Steindammpark für ALLE! - Förderzusage macht Weg für inklusive Parkgestaltung frei

Der Steindammpark wird in den kommenden Jahren umfassend umgestaltet und zu einem inklusiven Begegnungsort für alle Generationen weiterentwickelt. Nachdem die Stadt Elmshorn und das Inklusionsnetzwerk PI.Rat bereits im März 2026 eine Kooperationsvereinbarung geschlossen haben, ist nun auch die Finanzierung gesichert: Für das Projekt „Steindammpark für ALLE!“ wurden Fördermittel aus dem Fonds für Barrierefreiheit des Landes Schleswig-Holstein in Höhe von 457.444,88 Euro bewilligt. Das entspricht einer Förderquote von 70 Prozent.

Beim Pressetermin wurde der Startschuss für die Umsetzung gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Akteure gegeben. „Wir haben hier die Chance erhalten, groß zu denken und den Steindammpark so zu gestalten, dass wirklich alle Menschen ihn nutzen können“, sagt Baustadtrat Marius Munk. „Ich bin bei dem Begriff „Leuchtturm-Projekt“ immer vorsichtig, aber in diesem Fall kann man es so benennen.“

Ein Park für alle Generationen

Der rund 13 Hektar große Steindammpark soll künftig deutlich besser zugänglich und nutzbar sein – unabhängig von Alter, Mobilität oder individuellen Einschränkungen. Geplant sind unter anderem:

  • integrative Leitelemente an Eingängen und Brücken zur besseren Orientierung,
  • umfassende, insektenfreundliche Beleuchtung für mehr Sicherheit im gesamten Park,
  • barrierefreie Wege, geeignet für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen,
  • eine Aufwertung der Skateranlage mit verbesserter barrierefreier Zuwegung und Beleuchtung,
  • eine barrierefreie WC-Anlage mit Euroschlüssel, Notentriegelung und Notsignal,
  • barrierefreie Sitzplätze neben bestehenden Bänken,
  • eine inklusive Spielplatzgestaltung mit befahrbarem Teppichvlies, Nestschaukel, integrativem Sandkasten und bodengleichem Karussell sowie
  • sechs inklusive Fitnessgeräte für alle Generationen

„Bei einem solchen Projekt müssen die Perspektiven und Anforderungen aller Akteure berücksichtigt werden“, betonte Oberbürgermeister Erik Sachse. Gerade das Zusammenspiel von Verwaltung, Politik, Selbstvertretung, Zivilgesellschaft und Fördermittelgebern sei entscheidend dafür, dass aus dem Vorhaben ein „Park für ALLE!“ werde.

Gemeinsam an einem Ziel arbeiten

Eine besondere Rolle bei der Entwicklung des Projekts spielt das Inklusionsnetzwerk PI.Rat, welches eine Gemeinschaftsaktion der Kreisverwaltung Pinneberg mit der AWO Schleswig-Holstein gGmbH und der Lebenshilfe im Kreis Pinneberg, gefördert durch die Aktion Mensch und die Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein, bildet.

Netzwerkarbeit

Das Netzwerk verbindet Akteure aus Sozial- und freier Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Selbstvertretung und setzt sich für die praktische Umsetzung von Inklusion im Kreis Pinneberg ein. „Bei den Kolleginnen und Kollegen von Stadtverwaltung und Staatskanzlei des Landes ist das Leuchtfeuer übergesprungen – und es wurde sofort kooperiert“, fasste Beate Keil als Fachdienstleitung Teilhabe des Kreises Pinneberg die Zusammenarbeit zusammen.

Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein

Die Förderung erfolgt über den Fonds für Barrierefreiheit des Landes Schleswig-Holstein. Seit 2019 unterstützt das Land mit diesem Instrument Projekte, die Barrieren abbauen und die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen stärken.

Kosten von über 650.000 Euro

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich voraussichtlich auf 653.492,69 Euro. Neben der Landesförderung trägt die Stadt Elmshorn einen Eigenanteil von 30 %, der sich durch eine zusätzliche Spende weiter reduziert. Die Bürgerstiftung der VR Bank in Holstein unterstützt das Vorhaben mit einem Betrag von 10.000 Euro. Die Mittel sind für die inklusiven Fitnessgeräte vorgesehen.

Erste Maßnahmen starten noch in diesem Jahr

Erste Aufträge konnten dank der Bewilligung eines vorzeitigen Maßnahmenbeginns bereits erteilt werden. Der erste Bauabschnitt der Beleuchtung wird installiert und der Bodenbelag der Skateranlage erneuert. Damit werden Maßnahmen in Teilen bereits kurzfristig sichtbar und erlebbar. Gemäß Förderbescheid stehen der Stadt Elmshorn zwei Jahre zur Umsetzung aller Maßnahmen zur Verfügung. „Das Projekt zeigt, was möglich ist, wenn kommunales Engagement, Fachwissen, Zivilgesellschaft und Landesförderung zusammenkommen“, lautet das gemeinsame Fazit der Beteiligten.