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Foto: Burkhard Voelz
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Datum: 29.11.2019

„Elmshorn liest” Finale: Lesung mit Karen Duve krönt die Jubiläumsveranstaltung der Reihe

Besser hätte es kaum laufen können: Die 10. Auflage der Veranstaltungsreihe „Elmshorn liest” lockte in sechs Tagen rund 700 Besucher an, davon allein 200 zur Abschlusslesung in der Sparkasse Elmshorn. Ganz klar, die Aktion hat sich zum Bestseller entwickelt.

Lesungen, Aufführungen, Ausstellungen, Workshops, Musik und Kulinarisches: „Im Programm war alles dabei, die Eintrittskarten waren im Nu verkauft, und wir hatten ein sehr gutes Feedback nach den Veranstaltungen“, erklärt Peter Köhnke vom Amt für Kultur und Weiterbildung der Stadt Elmshorn.

Im Mittelpunkt der Lesewoche vom 18. bis 23. November standen vier Bücher von Karen Duve. Die zahlreich ausgezeichnete Autorin las zum Ausklang eine Passage aus ihrem Buch „Anständig essen”, in dem sie von einem Selbstversuch der Ernährungsumstellung erzählt, sowie aus ihrem aktuellen Roman „Fräulein Nettes kurzer Sommer” über Annette von Droste-Hülshoff. Duve gelingt darin eine detaillierte, historisch exakte Beleuchtung der Biedermeierzeit, in der die junge Dichterin lebte. Es war die Zeit des Übergangs von der Feudalgesellschaft zur Leistungsgesellschaft, eine Phase des Umbruchs, die das Leben besonders den Jugendlichen erschwerte.

Inspiriert von „Fräulein Nettes kurzer Sommer” hatte Matthias Wichmann drei Musikstücke komponiert, die er mit seinen Schülerinnen und Schülern von der Bismarckschule im Rahmen von Duves Lesung vortrug.

Im Interview mit Moderatorin Beate Winkler erzählte Karen Duve humorig über ihre Arbeitsweise: „Zu Beginn eines neuen Buches bestimmen noch Hund, Pferde und Esel meinen Tagesrhythmus, da arbeite ich nur bis zu fünf Stunden am Tag. Die letzten vier bis fünf Monate vor Abgabe an den Verlag werden es dann aber bis zu 18 Stunden täglich.”

Duve ist nicht festgelegt auf ein Genre – Gedichte, Sachbuch, Historienroman – man sehe keinen roten Faden: „Nee, den sehe ich auch nicht”, antwortet Duve freimütig. Allenfalls Tiere tauchten immer wieder auf.

Das Schönste am Schreiben? „Das Schöpferische, etwas ganz allein bestimmen und entstehen lassen zu können und keiner redet einem rein. Außerdem kann ich jederzeit Geschriebenes wieder ändern, nichts muss gleich perfekt sein. Am Ende eines Buches ist es wie mein Kind.”

Eigentlich hatte die junge Karen Duve eine Laufbahn als Steuerinspektorin angestrebt. Doch vor der entscheidenden Prüfung wurde ihr klar: Ein Berufsleben, geprägt von so einer Art „Stuhlkultur” war nicht ihr Ding: „Als Anfänger saß man im Büro auf einem einfachen Holzstuhl. Später gab es einen Holzdrehstuhl, die nächste Beförderung bescherte einem einen Holzdrehstuhl mit bezogener Sitzfläche, und so würde es immer weitergehen – das war nicht mein Ding”, sagt Duve. Aber zur Wahrheit gehöre auch, dass sie durchgefallen sei bei der Prüfung – aus heutiger Sicht gut so!

Mit ihrer Abschlusslesung von „Elmshorn liest” am 23. November endete für Duve die Lesereise zu ihrem 2018 erschienenem Historienroman Fräulein Nettes kurzer Sommer”. „Das war heute ein besonders schöner Abschluss”, freute sich die Wahl-Brandenburgerin.

Stadtrat Dirk Moritz bedankte sich in seiner Ansprache bei den Organisatoren von „Elmshorn liest” sowie bei der Sparkasse Elmshorn für die Unterstützung.

Autor*in: Frau Gottfried, Stadt Elmshorn