Stadt beantragt rund 35 Millionen Euro Städtebaufördermittel für den Elmshorner Stadtumbau

Investitionen in Erschließungsanlagen schaffen Grundlagen für weitere öffentliche und private Entwicklungen – und stärken die Klimaanpassung

Die Stadt Elmshorn wird im Rahmen der diesjährigen Städtebauförderung für die Programmjahre 2026 und 2027 insgesamt rund 35 Millionen Euro Fördermittel beantragen. Mit den Mitteln soll die umfassende Entwicklung und Aufwertung der Innenstadt weiter vorangetrieben werden.

Rathaus-Neubau im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt stehen der Neubau des Rathauses einschließlich der notwendigen Erschließungsanlagen, die Umgestaltung des Nordufers mit der Sanierung der Spundwand sowie die Neugestaltung des Buttermarktes und der Umbau der Berliner Straße. Bis Mitte 2026 sind bereits rund 70 Millionen Euro öffentliche Mittel in den Stadtumbau Elmshorn geflossen.

Klimaangepasste Erschließungsanlagen

Ein wesentlicher Bestandteil der weiteren Entwicklung sind leistungsfähige, qualitätsvolle und klimaangepasste Erschließungsanlagen. Straßen, Wege, Plätze, Leitungen und Freiräume verbinden nicht nur neue Quartiere mit der bestehenden Innenstadt, sondern schaffen zugleich die Voraussetzungen für eine nachhaltige Nutzung und Vermarktung der Entwicklungsflächen.

Voraussetzungen schaffen

„Erschließungsanlagen sind weit mehr als die technische Grundlage für neue Gebäude. Sie sorgen dafür, dass Quartiere gut erreichbar, sicher und attraktiv werden – für Fußgängerinnen und Fußgänger, den Radverkehr, den öffentlichen Nahverkehr und den motorisierten Verkehr gleichermaßen. Mit diesen Investitionen schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass die neuen Flächen im Stadtumbaugebiet entwickelt und langfristig genutzt werden können“, sagt Sybille Weinmann-Klinkow Amtsleitung Projektentwicklung der Stadt Elmshorn.

Begrünung

Die Planung der öffentlichen Räume berücksichtigt dabei auch die Folgen des Klimawandels. Begrünung, zusätzliche Bäume und verschattete Aufenthaltsbereiche können dazu beitragen, die Belastung durch sommerliche Hitze zu reduzieren.

Starkregen

Gleichzeitig sollen durch eine angepasste Gestaltung von Straßen und Plätzen sowie durch Flächen zur Aufnahme und Rückhaltung von Regenwasser die Auswirkungen von Starkregenereignissen gemindert werden.

Funktionalität und Aufenthaltsqualität

Damit verbindet der Stadtumbau funktionale Infrastruktur mit einer höheren Aufenthaltsqualität und einer widerstandsfähigen Innenstadt. „Gerade in dicht bebauten innerstädtischen Bereichen müssen wir Hitzeschutz und den Umgang mit Starkregen von Beginn an mitdenken. Bäume, Grünflächen und wassersensible Freiräume verbessern nicht nur das Stadtklima, sondern machen die Innenstadt auch für alle Menschen angenehmer und sicherer“, so Weinmann-Klinkow weiter.

Rahmenbedingungen für private Vorhaben schaffen

Die Städtebauförderung ermöglicht dabei nicht nur öffentliche Bauprojekte. Investitionen in Infrastruktur, öffentliche Räume, Grünflächen und historische Gebäude steigern die Attraktivität der Quartiere und schaffen verlässliche Rahmenbedingungen für private Vorhaben.

Ansatz zeigt Wirkung

Dass dieser Ansatz wirkt, zeigt die bisherige Entwicklung im Stadtumbaugebiet: Mit der Sanierung des ehemaligen Kibek-Hochhauses und der Entwicklung des Kibek-Quartiers entstand ein neues Wohnquartier mit 156 Wohnungen. Auch das Areal der Knechtschen Hallen und angrenzende Flächen an der Berliner Straße werden durch das Wohnungsunternehmen Semmelhaack entwickelt. Bereits 2022 wurde hierfür ein privates Investitionsvolumen von rund 100 bis 120 Millionen Euro prognostiziert.

Vier Hektar Baufläche

In den kommenden Jahren sollen durch die Neuordnung, Entwicklung und Vermarktung weiterer Flächen unter anderem im Bereich Osterfeld / Schlossstraße, im Quartier an der Krückau und am Nordufer mehr als vier Hektar innerstädtische Baufläche entstehen. Damit werden weitere private Investitionen in erheblicher Millionenhöhe erwartet. Auch für das denkmalgeschützte alte Rathaus soll eine neue Nutzungsperspektive entwickelt und privates Kapital für seine dauerhafte Sicherung mobilisiert werden.

Zentraler Hebel für Stadtumbau

„Die öffentlichen Investitionen in die Erschließung sind ein zentraler Hebel für den gesamten Stadtumbau. Sie verbinden die einzelnen Projekte miteinander und schaffen aus bisher getrennten oder unzureichend genutzten Flächen ein funktionierendes, lebendiges und klimaangepasstes Stadtquartier“, ergänzt Marius Munk Baustadtrat der Stadt.

Zukunftsfähiges Quartier

Ziel des Stadtumbaus Elmshorn ist ein zukunftsfähiges Quartier Krückau-Vormstegen mit neuen Wohnungen, Arbeitsplätzen, Gewerbe, Gastronomie und qualitätsvollen öffentlichen Räumen.