Kies für die Krückau: Ökosystem-Booster und Uferschutz seit 2023
Lebensräume wieder aufbauen
„Wir bauen mit diesem Kies die ursprünglich vorhandenen Lebensräume wieder auf“, erläutert Stiftungs-Vertreter Dr. Ludwig Tent. Davon profitieren zunächst Kleinstlebewesen, die dann wiederum die gesamte Nahrungskette bis zu Fischen und Vögeln stärken. Außerdem dient der Kies als Laichplatz für Neunaugen, Forellen und andere lachsverwandte Fische. Und er stabilisiert das Ufer mit wichtigen Uferbäumen wie der Erle.
Geduld
„Normalerweise können wir innerhalb von zwei, drei Jahren nach Start zeigen, wie sich die verschiedenen Arten der Kieslebensraum-Organismen wieder eingefunden haben – wenn denn eine grüne Verbindungsachse zu anderen Stellen besteht oder irgendwo innerhalb des Systems noch irgendeiner übriggeblieben ist, der einen Partner zur Vermehrung finden kann. Dann geht es ganz schnell“, sagt Tent.
Strömung verbessert
Für die Krückau ist dieser Effekt bislang noch nicht in großem Stil nachweisbar. Aber, so Tent: „Man sieht an den vielen Stellen, die wir innerhalb des Krückauparks beschickt haben, wie sich die Strömungssituation verbessert hat. Für die Lebensraumverbesserung muss an all diesen Stellen noch eine Unterwasserschwelle dargestellt werden.“
Ufersicherung
Für Bauhof-Leiter Volker Koch liegt der Schwerpunkt auf der Ufersicherung. Er sagt: „Ich war am Anfang skeptisch, aber das hat richtig was gebracht. Für die Wegbefestigung ist das Gold wert.“ Der in den Vorjahren eingebrachte Kies hat sich mittlerweile großflächig verteilt und den Lauf der Krückau positiv beeinflusst.
Aufwertung der Krückau
Die Bekiesung sieht Sabine Landt nur als einen Baustein der Stadt zur Aufwertung der Krückau. „Im Hafen zum Beispiel haben wir mit dem Fraunhofer Institut und der Firma Holcim 3D-gedruckte BioRiff-Strukturen direkt an der Spundwand angebracht, durch die die Attraktivität für Flora und Fauna verbessert werden soll. Und wir haben uns an einer anderen Stelle für eine naturnahe Ufersicherung mit Bewuchs und einer treppenartigen Struktur entschieden, um vielfältigere Lebensräume und Strömungsverhältnisse anbieten zu können.“
Maßnahmen in Schleswig-Holstein
Allein in Schleswig-Holstein haben Tent und seine Mitstreiter seit Anfang 2017 in zwölf Bachsystemen mehr als 7.000 Tonnen Kies eingebracht: unter anderem in der Pinnau, am Ohrtbrookgraben, an der Bilsbek, an der Mühlenau, Bek, Ekholter Au, im Alster-System an Rönne und Bredenbek, sowie im Stör-System an Ohlau und Osterau. „Mit solchen Anstößen für mehr Leben ist man niemals fertig“, betont Tent, der in Niedersachsen und Hamburg bereits seit den 80er-Jahren aktiv ist und als Koryphäe auf seinem Gebiet gilt.
Beitrag in der NDR-Mediathek
Die diesjährige Krückau-Bekiesung wurde vom NDR begleitet. Der Filmbeitrag steht in der Mediathek zur Verfügung.