nachbarn“ möchte dazu einladen, diese Menschen nicht nur als Bewohner einer Unterkunft wahrzunehmen, sondern als Nachbarn mit eigenen Lebensgeschichten. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Fotografien, die persönliche Gegenstände, Orte und Situationen zeigen. Ergänzt werden die Bilder durch die persönlichen Geschichten der Menschen – von ihrer Heimat, ihrer Flucht und ihren Verlusten, aber auch von ihren Hoffnungen und ihrem neuen Leben in Elmshorn.

Besucher*innen werden aktiv eingebunden

Die Ausstellung lädt jedoch nicht nur zum Lesen und Betrachten ein. Auch die Besucherinnen und Besucher werden Teil des Projekts. Auf einem großen Blatt können sie ihre eigene Antwort hinterlassen: Was würden Sie mitnehmen, wenn Sie Ihre Heimat verlassen müssten, ohne zu wissen, ob Sie jemals zurückkehren können?

Ein Foto, einen Brief, einen persönlichen Gegenstand – oder vielleicht etwas ganz anderes? Die gesammelten Antworten machen sichtbar, was Menschen mit Heimat und persönlichen Erinnerungen verbinden.

Raum für Begegnung

Die Ausstellung schafft damit einen Raum für Begegnung und Perspektivwechsel und lädt dazu ein, die Menschen, denen wir im Alltag begegnen, mit anderen Augen zu sehen. Sie kann bis zum 24.10.2026 in der Stadtbücherei Elmshorn, Königstraße 56 während der Öffnungszeiten (montags, donnerstags und freitags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs 9 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 13 Uhr) besucht werden.